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Neuheiten : Der gute Start

  • -Aktualisiert am

Aston Martin will nichts böses - im Gegenteil Bild: Hersteller

Im Frühjahr glühen Autoneuheiten besonders heftig. Deshalb kommt das Gros frischer Modelle stets zwischen März und Mai auf den Markt. Der Audi A8, der Alfa Giulietta und der Aston Martin Rapide versprechen einen heißen Sommer.

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          Mit Hightech für Sparsamkeit und Sport sowie mit Skulpturdesign für den repräsentativen Auftritt sollen potentielle Autokäufer aus ihrer Lethargie gerissen werden. Dafür bietet Audi den neuen A8 auf, der zwischen Knausern und Kraft seine Kampflinie um Kunden finden will; Aston Martin lässt den Rapide von der Kette, der ein britisch-edles Sportgerät im Kleid einer Limousine ist, und Alfa Romeo tauft seinen Hoffnungsträger Giulietta, ein mythosträchtiger Name aus der Vergangenheit, der in die Zukunft weisen soll. Diesem Premieren-Trio ist vor allem eines gemeinsam: die Hoffnung auf eine Belebung der Automärkte dieser Welt. Besser hätte ein Autojahr nicht starten können.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Der Aston Martin Rapide ist ein viertüriger Sportwagen: Er sucht im obersten Preissegment seine Käufer und ist doppelt so teuer wie ein einfacher Porsche Panamera, mit dem er gerne verglichen wird. 180000 Euro beträgt der Basispreis für den 5,02 Meter langen und 1,36 Meter flachen Boliden, dessen vier Türen jeweils 12 Grad schräg nach oben öffnen - damit es keine Probleme mit hohen Bordsteinen gibt.

          Der Rapide ist der erste viertürige Aston Martin seit 1989. Dass man den zurzeit schönsten sportlichen Viertürer gebaut hat, ist tiefe Überzeugung in Gaydon, und es fällt schwer zu widersprechen. Für den Sport ist ein Zwölfzylinder-V-Motor mit 5,9 Liter Hubraum und einer Leistung von 350 kW (477 PS) bei 6000 Umdrehungen in der Minute zuständig. Auch das maximale Drehmoment von 600 Newtonmeter bei 5000/min kann beeindrucken. Die Höchstgeschwindigkeit wird mit bescheiden-präzisen 296 km/h angegeben. Um für eine ausgewogene Gewichtsverteilung zu sorgen, sitzt das sechsstufige Automatikgetriebe auf der Hinterachse (Transaxle-Bauweise). Aston Martin verspricht ausreichend Platz für vier Personen, die beiden Fond-Passagiere sind aber durch einen dicken Mitteltunnel getrennt. Der Kofferraum hat mit einem Volumen von 317 Liter Golf-Größe, er kann auf ein Volumen von fast 900 Liter erweitert werden, wenn man die Rücksitzlehnen umlegt. Erstmals gibt es in einem Aston Martin auch Isofix-Halterungen für Kindersitze.

          Der Aston Martin Rapide ist ein viertüriger Sportwagen

          Wahl zwischen neun Teppichfarben

          Nicht neu ist die Akribie, mit der die Innenraumgestalter eine unvergleichliche Atmosphäre schaffen wollen. Alles ist aufs feinste austariert, alleine für das Leder in einem einzigen Wagen sind 70 Arbeitsstunden anzusetzen, bis es zugeschnitten ist. Der Kunde hat die Wahl zwischen neun Teppichfarben und 20 Ledersorten, ohne Aufpreis, versteht sich. Zwar ist ein Rapide von Haus aus nicht kleinlich ausgestattet (unter anderem machen Bang & Olufsen Musik), doch man kann seinen Aston noch weiter individualisieren, indem man zum Beispiel das Armaturenbrett alternativ gestaltet. Im Angebot sind "Mahagony, Piano Black, Bamboo, Tamo Ash, Birds Eye Maple, Olive Ash Burl und Double Apex Alloy". Gebaut wird der Rapide in Graz bei Magna, die Motoren kommen aus Köln. So gesehen ist der Aston Martin ein echter Europäer.

          Ein Weltauto der besonderen Art will der neue Audi A8 sein. Er steht für europäische Technik bis ins Detail, für luxuriöse Üppigkeit, wie sie überall geschätzt wird und für jenes Prestige, das vom neuen Geld in Russland, Asien und dem Nahen Osten geschätzt wird. Dabei zeigt sich: Die Ansprüche von Kunden aus sehr unterschiedlichen Kulturen unter eine Designdecke zu bringen, ist nicht wirklich einfach. Dabei ist ein Auto von hoher Körperlichkeit und sinnlicher Ausstrahlung entstanden, von dem aber gleichzeitig jene technoide Kühle ausgeht, die schon immer von der Audi-Klientel geschätzt wurde. DieDevise, dass weniger mitunter mehr sein kann, hält der neue A8 von hinten bis vorne durch, nur am Kühlergrill wird der Einfluss des frischen, fernöstlich logierenden Reichtums deutlich: an den sogenannten Single-Frame-Kühlergrill haben wir uns gewöhnt, nun wird er allerdings von massiv verchromten Stäben verziert, die zwar zusammen mit den verspielten Hightech-Leuchteinheiten für einen hohen Erkennungswert sorgen, gleichzeitig aber jenen Lametta-Effekt besorgen, den man gerade bei dieser Marke nicht erwartete.

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