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Motorrad : Anwartschaft aufs Blaue Band

  • -Aktualisiert am

Für die große Reise bestens gerüstet: Honda Pan European Bild:

Gäbe es das Blaue Band für Motorräder fürs Durchqueren des europäischen Kontinents, der Honda Pan European wäre es so gut wie sicher.

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          Gäbe es das Blaue Band für Motorräder fürs Durchqueren des europäischen Kontinents, diesem Motorrad wäre es so gut wie sicher. Die Honda Pan European ist mit knapp 1,3 Liter Hubraum, verteilt auf V4-Zylinder und daraus resultierenden 93 kW (126 PS), nach der Gold Wing der zweitgrößte Tourer des japanischen Herstellers, sie ist ein wahres Dickschiff unter Dampf. Für 15990 Euro ist alles an Bord, was die Reise angenehm macht. Üppige Verkleidung schützt vor Wetter und Fahrtwind, die Frontscheibe läßt sich elektrisch in der Höhe verstellen, in der höchsten Rastung streichelt der Fahrtwind nur zart den Lack am Helm, die aufrechte Sitzposition ist selbst bei Spitzentempo (225 km/h) mühelos einzuhalten. Anstrengend ist allenfalls die bei solch schneller Fahrt aufkommende Nervosität des unbeladen rund 330 Kilogramm wiegenden Motorrads. Wie auch immer die Vorspannung am zentralen Federbein der hinteren Schwinge eingestellt wird - die Pan European neigt zum Pendeln. Und das besonders, wenn die serienmäßigen und farblich abgestimmten Koffer die Trägheit des Motorrad-Hecks verstärken. Die bei der jüngsten Renovierung des Modells erfolgte Versteifung des Leichtmetall-Brückenrahmens hat nicht zum gewünschten Ergebnis geführt. Bis 180 km/h ist der Geradeauslauf jedoch tadellos.

          Das schwere Motorrad überrascht ohnehin mit einer verblüffenden Leichtigkeit. Die Kurveneigenschaften sind einwandfrei, fast spielerisch lassen sich die fast sieben Zentner um die Kurven zirkeln. Die Honda beweist dabei eine gehörige Portion Spurstabilität, nur die Fußrasten stehen noch schärferen Schräglagen entgegen. Im Stand ist das Gewicht ebenfalls gut zu beherrschen. Ein ausklappbarer Griff auf der linken Seite erleichtert das Aufbocken auf den Hauptständer, das Beladen der Koffer gelingt mühelos, ein paar Spanngurte in ihrem Inneren würde die hervorragende Serienausstattung perfektionieren.

          Das Cockpit informiert mit Tacho, Drehzahlmesser und Bordcomputer, Durchschnittsverbrauch und Fahrzeiten werden signalisiert. Die analogen Instrumente sind gut ablesbar, die digitalen Anzeigen dagegen lassen sich bei Sonneneinstrahlung nur ungenau erkennen. Die Bremsen sprechen weich und bestens dosierbar an, erfreulicherweise bietet Honda ein ABS für die Pan European an. Die fünf Gänge des Getriebes lassen sich hinreichend gut schalten, manchmal dauert die Suche nach dem Leerlauf ein paar Sekunden länger, aber die Abstufung der Übersetzungen paßt, und dank des üppigen Drehmoments von 125 Newtonmeter vermißt man einen sechsten Gang nie. Das V-Triebwerk erreicht die maximale Durchzugskraft bei 6000 Umdrehungen in der Minute, erst knapp oberhalb davon treten zarte Vibrationen auf, ansonsten läuft der Motor rund und bietet genügend Leistung an. Der Treibstoffkonsum ist maßvoll, knapp sieben Liter Superbenzin auf 100 Kilometer sind nicht zu viel für einen Tourer dieser Gewichtsklasse, der Tankinhalt von 29 Liter erlaubt beachtliche Reichweiten.

          Der weitgehend wartungsfreie Kardanantrieb, die komfortable Federung und die vielen Staufächer in der Verkleidung (zum Teil sind sie abschließbar) machen die große Honda zum Meister der langen Strecken. Obwohl sie auch in der Stadt handlich ist, bleibt die Pan Europan vielleicht das beste Tourenmotorrad, wenn man von der leidigen Pendelei ab 180 km/h einmal absieht.

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