https://www.faz.net/-gy9-qxpd

Neu vorgestellt : Die neue Freude der Franzosen am Wachstum

  • -Aktualisiert am

Ein Radstand, zwei Versionen: Der Renault Clio III als Zwei- und Viertürer Bild:

Der Renault Clio III ist zwar in der Länge gewachsen, aber immer noch ein praktischer Kleinwagen, der durch sein großzügiges Platzangebot überzeugt.

          Die kompakte Klasse findet zu ihrem neuen Format: Der Renault Clio III übertrifft seinen erfolgreichen direkten Vorgänger (4,7 Millionen Exemplare verkauft) in allen Dimension und ragt mit einer um 22 Zentimeter größeren Länge (jetzt 3,99 Meter) in das nächsthöhere Marktsegment hinein. Das hat schon der vor wenigen Wochen präsentierte Fiat Grande Punto vorexerziert, und die erwarteten neuen Opel Corsa und VW Polo werden sich ebenfalls zur Vier-Meter-Marke bekennen. Offensichtlich entfernen sich die einstigen Kompaktwagen von ihrem Image des Stadtautos und sind auf dem Weg in den Markt für mittelgroße Alleskönner.

          Auf dem deutschen Markt startet der Clio III am 7. Oktober mit sechs unterschiedlichen Motorversionen, die billigste Einsteigerversion kommt Anfang Dezember. Alle Clio haben Frontantrieb, ihre Vierzylindermotoren arbeiten allesamt mit Vierventiltechnik, sie sind quer zur Fahrtrichtung installiert und müssen Euro 4 erfüllen. Die Diesel werden erst von 2006 an mit Partikelfilter zu haben sein, aber bei Renault Deutschland will man rechtzeitig (nach Klärung der steuerlichen Bedingungen) eine Lösung zum Nachrüsten anbieten.

          Design der neuen Zeit

          Dem Clio hat die neue Freude der Franzosen am Wachstum gutgetan. Zumal das mitunter zu avantgardistisch auftretende Renault-Design sich hier bemüht hat, ein Brot-und-Butter-Auto zwar mit dem Charme des starken Körpers, aber ohne die Exaltiertheit des störrischen Künstlers einzukleiden. So ist dem Clio III zwar seine formale Verwandtschaft zu den beiden älteren Generationen (wobei der Clio II noch produziert und für relativ kleines Geld offeriert wird) deutlich anzusehen, aber die modernen Zeiten sind an ihm nicht spurlos vorübergegangen. Das belegen die riesigen Frontscheinwerfer und der sich weich nach oben wölbende Bug (mit Rücksicht auf kommende Crashvorschriften). Die Windschutzscheibe liegt sehr schräg, die Seitenlinie betont die Keilform ebenso, wie der im Vergleich zum Unterbau zierlichere Dachaufsatz für den Eindruck von muskulöseren Schultern sorgt. Das Heck ist die Schokoseite, hier entsteht jene Dynamik, ohne die selbst pragmatisch orientierte Autos offenbar nicht mehr auskommen.

          Kleinwagen mit viel Raum

          Wie bisher gibt es die Wahl zwischen zwei und vier Türen, jeweils mit Heckklappe. Der Achsabstand ist mit 2,58 Meter ungewöhnlich üppig geraten, das ist schon ein Hinweis auf die Platzverhältnisse im Inneren: Hier herrscht nun jene Großzügigkeit, die Renault bisher erst mit dem Megane bieten konnte. Sowohl Schulterbreiten vorn und hinten, der Knieraum vor beiden Sitzreihen als auch der Abstand zum Dach sind von sehr lichtem Charakter. Der kleine Raumwagen hat ein Stauvolumen von 288 Liter (33 mehr als bisher); wenn die Rücksitze geklappt werden, sind es 1028. Mit Ausnahme der wohl sehr scharf kalkulierten Basisversion gibt es in allen Clio-Varianten die Klappmöglichkeit für die Rücksitzbank. Dabei entsteht allerdings keine durchgehend ebene Ladefläche: Eine quer verlaufende Strebe markiert einen Absatz, und wo die Rücksitzbank war, kommt es zu einer leicht schrägen Fläche.

