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Neue Tram-Generation : Im Dutzend billiger

  • -Aktualisiert am

„Tram-Train“-Stadtbahn der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft im Karlsruher Hauptbahnhof Bild: Marcus Kaufhold

Zwölf Straßenbahnbetriebe in Deutschland und Österreich ordern ihre nächsten Tram-Generationen in Sammelbestellungen. Dank der größeren Stückzahlen wollen sie je Zug weniger zahlen. Doch das ist gar nicht so einfach: Der Teufel steckt im technischen Detail.

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          Anfangs trauten Lokführer auf den Schienenstrecken im Großraum Karlsruhe ihren Augen nicht, wenn sich auf dem Gegengleis eine Straßenbahn näherte. Das ist mehr als ein Vierteljahrhundert her. Das „Karlsruher Modell“ ist längst nicht nur Alltag, sondern fand auch Nachahmer anderswo: Trams, die ihre städtischen Netze fahrplanmäßig verlassen, um über Weichenverbindungen in das System der „Vollbahn“ zu wechseln, gibt es in Deutschland beispielsweise auch in Kassel, Saarbrücken und Chemnitz. Der Gleiswechsel schafft Direktverbindungen zwischen Innenstädten und den Regionen drumherum. Das macht den Bahnverkehr attraktiv, weil lästiges Umsteigen überflüssig wird. Neudeutsch werden die Systemwechsler „Tram-Trains“ genannt.

          Nicht nur in Karlsruhe, sondern auch in anderen Städten neigt sich die Lebensdauer der ersten Tram-Train-Generationen dem Ende zu. Und anderswo ist die Verkehrswende mit „Regiostadtbahnen“ geplant. „Wir stehen vor der Aufgabe, das Karlsruher Modell zukunftssicher zu machen und für weitere neue Anwendungsfälle in anderen Regionen attraktiv zu gestalten“, sagt Alexander Pischon, Chef der Verkehrsbetriebe Karlsruhe und in Personalunion Geschäftsführer der Albtal-Verkehrs-Gesellschaft, die das mehr als 500 Kilometer umfassende Stadtbahnnetz in der Region bedient. „Um das Modell auch in Zukunft wirtschaftlich anbieten zu können, brauchen wir attraktive Beschaffungspreise für die im Vergleich zum Vollbahntriebzug teureren Zweisystemfahrzeuge.“

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