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Motorrad : Italienische Nachspeise

  • -Aktualisiert am

Raumgleiter: Honda SW-T400, Hondas Rückkehr zu den Maxirollern Bild: Hersteller

Die Motorradbranche stöhnt. Nicht nur wegen der Finanzkrise, sondern auch, weil eine Großkampfmesse die nächste jagt. Der Messe-Stress innerhalb kürzester Zeit bereitet den Zweiradherstellern offenbar Verdruss.

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          Mailands noch immer neues Messegelände zieht die Zweiradfans in Scharen an: 600.000 waren es - nach italienischer Zählweise - im Vorjahr und damit dreimal so viele wie dieses Jahr in Köln, und dass es diesmal nicht weniger werden, dafür hat man sicher Vorsorge getragen: Schon am Pressetag wuselte es in den sechs geräumigen Hallen enorm, doch das lag nicht allein an der großen Zahl an Journalisten. Die Akkreditierungsmöglichkeiten lassen anscheinend allerhand Spielraum, so dass die Medienvertreter sich durch zahlreiche Kinderwagen-Schieber und Tragtüten-Sammler in ihrem Schaffen unterstützt sahen.

          Der doppelte Messe-Stress innerhalb kürzester Zeit bereitet den Zweiradherstellern offenbar Verdruss: Während KTM am Rhein mauerte und seine Neuheiten für Mailand aufhob, hielten sich nun Aprilia, Buell, Harley-Davidson, Kawasaki und Triumph zurück und präsentierten keinerlei zusätzliche Modelle. Damit erlitt der Mailänder Status als Premierenplatz schlechthin einen Dämpfer. Oder war diese Zurückhaltung nur temporärer Art und der Finanzkrise anzulasten? Eindeutige Antworten dazu gab es nicht.

          Ausgerüstet mit Zweiarmschwinge und Kettenantrieb

          Bei BMW registrierte man höchst erfreut, dass der Oktober - insbesondere in Amerika - einen hervorragenden Motorradabsatz gebracht hat. Lag man Ende September noch um 2,5 Prozent hinter dem Rekord-Vorjahresergebnis, ist dieser Rückstand nun auf 1,7 Prozent geschmolzen. „Nur ganz knapp“, sagte Hendrik von Kuenheim, Leiter von BMW Motorrad, werde man zum Jahresschluss gegenüber dem Vorjahr verlieren. Es wird deswegen mit einem Rückgang des Gewinns gerechnet; zum Ende des dritten Quartals ist er vor Steuern von 95 auf 80 Millionen Euro gesunken.

          Preiskämpfer: BMW F 800, scharf kalkuliert
          Preiskämpfer: BMW F 800, scharf kalkuliert : Bild: Hersteller

          Nachdem alle vier bisherigen Versionen der zweizylindrigen F-Baureihe in den vergangenen Jahren schon in Mailand präsentiert worden waren, durfte man dort auch dieses Jahr mit einer F-Premiere rechnen, und zwar einer verspäteten. Eine F 800 R als unverkleidete Roadster-Variante hätte schon 2006 kommen sollen, war damals aber in letzter Minute gestoppt worden. Auf Basis des S- und ST-Modells mit Einarmschwinge und Zahnriemenantrieb wäre sie zu teuer geworden. Nun ist sie mit einer Zweiarmschwinge und Kettenantrieb ähnlich den sehr erfolgreichen GS-Modellen (Absatzerwartung 20.000 Stück für 2008) ausgerüstet worden. Das ermöglicht den günstigen Preis von 7850 Euro. BMW hat gelernt, die bisher nur zäh absetzbaren Modelle F 800 S und F 800 ST leiden unter ihren hohen Preisen. Wer in der Mittelklasse reüssieren will, darf nun mal nicht die Bodenhaftung verlieren. Die 64 kW (87 PS) leistende F 800 R ist mit fahrfertig 199 Kilogramm sehr leicht geraten, was viel Fahrspaß erwarten lässt.

          Ein Naked Bike mit dem bekannten Testastretta-Triebwerk

          Dass Ducati in Mailand vom Leder ziehen würde, war erwartet worden. Das erfolgreiche Superbike 1098 kam mit vergrößertem Hubraum und gesteigerter Leistung als 1198. Die bringt es auf 125 kW (170 PS), die 1198 S glänzt darüber hinaus durch noch hochwertigere Ausstattung einschließlich einer in acht Stufen einstellbaren Traktionskontrolle. Für den Einsatz im öffentlichen Straßenverkehr bedeutsamer ist das neue Modell Streetfighter; hierbei handelt es sich um ein Naked Bike mit dem bekannten Testastretta-Triebwerk der 1098. Obwohl auf 114 kW (155 PS) „gedrosselt“, dürfte dieses Fahrzeug in puncto Fahrdynamik in der allerobersten Klasse mitspielen. Die S-Version der Ducati Streetfighter wird mit diversen Karbonteilen bestückt sowie ebenfalls mit einer Traktionskontrolle.

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