https://www.faz.net/-gy9-8ncd0

Neue Geschäftsfelder : Ford denkt über das Auto hinaus

Roller Ford Tri Citi Bild: Schmidt

Fast alle Autohersteller denken über neue Geschäftsfelder nach und suchen nach neuen Ideen. Ford hat nach einem globalen Wettbewerb neue Gefährte für die letzte Meile vorgestellt.

          1 Min.

          Der Wandel kommt. Daran gibt es in der Autoindustrie keinen Zweifel mehr. Fast alle Autohersteller denken über neue Geschäftsfelder nach und suchen nach neuen Ideen. Ford hat nach einem globalen Wettbewerb unter der Belegschaft mehr als 630 Vorschläge zur „Ford Global Mobility Challenge“ bekommen und die drei besten davon jetzt im Ford-Forschungszentrum in Aachen vorgestellt.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Der Carr-E ist eine elektrifizierte Transporthilfe, die in der Reserveradmulde mitgenommen werden kann. Um die letzten Meter zum Ziel zu überbrücken, soll sich der Fahrer ähnlich wie mit einem Hoverboard auf das Gerät stellen und damit im Stehen fahren. Das Carr-E kann aber auch mit einer schweren Kiste belegt werden und folgt seinem „Herrchen“. Erdacht hat die Transporthilfe, die vier Räder hat und auch beleuchtet ist, der deutsche Ford-Ingenieur Kilian Vas. Das Carr-E trägt bis zu 120 Kilogramm Gewicht, hat eine Reichweite von 22 Kilometern und ist bis zu 18 km/h schnell. Schlau wäre es, das Carr-E in der Reserveradmulde ständig aufzuladen.

          Der von den Kölner Ford-Ingenieuren James Neugebauer, Torsten Gerhardt und Robert Spahl entwickelte Allzweck-Assistent Tri Citi zielt in eine ähnliche Richtung. Der faltbare, dreirädrige Roller kann entweder als einsitziges Fahrzeug oder als Tragehilfe für schwere Lasten (bis zu 200 Kilogramm) benutzt werden. Dann wird nicht gefahren, sondern geschoben - der Elektromotor hilft. Die Reichweite als Roller beträgt 30 Kilometer, die Höchstgeschwindigkeit 20 km/h. Eine Zulassung als Mofa ist angedacht. Zusammengefaltet nimmt der Tri Citi nicht viel Platz weg, passt gut ins Auto und kann auch in der Bahn mitgenommen werden.

          Während vom Tri City und dem Carr-E schon Prototypen existieren, ist ein elektrischer Rollstuhl noch im Planungsstadium. Drei Ingenieure aus dem Testzentrum von Ford Europa im belgischen Lommel arbeiten am e-Chair. Dieser sehr leichte Rollstuhl soll sich von allein ins Fahrzeug einladen, nachdem sich der Fahrer vom Stuhl auf den Fahrersitz gehievt hat. Den Behinderten das mühsame Ein- und Ausladen des Rollstuhls abzunehmen wäre gewiss ein Riesenfortschritt.

          Wie es mit den Ideen weitergeht, ist offen, noch ist eine Serienproduktion in weiter Ferne, und sie wäre Neuland. Aber Ford will am Ball bleiben. Wahrscheinlich würde eine Produktion mit Partnerunternehmen aufgezogen.

          Weitere Themen

          Mit Zielscheibe ins Tor

          Fifa 20 : Mit Zielscheibe ins Tor

          Fifa 20 flankt auch in der neuen Saison wieder frische Pässe auf die Spielekonsole. In der Standardversion, Champions-Variante oder im Ultimate-Paket. Lohnt sich der Kauf?

          Topmeldungen

          EU-Unterhändler Michel Barnier

          Europäische Union : Hoffnung auf Gipfel-Deal zum Brexit

          Die EU und Großbritannien sind deutlich vorangekommen - und trotzdem ist ein neuer Brexit-Vertrag beim Treffen der Staats- und Regierungschefs in Brüssel noch keine ausgemachte Sache. Es steht ein schwieriger Gipfel bevor.

          Proteste in Hongkong : China setzt auf Konfrontation

          Der Hass auf Peking hat eine radikale Eigendynamik entwickelt. In Hongkongs Jugend wächst die Sehnsucht nach einer eigenen Nation. Für alle Seiten droht ein bitteres Ende.
          Donald Trump und Liu He, Vizepremier von China, gemeinsam in Washington. Infolge des Handelskriegs mit Amerika habe die Korruption in Chinas Privatwirtschaft wieder zugenommen, berichtet Philipp Senff von der Wirtschaftsanwaltskanzlei CMS in Schanghai.

          Vorfälle der Deutschen Bank : In China lauert die Korruption bis heute

          Mit teuren Geschenken an chinesische Politiker wollte sich die Deutsche Bank Vorteile verschaffen. Der Fall lenkt den Blick auf ein Land, das trotz Mühen immer noch unter Bestechung leidet – auch wegen des Handelskriegs mit Amerika.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.