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Neuvorstellungen : Scharfe Linien für die feine Mimik

  • -Aktualisiert am

Nummer 6: Ob wir den Mini Roadster schöner finden als das Cabrio, überlegen wir uns noch Bild: Hersteller

Die neue Vielfalt der jungen Mobilität setzt sich auch nach der IAA fort. Eine Neuvorstellung jagt die nächste, frische Ideen sind angesagt. Mini, Audi und Mazda als Beispiel.

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          Mini Roadster: Kleiner Wirbelwind

          Kaum ist das Coupé auf dem Markt, bereitet Mini schon die nächste Neuheit vor: den Roadster.

          Der Mini als kleinstes Auto im Portfolio ist für den BMW-Konzern eine große Erfolgsgesichte. Vor zehn Jahren haben die Bayern den Bonsai-Briten unter ihre Fittiche genommen und vor wenigen Tagen die zweite Produktionsmillion erreicht. Dass der Kleinwagen so erfolgreich ist, liegt nicht nur am guten Ruf, dem charmanten Design und der soliden Fahrdynamik, sondern vor allem an der engagierten Expansionspolitik der Briten. Denn wo es viele Jahrzehnte nur eine einzige Karosserievariante gab, rollt jetzt jedes Jahr eine neue Version vom Band. Kaum ist das kleine Coupé im Handel, da läuft sich als Mini Nummer 6 schon der Roadster warm. Für Preise von 22.600 Euro an kommt er im Frühjahr auf den Markt.

          Der Zweisitzer nutzt die gleiche Karosserie wie das bei identischer Motorisierung exakt 1400 Euro günstigere Coupé, hat ebenfalls die flachere Frontscheibe, den tieferen Schwerpunkt - und den größeren Kofferraum. Während die 125 Liter Stauraum des Cabrios kaum für die Handtasche der Fahrerin und ihre Einkäufe bei Victoria’s Secret reichen, kann man mit dem Roadster bei 240 Liter Kofferraum und einer praktischen Durchreiche sogar in den Urlaub fahren.

          Bild: Hersteller

          Wo das Coupé sein eigenwilliges Helmdach trägt wie eine verkehrt herum aufgesetzte Baseball-Mütze, wirkt der Roadster mit seiner Stoffhaube fast schon ein wenig brav. Und zum ersten Mal müssen BMW-Kunden wieder handgreiflich werden, wenn sie an die Sonne wollen. Statt schwerer und teurer Elektromotoren setzt Mini beim Verdeckmechanismus auf Muskelkraft: Verschluss öffnen, Dach nach hinten werfen, fertig. So schnell lässt sich außer dem Mazda MX-5 kein anderes Auto enthüllen.

          Weil es Mini beim Roadster mehr denn je um Fahrspaß geht, gibt es für die 3,73 Meter kurze Luftnummer nur die stärkeren Motoren. Los geht es deshalb erst mit dem 122 PS starken Cooper, der bei maximal 199 km/h für eine ordentliche Portion Frischluft sorgen dürfte. Darüber rangiert der Cooper S mit 184 PS und bis zu 227 km/h, und die Spitze markiert der John-Cooper-Works-Roadster, dessen 1,6 Liter großer Turbomotor 211 PS bietet und 237 km/h ermöglicht. Der Verbrauch der Benziner liegt zwischen 5,7 und 7,3 Liter - nach der Norm. Weil Spaß und Sparsamkeit sich nicht mehr ausschließen, gibt es den Roadster auch als Diesel. Als SD nutzt er die 143-PS-Version des Zweilitermotors und kommt damit immerhin auf 212 km/h. Trotzdem braucht er nur 4,5 Liter auf 100 Kilometer.

          Mit Zweitürer, Cabrio, Country- und Clubman sowie Coupé und Roadster hat Mini schon heute mehr Modelle als je zuvor im Angebot. Doch die Phantasie für die Familienplanung ist den Briten noch nicht abhanden gekommen: 2013 geht deshalb als zweitüriger Ableger des Countryman der in Detroit gezeigte Paceman in Serie.

          Hat Mini mit all diesen Modellen bislang vor allem bei der Konkurrenz geräubert, könnte der Roadster jetzt zu einer Gefahr für die eigenen Geschwister werden. Weil es seit dem Ende von Ford Streetka, Opel Tigra und Daihatsu Copen außer kaum wahrnehmbaren Renault Wind nur wenige Wettbewerber gibt, dürfte unter der neuen Offenheit vor allem das Cabrio leiden.

          Audi A4: Das 10-Millionen-Modell

          Deutschland im Jahr 1972: Willy Brandt übersteht ein Misstrauensvotum, der FC Bayern wird Deutscher Meister, in München sind Olympische Spiele, im Kino läuft „Star Trek“, und bei Audi in Ingolstadt startet die Produktion einer unscheinbaren Limousine. Kurz, kantig und mit einer großen Hutablage, die gern mit der umhäkelten Klorolle zum Stillleben der Spießigkeit avanciert, trägt das Auto das Kürzel Audi 80.

          In 40 Jahren bewährt: Audi A4
          In 40 Jahren bewährt: Audi A4 : Bild: Hersteller

          Die Bayern werden zwar immer noch regelmäßig Meister, und auch „Star Trek“ läuft gelegentlich im Kino. Olympische Spiele hat es in Deutschland seither nicht mehr gegeben. Aber der Audi 80 hat bis heute überlebt, wenn er auch jetzt einen anderen Namen trägt. Die Klorolle ist verschwunden, aus dem Spießer ist ein Sportler geworden, und am Heckdeckel prangt seit 1994 das Kürzel A4. Unlängst haben die Ingolstädter das zehnmillionste Modell produziert.

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