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Historische Postfahrzeuge : Fridolins Freunde

  • -Aktualisiert am

Tag der offenen Tür: Der VW Fridolin (Volkswagen Typ 147) gehört zu den Stars der historischen Sammlung. Bild: Peter Thomas

Hier geht die Post ab: In Heusenstamm befindet sich im Depot des Museums für Kommunikation Deutschlands größte Sammlung von Postfahrzeugen. Am 17. Mai steht sie Besuchern offen.

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          Fridolin: Frisch und fröhlich, auch ein bisschen frech klingt der Name, dem die Beamten der Deutschen Bundespost Anfang der 1960er Jahre ihrem Kleinlieferwagen auf Volkswagen-Basis verpassten. Darin klang wohl auch die Erleichterung darüber mit, dass die Entwicklung des offiziell als VW Typ 147 bezeichneten Vehikels mit den ungewöhnlichen Proportionen so erfolgreich in eine Kleinserienfertigung gemündet hatte. Denn Volkswagen war zwar seit den Gründungsjahren der Bundesrepublik der mit Abstand wichtigste Fahrzeuglieferant der Post im Bereich Personenwagen und leichter Transporter. Aber Käfer und Bulli erfüllten eben nicht alle Anforderungen des staatlichen Brief- und Paketdienstes.

          Insbesondere zur Leerung von Briefkästen und im außerörtlichen Zustelldienst brauchte die Post ein Fahrzeug, das in der Größe zwischen den beiden VW-Serienmodellen angesiedelt war und das dabei möglichst viel Nutzraum bot. So entstand durch den Griff in den VW-Baukasten der Fridolin. Auch wenn der Hochdachkombi schon längst in den verdienten Ruhestand gegangen ist, hat er sich seine fröhliche Aura bis heute bewahrt. Das zeigt ein Besuch im Fahrzeugdepot der Sammlung des Museums für Kommunikation in Heusenstamm.

          Sammlung zeigt auch Schlitten, Kutschen und Zweiräder

          Diese größte Kollektion von Postfahrzeugen in Europa geht zurück auf das 1872 gegründete Reichspostmuseum, das wiederum zu den ältesten Technikmuseen der Welt gehört. Es zählt so renommierte Häuser wie die Museen der Smithsonian Institution und das Science Museum in London zu seinen Zeitgenossen. Auftrag des Museums ist es seit der Gründung, „das Nachrichtenwesen aller Völker und Zeiten vom Anbeginn bis auf die neueste Zeit“ zu dokumentieren, berichtet Frank Gnegel, Abteilungsleiter Sammlungen. Und dazu gehören eben nicht nur viele Regalkilometer mit Telefontechnik, sondern auch die Fahrzeuge zum Transport von Post und Personen sowie für alle Dienstleistungen rund um das Thema Telekommunikation und Funk.

          Dicht an dicht stehen in den von flachen Tonnengewölben überspannten Hallen vor allem postgelbe und fernmeldegraue Oldtimer mit Verbrennungsmotor und Elektroantrieb aus der gesamten deutschen Postautomobilgeschichte. Dazu kommen blaue (Rundfunktechnik der Deutschen Post der DDR), rote (Reichspost der NS-Zeit) und weiße (Deutsche Telekom) Autos sowie Kutschen und Schlitten, Zweiräder aller Art und sogar eine Einheit der Münchener Post-U-Bahn.

          Mittendrin, eingerahmt von einem ganzen Käfer-Schwarm, frühen Golf-Modellen sowie Transportern von Opel und Mercedes-Benz, steht Fridolin mit einladend offener Schiebetür. Fasst scheint es, als freue sich der kleine Lieferwagen auf den Besuch, der demnächst ins Haus kommt. Denn zum Internationalen Museumstag am 17. Mai öffnet das standesgemäß im ehemaligen Fernmeldezeugamt von Heusenstamm bei Frankfurt untergebrachte Sammlungsdepot seine Pforten für die Öffentlichkeit. Auf dem Programm stehen dann unter anderem Rundgänge durch die Fahrzeugsammlung und Führungen durch die anderen Depots mit mehr als 375 000 Objekten aus der Postgeschichte.

          Telekom-Trabi macht Besucher stutzig

          Aber auch rund um das Depot geht am 17. Mai im wahrsten Sinn des Wortes die Post ab. Denn im Außenbereich findet von 10 Uhr bis 17 Uhr das 9. Internationale Treffen der Sammler historischer Postfahrzeuge statt. Außerdem bietet das Museum für Kommunikation Fahrten in einem historischen Post-Omnibus der Marke DAAG (sieben Tonnen schwer, sieben Liter Hubraum und 60 PS Leistung) aus dem Jahr 1925 an.

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