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Der neue Škoda Octavia : Nummer Acht lebt

Der neue Škoda Octavia Bild: Hersteller

Auf die inneren Werte kommt es an: Bei der vierten Auflage seines Erfolgsmodells verzichtet Škoda auf den ersten Blick auf Experimente. Die wahre Revolution findet im Inneren statt.

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          Der Škoda Octavia ist die Ikone der tschechischen VW-Tochter. Der erste Octavia erschien 1959, er war das achte Modell nach dem Krieg, daher der Name Octavia, von octo, acht auf Lateinisch. Bis heute sind 6,5 Millionen Octavia gebaut worden, wobei die Erfolgsgeschichte erst so richtig ins Rollen kam, als Volkswagen nach der Wende Škoda übernommen hatte. Die zweite Generation des Octavia kam dann erst 1996.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Damals wie heute, 2019, nimmt der Octavia viele Anleihen beim VW Golf, dessen neue, achte Generation erst kürzlich vorgestellt wurde. Beide teilen sich die Plattform, und das Motorenangebot ist sehr ähnlich. Auch den neuen Octavia, der Ende März 2020 als Kombi und Schrägheck-Limousine auf den Markt kommt, gibt es mit Benzin- und Dieselmotoren, als Mild-Hybrid, als Erdgas-Modell und erstmals auch als Plug-in-Hybrid. Die Leistungsspanne der Motoren beziehungsweise Motorensysteme reicht von 110 bis 204 PS. Es bleibt natürlich bei Frontantrieb,  Allrad-Varianten sind wieder dabei, später kommen der sportliche RS und der höher gelegte Scout 4x4.

          So gesehen ist alles wie gehabt. Auch beim Design vermeidet Škoda Experimente, der neue fügt sich gut in die Reihe der Vorgänger-Generationen ein, die Karosserie ist nur minimal gewachsen auf jetzt 4,69 Meter Länge. Kombi-Käufer dürfen sich über einen um 30 Liter auf 640 Liter gewachsenen Kofferraum freuen. Allerdings sinkt das maximale Ladevolumen leicht auf 1700 Liter, weil die Dachlinie coupéhafter verläuft. Wie bei allen neuen Škoda steht der Name der Marke jetzt dick auf dem Heck.

          Am 11. November 2019 stellte Škoda-Chef Bernhard Maier den neuen Octavia in Prag vor. Bilderstrecke

          Die Revolution findet eher im Innenraum statt. Die Instrumente werden digital, es gibt nun auch ein Head-up-Display und einen großen Infotainment-Bildschirm, der 8,25 oder zehn Zoll groß ist. Zu den neuen Assistenz-Systemen gehören Helfer beim Ausweichen, Abbiegen oder Spurhalten, der adaptive Tempomat beherrscht jetzt auch das Fahren im Stau. Und die Verkehrszeichen kann der neue Škoda auch lesen. Dazu ist er always on, also stets im Internet dank einer kleinen eSIM-Karte. Preise teilte das Unternehmen noch nicht mit, der Grundpreis dürfte um die 21.000 Euro liegen.

          Die Präsentation in Prag war ein kleines gesellschaftliches Ereignis, auch der tschechische Ministerpräsident Andrej Babis war unter den Gästen. Kein Wunder, Škoda ist für die heimische Wirtschaft unheimlich wichtig, zehn Prozent des Bruttosozialprodukts entfallen auf den Autohersteller, und der Octavia alleine macht ein Vierzigstel aller tschechischen Ausfuhren aus. Weltweit beschäftigt Škoda 42.000 Mitarbeiter, in Tschechien hat Škoda einen Marktanteil bei Neuwagen von einem Drittel. In Deutschland ist der Octavia das meistverkaufte Importauto und die Marke ist mit 177.000 Neuzulassungen bislang in diesem Jahr ebenfalls die Nummer 1 unter den Importeuren.  Opel verkauft nur wenig mehr Autos. 2018 setzte Škoda Deutschland knapp 60.000 Einheiten des Octavia ab, rund 90 Prozent waren Kombis.   

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