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Neue Modelle 2017 : Kriechstrom am Hochsitz

Und das Baguette ist noch warm: Renault Alpine Bild: Hersteller

2017 wird ein Jahr voller interessanter neuer Autos. Der Durchbruch für das Elektroauto aber ist nicht in Sicht. Dagegen tut sich vor allem bei den SUV einiges.

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          Das Auto ist in Deutschland das Konsumgut Nummer 1. Angeblich verzichten ja immer mehr Menschen auf einen eigenen fahrbaren Untersatz, indem sie gar nicht mehr Auto fahren oder allenfalls auf eines der angesagten Carsharing-Angebote zugreifen. Doch, komisch, komisch, der Absatz von Neuwagen steigt und steigt. Nach bisherigen Zahlen lag der deutsche Markt 2016 im Vergleich zu 2015 um knapp 5 Prozent im Plus. In den ersten elf Monaten wurden schon 3,1 Millionen neue Autos zugelassen. Alle Fachleute erwarten eine Fortsetzung des Aufschwungs in dem gerade begonnenen Jahr. Den vielleicht doch nicht so vielen Verweigerern stehen jene gegenüber, die sich einen Drittwagen zulegen. Auch die Dienst- und Mietwagenflotten wachsen.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Wer sich im neuen Jahr nach einem neuen Wagen umschaut, hat wieder die Qual der Wahl. Das wohl wichtigste Debüt ist der Opel Ampera E. Zum ersten Mal tritt ein deutscher Volumenhersteller mit einem halbwegs vernünftig eingepreisten Elektroauto an (geschätzt um 40.000 Euro, der Preis ist noch nicht offiziell benannt). Zudem verspricht es eine alltagstaugliche Reichweite. Flankiert wird der Opel vom gleichfalls elektrischen Renault Zoé, dessen Reichweite mit neuer Batterie deutlich erhöht wurde. Aber nur wenn es Opel gelingt, aus dem Kriechstrom einen Blitz zu machen, kann 2017 als das Jahr des Durchbruchs für die Elektromobilität in die Annalen eingehen.

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          Das darf bezweifelt werden. Noch sind die Vorbehalte mindestens so hoch wie die Preise, da helfen selbst Gesten wie das Verlängern der Steuerfreiheit von fünf auf zehn Jahre zum Jahreswechsel nicht. Zu begrüßen ist freilich, dass für den Kunden kostenloses Laden am Arbeitsplatz nicht mehr als geldwerter Vorteil verbucht werden muss. Erst wenn außer BMW (ja, der i3 ist noch auf dem Markt) auch Audi, Mercedes-Benz und vor allem Volkswagen mit marktgerechten Elektroautos auf den Markt kommen, dürfte sich etwas bewegen. Das wird vor 2018 oder gar 2019 nicht der Fall sein, zudem sind zunächst teure Autos avisiert, die sich auf dem für die meisten unerschwinglichen Niveau von Tesla bewegen. Und an sachgerechten Lösungen in der Lade-Infrastruktur muss auch noch gearbeitet werden.

          Ohne Frage brennt das Feuer auch 2017 noch mit Diesel und Benzin. Glaubt man den Fahrzeugherstellern, dann unverändert stark im Diesel. Glaubt man einigen Händlern, dann aus Unsicherheit der Kundschaft stärker im Benziner. Eines nicht zu fernen Tages werden die Auftragseingänge ihren Niederschlag in der Zulassungsstatistik finden, dann wird man die Wahrheit sehen.

          Die Industrie wird unterdessen nicht müde, attraktive Ware nachzulegen. Der Marktführer Volkswagen tritt mit einem Neuheiten-Quartett an, das es in sich hat. Noch im März kommt der überarbeitete Golf, das seit Jahrzehnten meistverkaufte Auto in Deutschland. Auch der elektrische Golf wird dem Facelift unterzogen, und auch hier steigt die Reichweite. Ähnlich wie der BMW i3 spielt der elektrische Golf auf dem Markt bislang aber praktisch keine Rolle. Fast ebenso wichtig ist der komplett neue Polo, der uns im Herbst erwartet.

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