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Motorradfahren : Nie ohne Jacke, Hose, Helm und Handschuhe

Bei den Handschuhen entscheiden wir uns für „Drive Mohawk“, wiederum passend zu Jacke und Hose und ebenfalls an den wichtigen Stellen verstärkt. Wir legen keinen Meter ohne Handschuhe zurück, leider schludern im Hochsommer viele Motorradfahrer in dieser Hinsicht. Ohnehin ist der Hochsommer ein „Problem“.

Auch die guten Textilkombis mit ihren Lufteinlässen machen sich dicke, wenn sieben Sonnen am Himmel stehen. Wer es ernst meint mit dem Hobby Motorrad, kauft sich noch eine reine Sommerkombi und fährt dann eben nicht in Jeans und T-Shirt. Oder er schwitzt ein wenig. Wer aber unkonzentriert fährt, weil im zu heiß (oder zu kalt) ist, gefährdet sich ebenfalls. Das ist ein immerwährender Zielkonflikt.

Auch bürotaugliche Hosen gibt es im Angebot

Unser Verkäufer rät uns noch zu einem Nierengurt, der nicht nur die Nieren wärmen, sondern sie stützen soll. Für 12,99 Euro (reduziert) ist er der kleinste Posten. Bleibt der Helm. Für viele kommt nur ein Integralhelm in Frage, der das Gesicht umschließt (die offenen Helme heißen Jethelme). Der Nexo Touring III in Signalgelb (159 statt 199 Euro) passt sehr gut, er gehört zur neuen Generation der Klapphelme, die sich leichter auf- und absetzen lassen.

Alle Waren, die Polo verkauft, sind übrigens vom TÜV Rheinland geprüft, nicht nur die Helme. Hier reicht die Preisspanne ebenfalls wesentlich weiter nach oben: 600, ja 1000 Euro lassen sich ausgeben. Wer sich über die Preisunterschiede wundert, achte auf Ausstattung, Material, Belüftung und Akustik.

Womit wir wieder beim Thema Kompromiss wären. Abgesehen von der Funktion als Wind- und Wetterschutz kauft man Kleidung, deren Hauptzweck hoffentlich nie zum Tragen kommen muss. Weil wir auch mal mit dem Motorrad ins Büro fahren und dort nicht immer das große Umziehen veranstalten wollen, nehmen wir noch eine mit Kevlar verstärkte Jeans mit (59,95 Euro), die mit Knie-Protektoren (19,99 Euro) für die kurze Tour taugt.

Bei 909,68 Euro bleibt der Zähler schließlich stehen (ohne die Jeans), wobei der Rückenprotektor meist gratis dazugegeben wird, wenn man sich komplett einkleidet, wie Verkäufer Thomas (man duzt sich unter Motorradfahrern) berichtet. So drei-, viermal die Woche komme jemand für ein komplettes Outfit. Louis und Hein Gericke, die wir ebenfalls nach einem Einsteiger-Outfit fragten, waren letztlich etwas günstiger, wobei Polo auch günstigere Angebote hatte, die uns aber nicht so gefielen.

Wir sind am Tag drauf gleich 303 Kilometer mit den neuen Klamotten gefahren, alles passte. Trotz nur 10 bis 15 Grad war es nicht zu kalt, der Helm ist nicht zu laut, es gibt genügend Lufteinlässe zum „spielen“. Die Schuhe hielten die Füße warm, und laufen kann man auch gut darin. Dass es zu Beginn der Tour von Amberg nach Frankfurt noch regnete, war kein Drama. Selbstverständlich waren noch Innenhose und -Jacke mit „an Bord“.

Nach langen Wochen des Wartens scheint der Sommer uns jetzt mit Sonne und trockenen Straßen zu verwöhnen. Die Motorradsaison kann endlich beginnen. Aber bitte nicht ohne vernünftige Ausrüstung.

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