          Vier Ausstattungspakete zur Wahl

          Die Ausstattung richtet sich nach vier Linien, deren Bezeichnungen (Authentique, Expression, Edition Dynamique, Privilege) für das französische Flair im Prospekt sorgen sollen. Mit Ausnahme der Variabilität des hinteren Gelasses vermißt man selbst in der Basisversion (der Verzicht auf elektrische Fensterheber schmerzt überhaupt nicht) wenig, es gibt ABS, Zentralverriegelung und eine elektrisch betriebene Servolenkung, die in allen Clio ans Werk geht und die vom Fahrer eine gewisse Gewöhnung erwartet. Sie arbeitet sehr direkt, aus der Geradeausfahrt heraus auch mit der Forderung nach mehr Kraft als dann später nötig ist. Die üppigeren Ausstattungsversionen verdichten sich zusammen mit den stärkeren Motorableitungen zu Preisen, die den Clio III dann wirklich in andere Sphären führen: So sind für den Privilege mit dem stärksten Dieselmotor ohne weitere Extras 16 950 Euro anzulegen, eine Klimaautomatik kommt im Paket mit CD-Radio für 1750 Euro, für den Privilege beträgt der Aufpreis noch 400 Euro.

          Sparsam und sicher

          Aus zwei Ottotriebwerken und einem Dieselmotor zaubert Renault sieben Leistungsvarianten heraus. Die beiden Benziner haben 1,2 oder 1,6 Liter Hubraum, halten je zwei Leistungsstufen bereit und bieten ausreichende Mengen an Durchzugskraft. Damit kommt der Clio III auf 157 bis 190 km/h und weist genormte Verbrauchswerte von 5,9 bis 6,6 Liter auf 100 Kilometer auf. Mit dem einheitlichen Hubraum von 1,5 Liter warten die mit gestaffelter Leistung antretenden Dieselmotoren auf. Sie zeichnen sich aus durch gute Durchzugskraft bei niedrigen Drehzahlen und sehr dezente Laufgeräusche. Renault nutzt hier fein dosierte Mehrfacheinspritzungen je Arbeitstakt, um die Verbrennung weicher und gleichzeitig schadstoffärmer ablaufen zu lassen. Drehmomentwerte von 160, 200 und 240 Newtonmeter bei Tourenzahlen deutlich unter 2000/min versprechen schaltfaules Fahren, der stärkste Diesel hat serienmäßig sechs Vorwärtsgänge. Laut Norm kommen die Diesel-Clio mit 4,4 oder 4,6 Liter 100 Kilometer weit.

          Großen Wert hat Renault auf die Steigerung der passiven Sicherheit gelegt. Davon zeugen das bereits prämiierte Crashverhalten und Bemühungen für die Kindersicherheit.

          Weitere Themen

          Doppelherz und mehr

          Neue Elektrische von Hyundai : Doppelherz und mehr

          Hyundai bringt den neuen Kona Hybrid und hat den Ioniq Elektro überarbeitet. Sie ergänzen die Palette der elektrifizierten Modelle. Wir sind mit beiden Probe gefahren.

          Topmeldungen

          Massentourismus vom Wasser kommend: Zwei Kreuzfahrtschiffen liegen im Geirangerfjord.

          Umstrittene Kreuzfahrtschiffe : Norwegen macht die Fjorde langsam dicht

          Es ist ein Geldsegen und ein Öko-Fluch: Seit kurzem gelten in fünf norwegischen Fjorden für Kreuzfahrtschiffe strenge Umweltauflagen, die die Luftverschmutzung begrenzen sollen. Glücklich sind die Menschen in der Urlauberhochburg Geiranger damit nicht.

          Vorwürfe im Vorwahlkampf : Trumps zwielichtiges Telefonat

          Donald Trump soll den ukrainischen Präsidenten aufgefordert haben, Ermittlungen gegen den Sohn seines möglichen Konkurrenten Joe Biden anzuschieben. Ging es auch um die Erpressung mit amerikanischen Finanzhilfen?
          Wer mit Thomas Cook auf Reisen geht, macht womöglich Quartier in der Casa Cook

          Touristik : Thomas Cook bemüht sich um Staatshilfe

          Der älteste Touristikkonzern der Welt kämpft ums Überleben. An diesem Vormittag ist der Verwaltungsrat zusammengekommen, um nach Möglichkeiten zu suchen, die Insolvenz zu vermeiden. Auch Staatshilfen sind im Gespräch.
          Kanzlerin Angela Merkel stellt mit ihrem Klimakabinett die Ergebnisse eines Kompromisses zum Klimapaket vor.

          Klimakabinett : Das deutsche Klima-Experiment

          Deutschland allein kann das Klima nicht retten. Aber andere Länder schauen genau darauf, wie Kanzlerin Merkel versucht, die Emissionen zu senken. Kann Deutschland Vorbild sein oder muss es über den Ärmelkanal schauen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.