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Motorrad-Messe Intermot : Grün und Weißblau fahren groß auf

  • -Aktualisiert am

Die Guzzi V7 Sport, rund 50 PS, wird im Rückblick als eine der Hübschesten gelten Bild: Hersteller

Auf der Intermot in Köln präsentieren die Zweiradhersteller mit mehr als einem Dutzend neuer Modelle neue Kaufanreize für einen seit Jahren schrumpfenden Markt. Am hellsten strahlt der Neuheiten-Stern in Halle 6.

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          Deutschlands Motorradmarkt prosperiert schon lange nicht mehr. Mittlerweile zehn Jahre in Folge sinken die Neuzulassungen, ein wichtiger Indikator. Dass die bis Sonntag dauernde „Intermot“ eine Trendwende bringt, glaubt denn auch in dieser Branche niemand. Aber man versucht, mit neuen, attraktiven Modellen die rückläufige Tendenz so gering wie möglich zu halten.

          Am hellsten strahlt der Neuheiten-Stern in der Kölner Halle 6, wo - erstmals seit Hondas Gold Wing 2001 - mit den beiden BMW-Modellen K 1600 GT und GTL große Reise-Motorräder mit Sechszylindermotoren ihre Weltpremiere erleben. Auch das zweite Sechszylinder-Projekt auf der Intermot stammt aus Deutschland: Die für Ende kommenden Jahres angekündigte Horex ist das Glanzlicht in der Halle 7. Während die meisten Hersteller zumindest eine oder zwei Neuheiten bringen und auf der Mailänder „Eicma“ in vier Wochen noch nachlegen, ziert sich Honda, größter Motorradhersteller der Welt; die Japaner warten mit der Präsentation ihrer Neuheiten noch bis 2. November in der Lombardei.

          Aprilia, bereits seit einigen Jahren zum italienischen Piaggio-Konzern gehörend, zeigt in Halle 7 zwei neue Modelle. Während die RSV4 mit dem Kürzel APRC sich nur durch das Vorhandensein einer Traktionskontrolle von den beiden bekannten Versionen des im Rennsport sehr erfolgreichen Aprilia-Superbikes unterscheidet, präsentiert man mit der Dorsoduro 1200 das erste Modell mit dem neuen 1,2-Liter-V2-Motor. Dieses sehr kompakte Triebwerk basiert auf dem 750-Kubikzentimeter-V-Twin, der schon die Modelle Shiver und Dorsoduro 750 befeuert.

          Die Sechszylinder-BMW K 1600

          In seiner jetzt erreichten maximalen Ausbaustufe mobilisiert der Motor 96 kW (130 PS) bei 8700 Umdrehungen je Minute und generiert ein maximales Drehmoment von 115 Newtonmeter bei 7200/min. Erfreulich, dass Aprilia die große Dorsoduro von Anbeginn wahlweise nicht nur mit Traktionskontrolle, sondern auch mit ABS offeriert. Es steht zu erwarten, dass es sich bei der Dorsoduro 1200 um ein höchst agiles Gerät vom Schlage einer Triumph Speed Triple oder KTM Super Duke handelt.

          Als erste Motorräder der Welt farbige TFT-Displays

          BMWs Supertourer K 1600 - als besonders fahraktive Version GT, in noch langstreckentauglicherer Variante GTL geheißen - protzt mit technischen Innovationen. Nicht nur, dass beide als erste BMW-Bikes einen Reihensechszylindermotor haben, sie weisen als erste Motorräder der Welt ein farbiges TFT-Display im Cockpit sowie optional ein stets höhenstabiles adaptives Kurvenlicht auf, das die Auswirkungen der Schräglage kompensiert. Ein besonderes konstruktives Merkmal des BMW-Sechszylinders ist seine mit 560 Millimetern geringe Baulänge, die eine schmale Silhouette ermöglicht. Auf Höchstleistung ist das Triebwerk nicht getrimmt; 118 kW (160 PS) mobilisiert auch schon die K 1300 GT mit Vierzylindermotor. Aber 175 Newtonmeter Drehmoment bei nur 5250/min stellen sogar Hondas Gold-Wing-Motor in den Schatten, und der misst immerhin 1800 Kubikzentimeter.

          Bedeutsam an der BMW ist, dass die Bayern extrem auf eine möglichst schlanke Linie geachtet haben; Lohn der Mühe ist ein fahrfertiges Gewicht von 319 Kilogramm, gerade mal 30 Kilo mehr als beim größten Vierzylinder-Tourer. Besondere Erwähnung verdient, dass der Benzinverbrauch des Sechszylinders sogar niedriger liegt als beim „kleinen Bruder“, wobei schon die K 1300 GT in ihrem Segment als sparsam gilt. Mit der Präsentation der Sechszylinder-Modelle hat BMW sein Pulver für 2011 noch nicht verschossen; schließlich harrt ja noch die R 1200 R der Ausrüstung mit dem Doppelnockenwellen-Boxermotor.

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