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Mercedes-AMG E 63 S 4Matic+ : Leistungsspitzen unterm Sternenhimmel

  • -Aktualisiert am

Mercedes-AMG E 63 S 4Matic+ Bild: Daimler AG

Jüngstes Fahrzeug von AMG ist der Mercedes E 63 S 4Matic+. Stolz wird er als die stärkste E-Klasse angepriesen, die es je gab. Die Preise bewegen sich jenseits von 100.000 Euro.

          Am 1. Juni 1967 gründeten Hans Werner Aufrecht und Erhard Melcher das Unternehmen AMG. Das G stand damals für Großaspach, ursprünglicher Sitz des Unternehmens. Von Beginn an der Marke mit dem Stern zugetan, mündeten die respektablen Erfolge auf den Rennstrecken 1990 in einer Kooperation mit Mercedes-Benz, heute ist das mittlerweile ins württembergische Affalterbach umgezogene Unternehmen eine Tochtergesellschaft der Daimler AG und auf das Erstarken und Veredeln von Autos mit dem Stern spezialisiert.

          Jüngstes Fahrzeug aus Affalterbach ist der Mercedes-AMG E 63 S 4Matic+. Stolz wird er als die stärkste E-Klasse angepriesen, die es je gab. Die Preise, die sich jenseits von 100 000 Euro bewegen werden, will Mercedes-AMG zusammen mit dem Öffnen der Bestellliste im Januar 2017 bekanntgeben, in den Handel kommt der Wagen dann im März, in zwei Versionen: ein „Basismodell“ mit 571 PS und eine kräftigere Version E 63 S mit 612 PS. Stärker sind zurzeit nur die Zwölfzylinder-Modelle von AMG, die auf 630 PS kommen, bei einem Hubraum von sechs Liter allerdings.

          Die V8-Maschinen des E-AMG haben ein Volumen von vier Liter, ein Turbolader-Pärchen verhilft ihnen zu gewaltigen Drehmomenten. 750 oder gar 850 Newtonmeter werden geboten. Und das ab 2200 beziehungsweise 2500 Umdrehungen in der Minute. Das verleiht der 1950 Kilogramm schweren Limousine die Beschleunigungswerte von Supersportwagen: Nur 3,5 Sekunden braucht der E 63 für den Sprint von 0 auf 100 km/h, die S-Variante ist um eine Zehntelsekunde schneller.

          Stolz wird er als die stärkste E-Klasse angepriesen, die es je gab. Bilderstrecke

          Bei der Höchstgeschwindigkeit bescheiden sich beide auf elektronisch abgeregelte 250 km/h. Wer das AMG Drivers Package bucht und einen Tageslehrgang auf einer Rennstrecke absolviert, wird mit einer Anhebung der Höchstgeschwindigkeit seines Wagens auf 300 km/h belohnt. In die Nähe des Normverbrauchs von 8,8 Liter Super Plus dürfte der E-AMG nur zu bringen sein, wenn das Gaspedal lediglich gestreichelt wird. Bei unseren eher moderaten ersten Probefahrten berechnete der Bordcomputer einen Verbrauch von 10,8 Liter.

          AMG zeigt Flagge und stattet den E 63 S mit reichlich Körperschmuck aus. Der Vorderwagen greift ohnehin nur auf die Grundstrukturen des Serienmodells zurück. Die breitere Spur erfordert eine Änderung der Kotflügel, die Hochleistungsbremsen und der turbobeatmete V8 mehr Luft und deshalb größere Öffnungen in der Frontschürze. Wuchtige Türschweller betonen die Seitenlinie, eine schlanke Spoilerlippe und die im Diffusor integrierten Auspuffblenden das Heck.

          Das famose Sprintvermögen (die Rennstart-Funktion Launch Control ist inklusive) lässt sich nur mit der eilig schaltenden Neunstufen-Automatik und vier angetriebenen Rädern realisieren. Die 4Matic+ überträgt das Antriebsmoment an die Hinterräder, lenkt die Kräfte jedoch bedarfsgerecht nach vorne, wenn am Heck auch nur die Spur eines Traktionsverlusts bemerkt wird. Die unterschiedlichen Fahrmodi und die entsprechende Wahl der ESP-Funktion erlauben beherzte Drifts, das ist ebenso eindrucksvoll wie ausschließlich auf der Rennstrecke angemessen.

          Der Race-Modus lässt die Luftfederung ohnehin wie schockgefrostet erstarren, spaßig ist das, vor allem für die Mitfahrer, auf schlechten öffentlichen Straßen nicht. Separat von den Fahrprogrammen, die Einfluss auf Schaltzeitpunkte, Lenkungsunterstützung und das Ansprechverhalten des Gaspedals nehmen, lassen sich die Auspuffklappen der vierrohrigen Anlage, die schon im Normalbetrieb mit Stentorstimme das Lied der Leistung brüllt, für noch größere Klanggewalt öffnen. Das jedoch bitte nur jenseits der Ortsgrenzen, die Anlieger werden es den E-63-Piloten danken.

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