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Navi-Systeme mit GPS : Der Kopilot wird immer klüger

Routenführung mit Verkehrsinformation: Hier zeigt sich Waze, das von Google gekauft wurde, auf einem Smartphone. Bild: Reuters

Das erste Navi-System kam vor 20 Jahren auf den Markt. Das Smartphone zwang die Hersteller zum Umdenken. Jetzt kommt die nächste Herausforderung: Das autonome Fahren.

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          Zum Ziel führen sie alle, die aktuellen Navigationssysteme. Der schöne Komfort, sicher und entspannt durch das Dickicht der unbekannten Großstadt geleitet zu werden, ist gerade mal 20 Jahre alt. 1994 debütierte das satellitengestützte Navigationssystem im Auto mit dem damaligen 7er BMW. In den Anfangszeiten boten die Navis der ersten Generation nur einen kleinen Bruchteil der heutigen Funktionalität und kannten zum Beispiel keine Straßen in Städten mit weniger als 50.000 Einwohnern. Man wurde stets ins Zentrum geführt.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Dennoch, die Technik war beeindruckend, wie unser Kollege Boris Schmidt aus dem BMW mit GPS-Empfänger in der Hutablage berichtete: „Das Eingeben des Fahrtzieles geht schnell, obwohl jeder Buchstabe einzeln angeklickt werden muss. Der Computer hilft, indem er nach Eingabe des ,F‘ die Buchstaben hervorhebt, mit denen es sinnvoll weitergeht. Schon nach ‚Frankf‘ kommt der Vorschlag ‚Frankfurt am Main‘. Am meisten verblüfft die Tatsache, dass die Kopilotin tatsächlich immer wusste, wo wir unterwegs waren.“

          Was früher ein Luxus in wenigen teuren Fahrzeugen war, ist mittlerweile Alltagstechnik für jedermann. Der Fortschritt legte jedoch einen Umweg ein: Bezahlt wurde die Technik durch Käufer der Oberklasse-Limousinen. Aber ihre Verbreitung im Massenmarkt begann mit den Windschutzscheiben-Navis zur Nachrüstung. Die Saugnapf-Apparate etablierten sich als günstige Alternative, wenn man sich die Anlage der Werksausstattung nicht leisten konnte oder wollte. Aber dieser Markt ist nun eingebrochen. Spülten die kleinen Wegweiser noch vor wenigen Jahren hohe dreistellige Millionenbeträge in die Kassen von Tomtom, Navigon, Garmin und anderen Herstellern, sind es derzeit nur noch bescheidene zweistellige Millionenumsätze.

          Das Segment wird von mehreren Seiten bedrängt: Die Anlagen für die Werksausstattung sind in den vergangenen Jahren nicht nur attraktiver und leistungsfähiger, sondern vor allem auch günstiger geworden. Moderne Systeme mit schickem Farbdisplay sind in der Kompaktklasse schon für weniger als 1000 Euro zu haben. Mercedes, BMW, Audi und Volkswagen bleiben teuer, es sind vor allem die französischen und asiatischen Hersteller, die sich als Preisbrecher mit Komplettsystemen profilieren, die neben der Routenführung auch noch einen Bluetooth-Freisprecher und die Musikwiedergabe aufweisen.

          Microsoft-Betriebssystem Windows Phone ist deutlich attraktiver

          Zum anderen sinken die Verkaufszahlen der mobilen Navis, weil die Nutzer für die Routenführung jenes Gerät verwenden, das immer in Reichweite ist, nämlich das Smartphone. So verwundert kaum, dass nahezu alle Navi-Hersteller schon seit Jahren Ableger der eigenen Software für Android und Apples iOS in der Hoffnung entwickelt haben, damit die fallenden Einnahmen im früheren Kerngeschäft ausgleichen zu können.

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          Aber die schon vorinstallierten Gratis-Apps gefährden auch dieses Geschäft. Ein Google- oder Apple-Smartphone bringt von Hause aus eigene Kartensoftware gleich mit, und die Routenführung mit Navigationsansagen ist ebenfalls dabei. Mit Google Maps und Apples Karten muss man allerdings während der Routenführung online sein. Bei Google kann man sich indes den erforderlichen Kartenausschnitt vor Fahrtbeginn herunterladen. Für die aktuellen Verkehrsinformationen ist in jedem Fall eine Internetverbindung erforderlich.

          Deutlich attraktiver stellt sich das Microsoft-Betriebssystem Windows Phone bei der Navigation auf: Die in allen neueren Geräten enthaltene Software speichert ihre Landkarten, die sich wiederum unentgeltlich für viele Länder dieser Welt laden lassen. So gelingt im Unterschied zur Apple- und Android-Lösung eine Routenführung ohne Datengebühren – und im Ausland ohne Roamingkosten. Ein weiterer Pfeil im Köcher ist, ebenfalls gratis, „Meine Strecken“, das fortwährend die Verkehrslage zwischen Wohnort und Arbeitsstätte prüft und auftretende Störungen sofort im Hauptmenü des Betriebssystems mit einer „Kachel“ anzeigt: perfekt für Pendler.

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