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Mobile Navigation : Wenn der Taschen-PC zum Navigationssystem wird

Da geht's lang: Navigon auf dem Display. Bild:

Wer nicht mit einem eingebauten Navigationssystem im Auto unterwegs ist, muß auf einen elektronischen Wegweiser nicht verzichten. Der „Mobile Navigator 5“ von Navigon ist ein zuverlässiger Begleiter.

          4 Min.

          Daß sich die kleinen Taschencomputer zur Verwaltung von Adressen und Terminen auch als mobiles Navigationssystem einsetzen lassen, ist nichts Neues. Wir haben immer wieder solche Systeme in Augenschein genommen, waren aber nie begeistert. Zum einen stören das Kabelgestrüpp und die wackelige Unterbringung des Pocket PC im Fahrzeug. Bei einer Vollbremsung oder einem Unfall wird die Elektronik zum gefährlichen Geschoß. Zum anderen konnte auch die Qualität der Taschen-Navis nicht überzeugen. Zugegeben: Wenn man Hard- und Software nur ein paar Kilometer auf dem vertrauten Weg zur Arbeit testet, sieht manches System gar nicht schlecht aus. Bei unseren Fahrten im Dauereinsatz in fremder Umgebung zeigte indes ein Großteil der Kandidaten ärgerliche Fehler und Aussetzer, war unpräzise oder stellte sogar seinen Dienst vollständig ein. Nun hat uns Hersteller Navigon seinen neuen "Mobile Navigator 5" für den Pocket PC überlassen, und plötzlich sieht die Welt ganz anders aus. Zwar ist auch hier die Inbetriebnahme mit etwas Aufwand verbunden. Läuft das System, arbeitet es jedoch fast so zuverlässig wie die fest eingebauten Kopiloten im Radioschacht.

          Michael Spehr
          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Zunächst stellt sich bei dem Navigon-Paket die Frage nach der richtigen Ausrüstung. Man braucht einen GPS-Empfänger, der die eigene Position ermittelt. Er ist via Kabel oder den Kurzstreckenfunk Bluetooth mit dem Taschencomputer verbunden. Der Mini-PC braucht neben der Software auch die elektronische Landkarte: auf einem Speichermedium mit wenigstens 256 Megabyte. Bei Navigon gibt es die Software inklusive Deutschlandkarte (und 26 weiteren Ländern zum Nachkaufen) für 130 Euro und zusammen mit einem GPS-Empfänger für 200 Euro. Dieses GPS-Modul hat es "in sich", denn man kann das zigarettenschachtelgroße Gehäuse öffnen und mit einem zusätzlichen TMC-Radiomodul (für den Empfang von Verkehrsnachrichten) und einem Bluetooth-Adapter bestücken. Jedes weitere Modul kostet 100 Euro. Zu den maximal 400 Euro für das Navigon-Paket kommt dann noch der Taschencomputer für weitere 300 bis 500 Euro: alles in allem ein teures Vergnügen.

          Lange Vorbereitung vor der ersten Nutzung

          Als erstes werden am Windows-PC die Navigon-Software installiert und die Landkarte auf die Speicherkarte kopiert. Das dauert etwa eine halbe Stunde. Anschließend muß die Software für den eigenen Pocket PC registriert werden, was am einfachsten via Internet geschieht. Wer Bluetooth verwendet, muß den GPS-Empfänger mit dem Pocket PC "koppeln": eine Prozedur, die unser MDA III von T-Mobile erst nach halbstündigem Kampf über sich ergehen ließ. Anschließend ist das System arbeitsbereit und zeigt sich von seiner Schokoladenseite. Nach dem Start gibt man eine Adresse oder ein Sonderziel wie bei fest eingebauten Navi-Systemen im Auto ein. Man kann auch die "letzten Ziele" aufrufen oder Adressen aus dem Kontaktverzeichnis des Pocket PC übernehmen, was allerdings nur funktioniert, wenn die Schreibweise ganz exakt den Navigon-Bestimmungen entspricht ("Strasse" funktioniert, "Straße" nicht).

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