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Mini Cooper SE : Minimaler Stromschlag

Strom ist gelb: Mini Cooper SE mit dezent-markanter Bemalung. Bild: Hersteller

Mini schickt sich an, ein vollelektrisches Modell auf den Markt zu bringen. 200 Kilometer Reichweite für 32.500 Euro – da darf man maximal gespannt sein.

          Wenn es einer schafft, aus einem schwachen Paket einen starken Auftritt zu zaubern, dann Mini. Die britische Marke in Sphären von BMW schickt sich an, ihr erstes in Serie gefertigtes vollelektrisches Modell auf den Markt zu bringen. Die vor einem Jahrzehnt arg untauglichen Kriechstromversuche mit einer Kleinserie vergessen wir mal. Der neue Cooper SE nutzt die angejahrte Technik des BMW i3 und schlüpft in das sexy Dress des Zweitürers. Das ergibt knapp 200 Kilometer Alltagsreichweite zu Preisen, die je nach Ausstattungsniveau, von denen es vier gibt, zwischen 32.500 und 40.400 Euro liegen. Wen derlei nicht schreckt, der trifft auf ein dem Zeitgeist huldigendes Auto, das immer süß und knuffig ist, Mini eben. Nirgends anders als in der Stadt ist sein Revier, dort geht er mit seiner gelben Querspange in der Front und den gelben

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Außenspiegeln fesch zu Werke. 184 PS, 270 Nm Drehmoment und das ansehnliche Spurtvermögen von 0 auf 100 km/h in 7,3 Sekunden versprechen einiges an Freude. Selbige wird auf der Autobahn eingebremst, bei 150 km/h ist Schluss. 1365 Kilogramm sind zu bewegen, 145 mehr als mit Verbrennungsmotor.

          Geladen werden kann an Wechsel- und Gleichstrom, im schnellsten Fall sind bis 80 Prozent Ladezustand 35 Minuten zu veranschlagen, realistischer sind drei bis fünf Stunden an flinken Stationen. An der Haushaltssteckdose muss mit rund elf Stunden von leer zu voll kalkuliert werden. Wie immer gilt der Rat, eine Wallbox genante Wandladestation für daheim anzuschaffen, sie erfordert einschließlich Installation etwa 2000 Euro zusätzlich.

          Die Felgen schauen nach britischer Steckdose aus. Bilderstrecke

          Beladen mit Gepäck wiederum gelingt so wie im Zweitürer, das Kofferraumvolumen bleibt unverändert bei 211 Liter, wie überhaupt die Einschränkungen durch die Batterie kaum spürbar sind. Der Akku hat 32,6 kWh Bruttokapazität, was nach WLTP-Norm 235 Kilometer Reichweite bedeutet. Er liegt in T-Form im Boden, deswegen steht der Elektriker 1,8 Zentimeter höher. Man sitzt aber so knackig drin wie sonst. Der Tacho ist ein Flachbildschirmchen, recht hübsch als Solitär, aber stilistisch brechend mit dem großen Rundinstrument in der Mitte. Die Felgen schauen nach britischer Steckdose aus und kommen bei der Jugend gut an.

          Mini hat den Cooper SE genannten Elektriker zunächst statisch gezeigt, wie er fährt, reichen wir so bald als möglich nach. Im November startet die Produktion im Werk Oxford, die offizielle Markteinführung ist im Frühjahr. Cabriolet oder Viertürer soll es als elektrisches Modell nicht geben. Es muss Masse her, und wenn überhaupt, dann bringt die der zum Flanieren in München und Mailand prädestinierte Zweitürer.

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