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Toyota Mirai : Unterwegs mit dem Wasserstoffauto

In Fahrt: Der Toyota Mirai. Bild: Toyota

Manche glauben, das Wasserstoffauto ist die Zukunft. Wir sind mit dem Toyota Mirai 1350 Kilometer durch Deutschland gefahren. Da es nur 14 Tankstellen gibt, ist eine gute Reiseplanung Pflicht.

          Der Mirai (japanisch für Zukunft) ist eine 4,90 Meter lange, futuristische Limousine, über deren Schönheit man streiten kann. Wichtig für das Konzept erscheint die Unverwechselbarkeit, und die ist gewiss gegeben. Der Mirai holt seine Energie aus einer Brennstoffzelle, in der, vereinfacht gesagt, die Umgebungsluft und der mitgeführte Wasserstoff in einer exothermen Reaktion Strom erzeugen. Der wiederum treibt einen Elektromotor an. Der Mirai fährt also fast so leise und elektrisch wie jedes Elektroauto.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Nur beim stärkeren Beschleunigen zischt es vernehmlich in der Brennstoffzelle. Den Wasserstoff tankt man ähnlich wie Benzin. Dass es kaum Tankstellen gibt, ist eines der größten Probleme, in Deutschland sind es zurzeit ein gutes Dutzend, und davon jeweils mehrere in Hamburg und Berlin. Umstritten ist zudem die Umweltbelastung durch die Herstellung des Wasserstoffs.

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          Zu kaufen gibt es den Mirai außer in Japan in Deutschland, Großbritannien, Dänemark und Belgien. Er kostet 78 600 Euro. Wie weit der Mirai schon für den Alltag taugt, soll eine Fahrt von Düsseldorf über Hamburg, Berlin und Geiselwind nach Frankfurt zeigen. Damit sind schon fast alle Orte aufgezählt, in denen es Wasserstofftankstellen gibt, dazu kommen noch München, Stuttgart, Karlsruhe und Freiburg.

          In Düsseldorf übernehmen wir den Mirai an der dortigen Wasserstofftankstelle, die Air Liquide gebaut hat und eine der ältesten in Deutschland ist. Das französische Unternehmen gehört zusammen mit Linde, Shell, Total, OMV, BMW, Daimler, Ford, GM, Honda, Hyundai, Siemens, Toyota, VW und anderen zur Clean Energy Partnership (CEP), die sich auf die Fahne geschrieben hat, dem Wasserstoffantrieb zum Durchbruch zu verhelfen. Ziel ist, bis zum Jahr 2023 rund 400 Tankstellen zu betreiben. Bis Ende 2016 sollen es 50 sein. Rund eine Million Euro kostet das Errichten einer Wasserstofftankstelle. Es wird erwartet, dass der Preis auf rund 700 000 Euro sinkt, wenn die Nachfrage steigt.

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          Der gasförmige Wasserstoff - das leichteste Element in unserer Welt, 14 Mal leichter als die Luft - wird mit 700 bar Druck bei einer Temperatur von etwa minus 40 Grad in die zwei Tanks des Mirai gepresst. Beim Tanken wird die Zapfpistole ziemlich kalt, die Befüllung dauert rund drei Minuten. Der Mirai bunkert rund fünf Kilogramm Wasserstoff in zwei zylindrigen Hohlkörpern, der eine sitzt hinter der Rücksitzbank, der andere im Heck. Mit diesen fünf Kilogramm soll er rund 550 Kilometer weit kommen, der genormte Verbrauch beträgt 0,76 Kilogramm auf 100 Kilometer. Die Tanks haben ein Volumen von je 60 Liter, sie nehmen also viel Platz weg. Wenn man so will, ist das ein konzeptionelles Problem. Der Mirai ist trotz seiner enormen Länge nur ein Viersitzer, der zerklüftete Kofferraum hat ein Ladevolumen von bescheidenen 361 Liter, und Durchladen ist wegen der Wasserstofftanks unmöglich.

          114 kW (155 PS) leistet der Elektromotor und bietet ein maximales Drehmoment aus dem Stand von 335 Newtonmeter auf. Wie jedes Elektroauto hat der Zukunfts-Toyota also einen kräftigen Antritt, den wir aber im Sinne der Ressourcenschonung kaum ausnutzen. Gut 400 Kilometer sind es bis zur nächsten H2-Station in der Hafencity. Nach ruhigem Mitschwimmen im Düsseldorfer Stadtverkehr erreichen wir die Autobahn. Um kein Risiko einzugehen, stellen wir den adaptiven Tempomaten auf 110 km/h ein und rollen leise Richtung Norden. Es sitzt sich bequem auf Ledergestühl, das Armaturenbrett ist futuristisch, analoge Instrumente haben im Mirai nichts zu suchen. Das Navigationssystem funktioniert tadellos und führt direkt zu den Kollegen des „Spiegels“. Vor deren Haustür ist die Tankstelle. Hier gibt es nur Wasserstoff, auch die Hamburger Stadtbusse, von denen etliche damit fahren, fassen hier nach. Der Fahrer tankt selbst, wie sonst auch. Abgerechnet wird mit einer Karte vom CEP-Projekt.

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