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Mercedes SSKL : Donnergurke im Tiefflug

  • -Aktualisiert am

La Ola: Für den alten Mercedes-Benz macht der Pazifik die Welle. Bild: Hersteller

Mit seiner Stromlinien-Karosserie schrieb Manfred von Brauchitschs Mercedes SSKL Rennsportgeschichte. Jetzt fährt er wieder.

          4 Min.

          Ach, die Berliner Schnauze! In ihrer schonungslosen Direktheit hatten die Hauptstädter für Manfred von Brauchitschs Mercedes nur ein despektierliches „Gurke“ übrig, als das junge Nachwuchstalent am 22. Mai 1932 unter dem ohrenbetäubenden Lärm eines 7,1 Liter großen Reihensechszylinders an den Start des Internationalen Avus-Rennens rollte. Denn neben den konventionell konstruierten Alfa Romeo, Bugatti und Maserati im Feld sah der unlackierte Einbaum aus Aluminium tatsächlich aus wie eine Gurke, der jemand die Spitze abgebissen hat. Vom Bug bis zum Heck war alles unter einem Blech verkleidet – einzig die Räder, der Auspuff auf der rechten Seite und der Fahrer ragen noch heraus.

          Doch so unkonventionell die Karosserie dieses SSKL auch geformt war, so erfolgreich war das Auto. Der Newcomer von Brauchitsch fuhr den Helden Rudolf Caracciola auf seinem Alfa mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 194,4 km/h in Grund in Boden. Es war deshalb ein anderer Begriff, der von diesem denkwürdigen Rennen hängengeblieben ist. Vom „Silbernen Pfeil“ schwärmte der atem- und beinahe sprachlose Radioreporter Paul Laven in seiner Übertragung für den Südwestdeutschen Rundfunkdienst aus Frankfurt am Main, als der SSKL auf Siegkurs nach 15 Runden, 294,4 Kilometern und 1:30:52,4 Stunden mit einer Endgeschwindigkeit von 230 km/h über die Zielgerade flog.

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