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Neuer Porsche 911 GT3 : Der fünfzehnte Elfer ist für den Rennsport

Der neue 911 GT3 absolviert die berühmte Nordschleife in weniger als sieben Minuten. Bild: Hersteller

Porsche ist dafür bekannt, seine 911-Baureihe sukzessive auszuweiten. Jüngstes Produkt ist der 510 PS starke 911 GT3, der sich auf der Rennstrecke wohler fühlt als auf der Straße.

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          Es gibt nur einen 911. Obwohl der Sportwagen nicht mehr die Hauptrolle im Produkt-Portfolio von Porsche spielt, ist und bleibt er das Herzstück der Marke. Die aktuelle achte Generation ist seit zwei Jahren auf dem Markt, 14 verschiedene Varianten gibt es inzwischen, Cabriolets und Targas inklusive. Im Mai kommt jetzt Nummer 15, der 911 GT 3, den Porsche als „Hochleistungssportler mit Rennfahrwerk“ beschreibt. Er ist aber nicht der stärkste der Wilden 15, doch 510 PS aus einem 4,0-Liter-Sechszylinder-Boxermotor (ohne Turbo!) sollten genügen.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Für wen es wichtig ist: Der Spurt von 0 auf 100 km/h lässt sich in beeindruckenden 3,4 Sekunden bewältigen, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 320 km/h. Damit ist er auf der Höhe mit dem 911 Turbo (3,8 Liter Hubraum, 580 PS). Der Turbo S mit seinen 650 PS legt freilich noch 10 km/h drauf. Übrigens, wer im GT3 das Schalten einem Doppelkupplungsgetriebe (PDK) überlassen will, verliert 2 km/h an Endgeschwindigkeit. Das PDK hat sieben Gänge, das manuelle Schaltgetriebe nur sechs. Die Mehrzahl der Kunden bestellt das PDK, belohnt werden sie mit einem niedrigeren Kraftstoffverbrauch. Nach der Norm sind es 12,4 Liter auf 100 Kilometer, mit Schaltgetriebe sind es 13,3. Der optionale 90-Liter-Tank empfiehlt sich (statt 64 Liter). Es sollte Super Plus getankt werden.

          Ob nun 320 oder 330 km/h, das sind ohnehin nur Werte für den Stammtisch, wichtig ist für die Liebhaber solcher Fahrzeuge die Performance auf der Rennstrecke. So war der neue GT3 auf der berühmten Nordschleife am Nürburgring unlängst um 17 Sekunden schneller als der Vorgänger. Die neue GT3-Bestmarke steht jetzt bei 6:59,93 Minuten für den 20,8 Kilometer langen Kurs.

          Vor 20 Jahren, als zum ersten Mal ein 911 GT3 angeboten wurde, lag diese Rundenzeit noch bei knapp unter acht Minuten. Die Fortschritte sind also riesig. Die Nähe zum Rennsport drückt sich in praktisch allen Details des neuen 911 GT3 aus. Das 4,57 Meter lange 911-Derivat hat eine breitere Karosserie als üblich. Dazu ist das Fahrwerk komplett neu und kommt praktisch direkt aus dem Rennsport, die Bremsen sind größer, die Felgen auch. Großen Wert wird auf Leichtbau gelegt, die Fronthaube ist aus CFK, gegen Aufpreis gibt es ein Leichtbaudach aus Sichtcarbon. Das Gewicht beträgt jetzt 1435 Kilogramm, das ist so viel wie beim alten GT3, trotz der vielen Verbesserungen. Mit Schaltgetriebe ist der Wagen noch 17 Kilogramm leichter. Innen finden wie bisher nur zwei Personen Platz, die Notsitze hinten müssen einem Überrollkäfig weichen. Das Cockpit entspricht dem der aktuellen Modellgeneration.

          Gleich geht es auf die Rennstrecke, ein älterer Spielkamerad wartet schon. Bilderstrecke
          Neu vorgestellt : Porsche 911 GT3

          Neu ist der Track-Screen: Per Knopfdruck reduziert er die Digitalanzeigen links und rechts des zentralen Drehzahlmessers auf Informationen wie Reifendruckanzeige, Öldruck, Öltemperatur, Füllstand des Kraftstofftanks und Wassertemperatur, die für den Rundstreckeneinsatz wesentlich sind. Auch beim GT3 lässt Porsche seinen Kunden viele Möglichkeiten zum Verschönern und individualisieren. Zu nennen wären unter anderem Außenspiegel-Oberschalen aus Carbon, abgedunkelte LED-Matrix-Hauptscheinwerfer und hierzu passende „Exclusive-Design-Heckleuchten“. „Indischrot“ oder „Sharkblue“ lackierte Felgenränder sollen die schwarzen Leichtmetallräder aufwerten. Vorne sind es 19-Zöller, die angetriebenen Hinterräder sind 20 Zoll groß. Der neue 911 GT3 kommt für einen Basispreis von 167.518 Euro auf den Markt. 

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