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Messe Boot : Welcome to Düssel Beach

Auch ein Anker kann so schön sein. Bild: Wille

Der Nabel der Wassersportwelt liegt derzeit weder in Monaco noch in Miami, sondern ganz eindeutig am Rhein. 1900 Aussteller aus 71 Ländern füllen die 17 Hallen der Düsseldorfer „Boot“. Schauen wir uns ein wenig um auf der „größten Wassersportmesse der Welt“.

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          Der Nabel der Wassersportwelt liegt derzeit weder in Monaco noch in Miami, sondern ganz eindeutig am Rhein. 1900 Aussteller aus 71 Ländern füllen noch bis Sonntag, 26. Januar, die 17 Hallen der Düsseldorfer „Boot“. Aus aller Herren Länder reist das Publikum zum bunten Spektakel an. Schauen wir uns ein wenig um auf der „größten Wassersportmesse der Welt“.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Segeln sei die Seele des Wassersports, heißt es. Ohne Segel hätte Kolumbus die Neue Welt nicht entdeckt, heißt es. Kann sein. Aber hätte Kolumbus ein Schiff wie die silbergraue Luxusrakete Pershing 7X zur Verfügung gehabt, hätte er vielleicht doch die genommen. 50 Knoten, gut 90 km/h, macht der 35-Tonner mit zwei jeweils 1800 PS leistenden MAN-Zwölfzylindern und Oberflächenantrieben. An Bord gibt es alles außer Skorbut.

          Greta Thunberg wählte, wie wir wissen, das Segelboot „Malizia“ des Rennseglers Boris Herrmann für ihren Trip nach Amerika. Für den Hamburger beginnt nach einem besonderen Jahr, das ihm wegen der Greta-Reise ungeheure Aufmerksamkeit einbrachte, ein noch besondereres Jahr, das im Zeichen seiner Teilnahme an der Weltumrundungs-Regatta Vendée Globe steht. Am 8. November will der Achtunddreißigjährige in Les Sables-d´Olonne in See stechen, als erster deutscher Solo-Segler in der Geschichte der legendären Veranstaltung. Gemeinsam mit Renndirektorin Laura le Goff hielt Herrmann am Samstag auf der Boot-Bühne vor großem Publikum Ausblick auf das Rennen und bewies abermals, dass er nicht nur ein hervorragender Skipper, sondern auch ein eloquenter Redner ist.

          Vor zehn Jahren verwirrte das damals unbekannte Unternehmen Arcadia die Boot-Besucher mit einer Art Öko-Yacht, die nach schwimmendem Glashaus aussah. Die Idee zündete. Die 24 Meter messende Sherpa XL ist der neueste Wurf der Italiener. 220 Quadratmeter Wohnfläche, seitliche Beibootgarage im Rumpf, 23 Knoten Höchstgeschwindigkeit und 1400 Seemeilen Reichweite sind Merkmale des bullig, aber keineswegs billig wirkenden Boliden. Mit 6,5 Liter wird der Verbrauch je Seemeile (1,85 Kilometer) bei Marschfahrt von zehn Knoten angegeben. Mit Hilfe von Solarpanelen und einer aufwendigen Isolation an Bord soll der Einsatz des Generators zur Stromerzeugung verringert werden. Nachhaltig ist diese Industrie wahrlich nicht, aber manch einer gibt sich Mühe.

          Bavaria war mal eine Macht. Dann kam die Krise, schließlich die Pleite. Mit neuer Führungsmannschaft und neuen Modellen scheint es wieder voranzugehen, zur Freude der Fans der Frankenwerft. Die stehen in Düsseldorf Schlange vor der neuen C42. Das ist eine 12-Meter-Fahrtenyacht mit modernen Rumpflinien mit Kimmkanten, mutigem Design und frischem Layout - es tut sich was bei Bavaria.

          Elektroboote sind entweder langsam oder haben eine geringe Reichweite. Ein schwedischer Newcomer sieht die Lösung im elektrischen Fliegen. Auf Tragflächen hebt sich das Candela genannte, aus Karbon gebaute, im Design recht klassisch wirkende Boot bei 16 Knoten Fahrt aus dem Wasser. Beim bis zu 30 Knoten schnellen „Foilen“ reduziert sich der Energieverbrauch dem Hersteller zufolge um 80 Prozent. Zehn jeweils 245.000 Euro teure Exemplare sollen schon verkauft sein, vier davon an namhafte Tech-Unternehmer aus dem Silicon Valley.

          Dutch Craft gibt die Reichweite seines knuffigen Acht-Meter-Elektroboots DC 25 in Minuten an: 75 Minuten bei 32 Knoten Fahrt, 360 Minuten bei sechs Knoten. Die Modulbauweise des Kohlefaser-Boots soll einen einfachen Wechsel zwischen den Einsatzmöglichkeiten als Superyacht-Tender, als Tauchboot, Shuttle oder Familienkreuzer erlauben. 100 kW Dauerleistung und Akkupakete mit wahlweise 79, 106 oder 127 kWh stehen zur Verfügung. Das Hardtop überm Steuerstand lässt sich nach vorn klappen - zum Parken in der Garage der Superyacht beispielsweise.

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