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Motorrad aus dem 3-D-Drucker : Zeigen, was möglich ist

  • -Aktualisiert am

Druckreif: Light Rider mit Elektromotor und Spezialrahmen. Bild: Hersteller

Die Airbus-Tochter AP Works baut den Light Rider. Das Besondere an dem Motorrad: Rahmen und Schwinge sind im 3-D-Drucker entstanden. Das bringt Vorteile mit sich – und einen saftigen Preis.

          Mit 35 Kilogramm leichter als jedes andere motorisierte Zweirad vor ihm ist der elektrisch angetriebene Light Rider der Airbus-Tochtergesellschaft AP Works aus Taufkirchen bei München. Rahmen und Schwinge des Fahrzeugs sind in einem 3-D-Drucker angefertigt worden. Zweiter Grund für das geringe Gewicht ist der Einsatz der speziellen Aluminiumlegierung Scalmalloy. Der Light Rider soll in einer Kleinserie von 50 Stück auf dem Airbus-Gelände gefertigt werden. Kaufpreis: 50.000 Euro.

          Hinter der Light-Rider-Entwicklung stehe die Absicht, die vielfältigen Möglichkeiten des 3-D-Drucks bis hin zur Serienfertigung augenfällig zu machen, sagte Joachim Zettler, Geschäftsführer von AP Works, bei der Vorstellung des Zweirads. AP Works ist ein hundertprozentiges Tochterunternehmen von Airbus, das weitgehend selbständig agiert. Das Vorgehen beschreibt Zettler folgendermaßen: „Ein Großrechner fand Algorithmen-basiert die bestmögliche Struktur, um die bei der Fahrt auftretenden Belastungen aufzunehmen.“ Das Ergebnis erinnere nicht zufällig an ein Exoskelett. Es sei ein Algorithmus angewandt worden, der bionisch arbeite. Dabei gäben natürliche Wachstumsprozesse vor, welche Lastpfade stärker auszuführen seien.

          60 Kilometer Reichweite, 80 km/h Höchstgeschwindigkeit

          Rahmen und Schwinge bestehen aus Tausenden von jeweils nur 60 Mikrometer dünnen Schichten. Scalmalloy wählte man, weil es einerseits hochfest ist und andererseits eine hohe Duktilität aufweist - es verformt sich also, bevor es bricht. „Noch fehlen Lenker, Spiegel und Bremslicht, aber die grundsätzliche Zustimmung des TÜV zum Bau einer Kleinserie liegt schon vor“, sagte Zettler. Angetrieben wird das Leichtgewicht, das Tom Enders, Airbus-Vorstandsvorsitzender und Präsentationsfahrer, mit einer Hand vom Podium hob, von einem 6-kW-Elektromotor. Die Batterie ist auf 60 Kilometer Reichweite ausgelegt, die Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h gedrosselt; technisch möglich wären 110 km/h. Bremshebel, Gabel und Federbein sind hochwertige Fahrradkomponenten von Magura oder Rock Shocks.

          Rahmen und Schwinge der 50 Kleinserien-Fahrzeuge sollen aus jeweils sechs Teilen zusammengefügt werden, um weniger Schweißarbeiten ausführen zu müssen; der Prototyp besteht noch aus zwölf Einzelteilen. Unabhängig davon dürfte es eines gehörigen Enthusiasmus bedürfen, um 50.000 Euro für ein elektrisches Leichtkraftrad auszugeben. Geschäftstüchtig hatte Zettler dem Airbus-Chef unmittelbar nach dessen erfolgreich beendeter Probefahrt einen schon ausgefüllten Kaufvertrag übergeben. Enders schmunzelte; der Kugelschreiber für die Unterschrift blieb aber erst mal in der Jackentasche.

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