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Renault Mégane : Mit dynamischer Allradlenkung und vier Türen

  • -Aktualisiert am

Der neue Mégane präsentiert sich ausdrucksstärker und deutlich dynamischer als sein Vorgänger Bild: Renault

Der Renault Mégane bekommt mitlenkende Hinterräder, LED und neue Motoren. Allerdings gibt es das Paket nur noch mit vier Türen.

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          Stilistische Experimente wie das auffällige Bürzelheck der zweiten Mégane-Generation wagt Renault in der Kompaktklasse wohl nicht mehr. Gleichwohl präsentiert sich der neue Mégane ausdrucksstärker und deutlich dynamischer als sein in die Jahre gekommener direkter Vorgänger, der seit 2008 verkauft wird. Die vierte Generation des französischen VW-Golf-Konkurrenten kommt als Viertürer im März nächsten Jahres zu Preisen von 16.790 Euro an in den Handel, ein zweitüriges Coupé wird es nicht mehr geben, auch kein Cabrio.

          Die Schräghecklimousine trägt das neue Familiengesicht mit dem großen, fast senkrecht stehenden Markenlogo im Grill und dazu eine markante Lichtsignatur mit C-förmigen LED-Tagfahrlichtern (von der dritten Ausstattungslinie Intens an) und langgestrecktem LED-Leuchtenband am Heck, das wie das Tagfahrlicht nach dem Motorstart eingeschaltet bleibt. Das gibt es sonst nur beim größeren Bruder Talisman, mit dem sich der Mégane auch die Technik teilt. Mit 8,7 Zoll großem, iPad-ähnlichem Touchscreen-Monitor im Hochformat, optionalem farbigen Headup-Display und dem Multi-Sense-System für die individuelle Einstellung zahlreicher Dynamikparameter wie das Ansprechen von Gaspedal und Lenkung sticht der Mégane unter seinen Rivalen im hart umkämpften Kompaktsegment heraus.

          Blick in die Kommandozentrale des neuen Mégane. Bilderstrecke
          Blick in die Kommandozentrale des neuen Mégane. :

          Ein Novum in dieser Klasse ist auch die dynamische Allradlenkung für leichtere Lenk-, Park- und Wendemanöver, bei der die Hinterräder bis 80 km/h gegensätzlich zu den Vorderrädern einschlagen und so wie ein verkürzter Radstand wirken. Sie ist zunächst der nicht nur optisch sportlicheren GT-Version vorbehalten, soll später aber auch für andere Motorisierungen angeboten werden. Wenig punkten kann der neue Franzose vorerst beim Thema Konnektivität: Die Spiegelung der eigenen Smartphone-Inhalte auf den Monitor im Mégane funktioniert zum Marktstart noch nicht und wird später nachgereicht.

          Deutlich weniger Bedienknöpfe

          Mit 4,36 Meter Länge übertrifft der Neuling seinen Vorgänger um sechs Zentimeter, gleichzeitig ist er mit 1,44 Meter um zwei Zentimeter niedriger. Der Radstand legte um knapp drei Zentimeter auf 2,67 Meter zu. Für die Passagiere im Fond gibt es jetzt zwei Zentimeter mehr Knieraum, das ist deutlich spürbar. Der Gepäckraum fasst klassenübliche 384 bis 1247 Liter, die Ladekante ist hoch, und nach dem Umklappen der Rücksitze entsteht eine Stufe. Einen großen Schritt nach vorn sowohl hinsichtlich der Materialien als auch der Anmutung hat Renault im Innenraum gemacht.

          Weiche Kunststoffoberflächen, Chromrahmen um Lüftungsdüsen und Kombiinstrument sowie Ambiente-Beleuchtung in fünf Farben (Serie ab Intens) sind Beispiele dafür. Navigation, Telefon, Multimedia und Fahrzeug- sowie Komfortdaten lassen sich über den großen Farbmonitor in der Mittelkonsole steuern. Die Zahl der Bedienknöpfe wird dadurch deutlich reduziert. Vieles funktioniert intuitiv, der Luftstrom der Klimaautomatik ließe sich aber mit einem einfachen Drehknopf schneller reduzieren als mit dem umständlichen Eintauchen ins Menü. Der aktiven Sicherheit dienen Spurhalte-, Verkehrszeichenerkennungs- und Fernlichtassistent sowie ein Toter-Winkel-Warner. Auch Rückfahrkamera und Parkassistent sind gegen Aufpreis erhältlich.

          Akzeptabler Benzinverbrauch

          Vom Start weg sind drei Turbobenziner und drei Turbodiesel verfügbar, allesamt Vierzylinder, die mit Sechsgang-Handschaltung oder Doppelkupplungsgetriebe kombiniert werden können. Den Einstieg markiert der 1,2-Liter-Benziner mit 100 PS, darüber rangiert der 132 PS starke Otto gleichen Hubraums (ab 19 790 Euro), für den sich in Deutschland wohl die meisten Mégane-Kunden entscheiden werden, so die Einschätzung von Renault. Dem Mégane GT vorbehalten ist der wieselflinke 1,6-Liter-Benziner mit 205 PS und Siebengang-DSG zum Preis von 29.090 Euro.

          Der 1,5-Liter-Selbstzünder kommt mit 90 und 110 PS (19.990 und 21.190 Euro). Wir fuhren den durchzugsstarken 1,6-Liter-Diesel mit 130 PS und 320 Newtonmeter Drehmoment für mindestens 25.090 Euro. Der Motor ist leise, er hat mit dem knapp 1,2 Tonnen schweren Fahrzeug leichtes Spiel, und auch am Berg geht ihm nicht so schnell die Puste aus. Der Normverbrauch ist mit 4,0 Liter je 100 Kilometer angegeben, wir verzeichneten nach einer ersten längeren Testrunde akzeptable 5,7 Liter. Im Juni nächsten Jahres wird die Antriebspalette - zunächst im GT - um einen Biturbo-Diesel mit 165 PS erweitert. Der Kombi, von Renault Grandtour genannt, folgt ebenfalls Mitte 2016, ihn wird es auch als GT-Version geben. Für 2017 ist im Mégane der erste Diesel-Hybrid des französischen Herstellers angekündigt, bevor Anfang 2018 der mindestens 275 PS starke RS - als Viertürer - auf den Markt kommt.

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