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Modelle der Zukunft : So will Opel in der Mitte der Gesellschaft aus der Krise

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Auf der IAA im Herbst debütiert der neue Astra (das gegenwärtige Modell fährt seit Herbst 2003 und wirkt müde) mit vier Türen und Heckklappe und ist bei den Händlern zum Jahresende. Der Astra Sports Tourer folgt 2010, kurz danach tritt der Astra GTC (unglaublich scharf gezeichneter Zweitürer mit Sportwagencoupé-Anmutung und einem zwischen 20-Zoll-Rädern eingespannten Athleten-Körper) auf.

Der seit 2003 gebaute Meriva wird ebenfalls 2010 von einem gleichnamigen Nachfolger abgelöst. Sein Clou sichert ihm eine Alleinstellung für den pragmatischen Alltagseinsatz: Die vorderen Türen öffnen konventionell, und die hinteren Türen sitzen mit den Scharnieren hinten und fallen in der Mittelsäule ins Schloss. Dadurch ergeben sich riesige Freiheitsgrade beim Ein- und Aussteigen.

Die Geburtsdaten von zwei weiteren Modellen sind noch unklar

Für die nächste Generation des seit März 2005 angebotenen Zafira II wird es 2012/2013. Dann wächst der Zafira in die Rolle des größeren, erwachseneren und gleichzeitig eleganteren Vans hinein. Weil er deutlich über 4,50 Meter in der Länge hinausragt, wird Raum nicht nur in ihm, sondern auch im Modellprogramm unterhalb des Zafira. Die Programmplaner bei Opel haben einen Trend ausgemacht, der neben Fullsize-Vans von 2014 an zu kleineren Raumwagen führt und überhaupt die Hinwendung an das kompaktere Format favorisiert.

Noch nicht definiert sind die Geburtsdaten von zwei weiteren Opel-Modellen: Weil der Corsa in seinem Segment eine führende Position einnimmt und laufend erneuert wird, bleibt er mindestens bis 2012 im Programm. Aber er bleibt nicht der kleinste Opel: Von 2012/2013 an ist ein knapper geschnittener, hyperkompakter Blitz-Wagen eingeplant, der mit einem pfiffig dimensionierten Dreizylinder-Turbo sowohl sparen als auch spurten soll. Opel-Chef Demant sieht ihn als Viersitzer und möchte sich in der Innenraumdisziplin den Toyota iQ nicht zum Vorbild nehmen.

Als zweite Neuerung über das Modellprogramm hinaus wird an einem kompakten SUV gearbeitet, der den zum Chevrolet Captiva baugleichen Antara ablösen soll. Allerdings mit dynamischerem Design und höherwertigem Auftreten.

„Mit diesen Autos fahren wir aus der Krise“

Unverändert stramm wird am Ampera gearbeitet. 2011 (2012 unter dem Markenlogo der britischen GM-Tochter Vauxhall) soll die Elektrolimousine antreten. Bei echten Kunden und nicht nur für ausgewählte Versuchskäufer.

Wenn er auf die Zeichen der Modellzukunft blickt, dann ist die (hohe) Stirn von GM-Europa-Chef Forster weniger umwölkt als mitunter in der Gesellschaft von Wahlkampf treibenden Politikern: „Mit diesen Autos fahren wir aus der Krise“, sagt er und ist sicher: „Opel fährt in der Mitte der deutschen Gesellschaft.“ Die Vergangenheit ist nicht das bevorzugte Thema bei Forster, der vor dem Wechsel an die Spitze von GM-Europe von 2001 bis 2004 schon Opel-Chef war. Er gibt lieber Gas für neue Modelle und blickt nach vorne, und auf die Frage, ob er an die Zukunft der im abgeschlossenen Rüsselsheimer Design-Zentrum präsentierten Modelle glaube, ballt er die Hände zu Fäusten und wird kämpferisch: „Ja – absolut.“ Dann muss er ans Mobiltelefon. Vielleicht ein Anruf aus Detroit oder aus Berlin. Dass Opel seine Zukunft aus anderen Händen erhalten muss, das ist die eigentliche Tragik des von Amerika dominierten Autobauers mit der deutschen Vergangenheit.

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