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Mini und Audi A1 : Bitte keine normale Vierradware

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Bild: Hersteller

Die Ansprüche der Autokäufer wandeln sich. Das nächste Vehikel darf klein, muss aber nicht billig sein. Mit hoher Leistung und geringem Durst. Und es muss wie Mini oder A1 zum Kultauto taugen.

          Der Kult geht um. Es gibt Kult-Filme, Kult-Bücher, Kult-Getränke und endlich auch: Kult-Autos. Dazu zählen jetzt nicht mehr nur die Veteranen der Verehrung, sondern immer häufiger neue Autos. So gilt der Mini schon längst als Kult, und der Audi A1 wird als Anwärter gehandelt.

          Dass es sich bei Mini und A1 um Kleinwagen handelt, die mit dem Lorbeer der kultigen Verehrung geschmückt werden, entspricht dem europäischen Zeitgeist. Klein darf das neue Auto werden, billig muss es nicht sein, hohe Leistung kann es haben, mit dem Kraftstoff sollte es knausern, aber es darf auf keinen Fall gewöhnliche Vierradware sein. Diese Voraussetzungen erfüllen Mini und A1 mit unterschiedlichen Werten.

          Der Mini als automobile Wiedergeburt seines zwergenhaft-frugalen Vorläufers wird schon seit fast zehn Jahren unter Anlehnung und Anbindung an BMW-Marke und -Konzern verkauft. Er fährt vor dem Hintergrund der unsterblichen Mini-Legende, und sein Erfolgsgeheimnis ist eine Mischung. Nämlich aus Konzept (in jeder Ecke ein Rad und dazwischen wieselflinkes Fahrverhalten), Tradition und moderner Technik und einem Design, das zwar Erinnerungen weckt (vor allem bei den allmählich mit Silberhaar fahrenden Aktiv-Alten, die für das Original keineswegs nur freudvolle Gedanken haben), aber vom Mini-Meister-Stilisten Gert Hildebrand zwar geschichtsbewusst, aber ohne nostalgische Rührseligkeit gezeichnet worden war.

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          Hildebrand weiß natürlich um die Bedeutung der Mini-Historie, aber er interpretierte moderner, schlüssiger und ohne falsche Bescheidenheit. Nach kurzer Denkpause hatten große Teile der deutschen Schickeria (am Starnberger See gibt es nach der vornehmen Alster-Wohngegend die wohl höchste Mini-Population) den Mini so entdeckt, wie er geplant war: als Lifestyle-Fahrzeug im kompakten Format, für den bewussten Abschied vom gewohnten (VW Golf GTI) und der Hinwendung an ein neues Symbol des Understatements.

          Kompromissbelasteter Newcomer

          Der Audi A1 als kaum kompromissbelasteter Newcomer wird im Charakter geprägt als High-Tech-Auto im kühlen Kleid der Computer-Generation, mit der Abstammung aus dem VW-Konzern (unter der Karosse steckt jede Menge Technik vom VW Polo) und dem Versprechen auf jene Exklusivität, die nicht nur aus dem Preis entsteht. Wobei der A1 durchaus im Design die Nähe zur Marke suchen muss, sie auch findet, aber gleichzeitig jenen Abstand zu halten hat, der dem jüngsten und kleinsten Produkt der Oberklasse-Marke Audi auch zugewiesen wird. Die Gene der Familie führt der A1 überdeutlich am Bug ins Feld, dort prangt der typische (hier allerdings beinahe schon bescheiden wirkende) Kühlergrill. Die weiteren Design-Botschaften rücken den A1 nicht nur ausreichend nahe an die Marke, sondern auch ins Feld der Begehrlichkeiten seiner angepeilten Kundschaft: sachlicher, klarer Auftritt ohne romantische Schnörkel, aber nicht ohne Schärfe (harte Kante rundum) und eine kontrollierte Bösartigkeit (kurze Überhänge und der aggressive Scheinwerferblick der zum Angriff bereiten Giftschlange).

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