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Motorradfahren : Nie ohne Jacke, Hose, Helm und Handschuhe

Hoppla: Dank aufwendiger Schutzkleidung verlaufen Stürze (hier Michael Schumacher auf dem Sachsenring) meist glimpflich. Auf der Rennstrecke trägt man nach wie vor Lederkombis. Bild: picture-alliance/ dpa

Kein vernünftiger Mensch fährt ohne Schutzkleidung Motorrad. Aber welche ist die richtige? Der Weg ins Fachgeschäft sollte nicht zu weit sein. Schon für weniger als 1000 Euro kann sich der Fahrer komplett und sicher ausrüsten.

          Längst vorbei sind die Zeiten, als eine Lederkappe, eine Brille und ein schwerer Mantel die Ausrüstung eines Kradfahrers waren. Heute muss es Funktionskleidung sein, und nicht jeder will gleich 1400 Euro für einen Einteiler aus Leder ausgeben. Und dann fehlen noch Helm, Handschuhe und die Stiefel. Gesetzliche Pflicht (seit 1976) ist dabei lediglich der Helm. Der Verzicht darauf kann das Leben kosten oder 15 Euro. Gut: In Deutschland sieht man eigentlich nie einen Motorradfahrer ohne Helm.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Alles andere ist Kür, aber kaum weniger wichtig. Wer es nicht glaubt, soll jene fragen, die sich ohne Schutzkleidung hingelegt haben. Da kann schon der kleinste Ausrutscher sehr schmerzhafte Folgen haben. So gesehen ist Leder immer noch die erste Wahl in Sachen passive Sicherheit, doch allenfalls 15 Prozent der (Neu-)Biker entscheiden sich für die Tierhaut.

          Textilbekleidung, die vor ungefähr 20 Jahren ihren Höhenflug begann, ist heute das Maß der Dinge. Sie ist wesentlich angenehmer zu tragen, steckt dank immer ausgeklügelterer Membran-Systeme so manchen Regenschauer weg und lässt einen vor der roten Ampel im Sommer nicht so verkochen wie eine Lederkombi.

          Textilkombis haben zudem in der Regel eine Innenhose und eine Innenjacke, die für wärmere Tage herauszunehmen sind. In den Fachgeschäften gibt es eine riesige Auswahl, für den Kauf einer Komplett-Montur sollte man mindestens anderthalb Stunden Zeit mitbringen. Alle großen Ketten haben ihre Eigenmarken und dazu vieles von dem im Angebot, was sich sonst noch auf dem Markt tummelt. Die untenstehende Tabelle zeigt drei Beispiele, wie man sich als Neu- oder Wiedereinsteiger ausrüsten kann.

          Kein Meter ohne Handschuhe

          Um die Theorie in die Praxis umzusetzen, sind wir bei Polo in Frankfurt als Kunde aufgetreten. Bei der Kombi fiel die Wahl auf eine Textiljacke, die an den wichtigen Stellen mit dem abriebfesteren Leder verstärkt ist. Zusätzliche Polster an den Ellenbogen und Schultern sind vorhanden, ein Rückenprotektor (29,99 Euro) kann dazugekauft werden. Die Jacke „Mohawk“ kostet 289,95 Euro (genannt werden jeweils unverbindliche Preisempfehlungen). Dazu nehmen wir die passende Hose, mit Knieschützern und Hüftprotektoren.

          Bei den Polo-Eigenmarken passen alle Hosen zu allen Jacken. Damenbekleidung ist anders geschnitten, die Preise differieren, kleine Größen sind etwas billiger, weil weniger Material nötig ist. Ob alles richtig passt, sollte man zumindest bei einer Sitzprobe (auf einem Stuhl) ausprobieren. Idealerweise hat man sein Motorrad dabei und schwingt sich drauf. Und kaum ein Fachgeschäft hat etwas gegen eine Proberunde.

          Endlich Sommer: Gut gerüstet für die große Tour. Gelber Helm als Kontrast zu dunkler Kleidung Bilderstrecke

          Zu den Füßen: Gute Motorrad-Schuhe sind so wichtig wie gute Handschuhe, auch hier sollte man nicht an der falschen Stelle sparen, wobei es generell immer ein wenig um Kompromisse geht. Wir möchten zum Beispiel mehr als nur ein paar Meter mit den Motorrad-Galoschen gehen können. Deshalb setzen wir auf die offenbar sehr bequemen kurzen Boots „FLM B2“ für 99,95 Euro. Sie sind wasserdicht und am Knöchel verstärkt. Stiefel, die auch die Schienbeine umschließen, wären sicherer, okay. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Für Stiefel kann man 400 Euro und mehr ausgeben.

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