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Fahrbericht Ford Galaxy : Ohne Schiebetür am Familienrat vorbei

Bild: Hersteller

Ford hat für Freunde von Minivans jede Menge Raum im Angebot. Aktuell lockt der Galaxy mit ruhigem Benziner und seinem Basistarif.

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          Freunde von Minivans, deren es trotz des Siegeszugs der Geländewagen noch einige geben soll, sind vermutlich nirgends besser aufgehoben als bei Ford. Jedenfalls haben die Kölner jede Menge Raum im Angebot. Für die Kleinstfamilie gibt es den B-Max, darüber wartet der C-Max, der zudem in einer Grand genannten Max-Max Version offeriert wird, sodann folgt der forsch orientierte S-Max. Wem das noch immer nicht genügt, der greift zum Galaxy, der folgerichtig G-Max heißen müsste. Heißt er aber nicht, und das nun schon in der dritten Generation.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Von der einstigen Kooperation mit Volkswagen und Seat ist nicht mehr geblieben als die grundsätzliche Neigung zu eckigen Formen, die der Platzausbeute äußerst förderlich sind. Ford stellt seinen neuesten Galaxy auf die Basis der Limousine Mondeo, die auch schon Genspender für den S-Max ist. Das spricht für angenehmen Komfort und eingeschränkte Dynamik, wobei letztere im Großraumwagen von untergeordneter Bedeutung ist. Der Galaxy erledigt jene Aufgaben, für die er erdacht ist, mit erfreulicher Lässigkeit, allerdings auch mit mancher Nachlässigkeit.

          Die Nachteile liegen auf der Hand

          Zu Gast in der Redaktion war die Basismotorisierung, die in Autos dieser Dimension freilich schon von zupackendem Wesen sein sollte. Ford bietet einen an ein bisweilen etwas zickig geführtes Sechsgang-Schaltgetriebe gekoppelten Benziner feil, der aus nur 1,5 Liter Hubraum 160 PS zaubert. Er schafft den Standardsprint in 9,9 Sekunden und erreicht 195 km/h. Die Vorteile sind spürbar, die Nachteile liegen auf der Hand.

          Der Motor läuft derart vibrationsarm, dass im Stand der Blick auf den Drehzahlmesser vonnöten ist, um zu wissen, ob der Start-Stopp-Automat seiner Aufgabe vorübergehender Stilllegung nachgekommen ist. Weil die Maschine sich zurückhält, drängt anderes in den Vordergrund, die Lüftung zum Beispiel, sie sollte leiser blasen. Störend ist uns eine Anfahrschwäche aufgefallen, und unter 2000/min ist generell wenig los, erst darüber wird der Motor lebendig. Bäume reißt er dann noch immer nicht aus, mitschwimmend fühlt er sich am wohlsten.

          Er kam mit 11,7 Liter Durchschnittsverbrauch zurück

          Wer es eilig hat, muss ihn fordern. Das bleibt nicht ohne Konsequenz. Wir überließen den Galaxy einem Kollegen für eine längere Dienstfahrt. Der sonst Kraftwerken und Kettensägen zugeneigte Mann scheint vom Stamme der Bleifußindianer zu sein. Der Ford kam mit 11,7 Liter Durchschnittsverbrauch zurück. Da muss Papi ganz schön schlucken. Wir ermittelten am Ende der Testtage 9,4 Liter Super, nun darf jeder für sich rechnen. Der Diesel benötigt ein bis zwei Liter weniger, läuft rauher, ist aber durchzugsstärker. Und der Anschaffungspreis. Ford bietet das Basismodell Trend derzeit zum Aktionspreis von 28 500 Euro an. Aber Obacht: Auch aus Köln sind Listen mit verführerischen Extras im Umlauf, der edlere Testwagen erreichte 49 000 Euro.

          Die Talente aller Galaxy liegen in der schier unbegrenzten Aufnahme von Personen und Gepäck. Sieben Reisende passen hinein, dann ist noch immer Platz für ein paar Taschen, und wenn alle Sitze zusammengefaltet sind, nimmt er den kompletten Hausstand auf: 2339 Liter innen und 1600 Kilogramm auf die Anhängerkupplung. Ford, das ist ein Wort. Dank nach vorn fahrender Sitze in der zweiten Reihe gelingt der Zustieg auch ganz hinten gut, allein, das erlebten wir schon im S-Max, mit der Justierung einer perfekten Sitzposition hinter dem Lenkrad hatten mehrere Probanden Schwierigkeiten.

          Mit Lebensrettern und Assistenten ist der Galaxy auf der Höhe der Zeit. Die Kinder meckern, dass die hinteren Scheiben geöffnet zur Hälfte stehen bleiben. Und die Wasserkästen schleppenden Eltern über die durch Fußtritt elektrisch, aber lahm und vor allem nicht hoch genug öffnende Heckklappe. Nun folgt die Frage aller Fragen: Was ist mit seitlichen Schiebetüren? Ford verzichtet darauf, VW und Seat bauen sie ein. Der Familienrat zögert keine Sekunde: Auf jeden Fall einen mit Schiebetüren.

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