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Nachbau der Junkers F13 : Tochter Ju

Frischluftvergnügen: Pilot und Mechaniker der Junkers F13 sitzen im offenen Cockpit. Die Gäste geschützt dahinter in der Kabine. Bild: RIMOWA

Als Rimowa-Chef Dieter Morszeck Anneliese sah, musste er ihr Herz erobern - oder zumindest rekonstruieren. Schon alleine aus familiären Gründen. Bald soll sein Nachbau der Junkers F13 abheben.

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          Wer ständig aus dem Koffer lebt, möchte irgendwann sein eigener Pilot sein. Dieter Morszeck hat sich den Traum vom Fliegen längst erfüllt und ist begeisterter Privatpilot. Doch den Traum vom Traumflugzeug träumte der Unternehmer lange im Verborgenen. Dann begegnete ihm Annelise, und es war Liebe auf den ersten Blick. Die familiären Wurzeln ließen auch keine andere Entscheidung zu. Hugo Junkers’ aus Metall gefertigtes Verkehrsflugzeug hob im Juni 1919 zum ersten Mal ab, wurde zum Sinnbild friedlicher Verbindungen nach dem Krieg und später zum Vorbild für die von Vater Richard Morszeck entwickelten Reisekoffer aus gerillten Duraluminiumprofilen.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Nichts anderes als eine historische F13 konnte also die moderne Botschafterin von Rimowa werden. Aber woher nehmen? Obwohl bis zum Jahr 1930 fast 350 F13 gebaut worden waren, ist nur noch eine Handvoll erhalten. Sie stehen in Museen, keine einzige ist flugfähig.

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          Dieter Morszeck will die Legende nun wieder fliegen lassen. Binnen fünfzehn Monaten hat sein Team eine neue F13 zusammengefügt. 9000 Stunden Handarbeit stecken in dem Nachbau, ein 3D-Laser-Scan einer in Paris stehenden Maschine gab die Vorlage. 35.000 Nieten halten die 2600 Teile zusammen, 60 Kilogramm Lack machen sie zur fast echten Ju. In der geschlossenen Kabine finden vier Menschen Platz, geflogen werden sie von Pilot und Mechaniker im offenen Cockpit.

          Der 450PS starke Pratt&Whitney-Motor schafft 170 km/h, 600 Kilometer Reichweite sind drin. Sie wird nach Sichtflugregeln zugelassen. Weil Morszeck nicht nur Flieger, sondern vor allem Unternehmer ist, denkt er schon an eine Kleinserie. Doch vorher muss sein geliebtes Kind erst mal abheben. „Annelise 2“ wartet in der Schweiz auf ihren größten Moment: Für Mai 2016 ist der, das Wortspiel sei erlaubt, Jufernflug geplant.

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