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Fahrbericht Yamaha MT-03 : Wenn es etwas leichter sein darf

Die Yamaha MT-03 basiert auf dem Sportler YZF-R3. Bild: Hersteller

Die Yamaha MT-03 mit ihren 42 PS ist ein Paradebeispiel dafür, dass auch ein schwächeres Motorrad viel Spaß machen kann. Sie ist eine Maschine für jeden Tag.

          Täuscht der Eindruck, oder wird wieder mehr Motorrad gefahren? Vielleicht liegt es auch nur am bisher so bescheidenen Wetter. Wenn mal die Sonne scheint, ist jeder draußen, der ein motorisiertes Zweirad in der Garage hat.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die jungen unter den Bikern haben meist mit 16 Jahren den A1-Führerschein (125er, maximal 15 PS) gemacht und können dann nach zwei Jahren auf den 48-PS-A2-Führerschein umsteigen, sofern sie eine weitere praktische Prüfung bestehen. Wer Lust auf mehr hat, kann nach abermaligem Test frühstens mit 20 Lenzen in den Genuss eines „großen“ Bikes kommen. Ohne Vorerfahrung ist der Direkteinstieg für alles über 48 PS erst mit 24 Jahren möglich.

          Doch machen 100, 120, 140 PS wirklich glücklich? Die Yamaha MT-03 mit ihren 42 PS ist ein Paradebeispiel dafür, dass auch ein schwächeres Motorrad viel Spaß machen kann. Es basiert auf dem Sportler YZF-R3. Die Verkleidung fehlt, und diese Yamaha hat einen richtigen Lenker, keine Stummel. Es sitzt sich schön aufrecht, der Knieschluss mit dem Tank (14 Liter) ist perfekt, die Beine stehen nach einem Stopp sicher auf dem Boden. Der Fahrer blickt auf die Yamaha-übliche Mischung zwischen analogem Drehzahlmesser und digitalem Tacho nebst einigen anderen Informationen wie Füllstand des Tanks oder Motortemperatur. Die Spiegelarme sind zu kurz.

          Die MT-03 fühlt sich leicht und flott an, solange man sie gnadenlos dreht. Bilderstrecke

          Mit 42 PS aus 320 Kubikzentimeter Hubraum (wassergekühlter Viertakt-Zweizylinder) schöpft Yamaha die PS-Klasse nicht völlig aus. Dennoch fühlt sich die MT-03 leicht und flott an, solange man sie gnadenlos dreht. Bei 11 000 Umdrehungen in der Minute mahnt der Schaltblitz zum Hochschalten, das Getriebe (sechs Gänge) lässt sich leicht bedienen, auch der Leerlauf ist sehr gut zu finden. Weniger die Drehzahlorgien sind es, die uns die MT-03 so sympathisch machten, mehr geht es um ihre leichte Handhabung und das spielerische Fahren mit ihr. Das ist auf der Landstraße wunderbar und in der Stadt ein Riesenplus.

          Wir können uns die MT-03 gut als Erstfahrzeug für einen Studenten in der Großstadt vorstellen. Um die Alltagstauglichkeit zu erhöhen, gibt es einen Heckgepäckträger (rund 130 Euro) oder ein Topcase mit Montageplatte (rund 200 Euro), als Zubehör. Ein Hauptständer fehlt indes. Die Seitenstütze muss genügen. Nur wenn sie eingeklappt ist, startet der Motor.

          Die Autobahn ist nicht das Metier der kleinen Yamaha. Sie ist zwar mit 170 km/h Höchstgeschwindigkeit angegeben, mehr als 160 km/h laut Tachometer erreichten wir nicht. Gut, wir sind vielleicht zu schwer, und zum Flach-auf-den-Sattel-Legen 40 Jahre zu alt. Die Scheibenbremsen verzögern die trocken keine 160 Kilo schwere Yamaha gut. ABS ist Grundausstattung, an den Hinterrädern reagiert es sehr schnell.

          Unser Durchschnittsverbrauch belief sich auf moderate 4,2 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer, da kann man nicht meckern. Letztlich ist auch der Preis von 4995 Euro zuzüglich der Nebenkosten mehr als konkurrenzfähig. Gute 125er sind nicht viel billiger. Und der Unterschied zwischen 15 und 42 PS ist wirklich riesig. Sechs PS mehr würden der Yamaha aber gewiss guttun, das sind immerhin gut zehn Prozent mehr Leistung. Sonst gibt es aber wirklich nichts auszusetzen an der Yamaha MT-03.

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