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Motorenkiller Nummer eins : Wenn der Zahnriemen altert

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Reißt der Zahnriemen, schlagen in den meisten Triebwerken die Kolben die stehengebliebenen Ventile krumm oder köpfen sie Bild: Tennen-Gas / Wikipedia

Gerissene Zahnriemen verursachen immer noch viele Motorschäden. Schuld daran tragen auch die Autofahrer, weil sie ihn zu spät austauschen. Denn neben hohen Laufleistungen hat der Zahnriemen einen weiteren Feind: das Alter.

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          Fluch und Segen liegen in der Technik oft nahe beieinander, wie die jüngst aufgetretenen Kollateralschäden bei Geothermiebohrungen in Staufen oder Wiesbaden eindrucksvoll bewiesen. Nicht jede Erfindung, die zunächst als Ei des Kolumbus bejubelt wird, erfüllt auf lange Sicht die Erwartungen. Ein typisches Beispiel ist der vor fast 50 Jahren erfundene Zahnriemen aus Kunststoff, der damals den Nockenwellenantrieb revolutionierte und der Vierventiltechnik den Weg bereitete. Die anfängliche Euphorie der Autobauer über seine unbestreitbaren Vorzüge - billig, einfach und geräuscharm - wich angesichts sich häufender Motorschäden inzwischen einer gewissen Ernüchterung. Man hat erkannt, dass der Zahnriemen im Alter immer häufiger von typischen Malaisen wie Bänderriss oder Zahnausfall heimgesucht wird, was in schwerwiegenden Fällen zum Exitus des Motors führt.

          Bis in die 1960er Jahre wurde in Viertaktmotoren aller Hersteller die Nockenwelle entweder über Stirnräder (Borgward, Ford, Opel, Porsche, Volkswagen) oder Rollenketten (Mercedes-Benz, BMW, Fiat, Alfa Romeo) angetrieben. In den oberen Fahrzeugklassen dominiert bis heute der Kettenantrieb. Die dritte Antriebsvariante hatte ihren Ursprung in einem Geistesblitz von Andreas Glas, Sohn des Goggomobil-Fabrikanten Hans Glas. Die Ironie der Geschichte besteht darin, dass in Dingolfing bis dahin ausschließlich Zweitakter gebaut wurden, die wegen nicht vorhandener Ventile gar keine Nockenwelle haben.

          Zahnriemen aus der Küchenmaschine

          Eines Tages zerlegte, so die Legende, Andreas Glas, genannt Anderl, eine defekte Küchenmaschine und stieß dabei auf einen winzigen Zahnriemen aus Kunststoff. So ein Teil, meinte er, könnte man doch auch im brandneuen Viertakter einsetzen, der gerade entwickelt wurde. Gesagt, getan: Im September 1961 debütierte auf der IAA der Glas S 1004 (992 Kubikzentimeter, 31 kW/42 PS) als erstes Auto der Welt, dessen obenliegende Nockenwelle von einem Kunststoffzahnriemen bewegt wurde. Hergestellt hatte ihn der Reifen- und Keilriemenlieferant Continental. Die Tochtergesellschaft Conti Tech zählt heute zu den Marktführern für dieses Produkt.

          Die Nachahmer ließen nicht lange auf sich warten: In den neuen 3,8-Liter-Rei-hensechszylinder des Pontiac Tempest implantierte man im Sommer 1965 das innovative Teil ebenso wie in den 1,4-Liter-Vierzylinder mit obenliegender Nockenwelle des Fiat 124 Sport Spider (November 1966). Weil in den siebziger und achtziger Jahren immer mehr neue Benziner und Diesel mit einer oder zwei obenliegenden Nockenwellen auf den Markt kamen, avancierte der Zahnriemen bei den meisten Herstellern schon bald zum Standardantrieb für die Ventilsteuerung. In Stückzahlen ist er das noch heute, wenngleich seit einigen Jahren immer mehr Hersteller nach leidvollen Erfahrungen reumütig zur Rollenkette zurückkehren. Selbst in vielen Kleinwagen (Mazda2, Opel Corsa, Toyota Yaris oder VW Polo) tut sie wieder Dienst.

          Bis zu 240.000 Kilometer

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