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Mercedes-Benz Roadster SL : Fitness-Kur für den Altmeister

  • -Aktualisiert am

Bild: F.A.Z., Hersteller

Mercedes-Benz frischt seinen Roadster SL umfassend auf. Vorn bekommt er ein sportlicheres Gesicht. Elektrisch öffnet und schließt sich das stählerne Variodach. Eine Probefahrt.

          Nein, ganz neu ist der SL nicht. Seit 2012 ist die Mercedes-Baureihe mit der internen Bezeichnung R231 auf dem Markt, da wird es noch etwa vier Jahre dauern, bis der klassische, große Roadster aus Stuttgart ganz neu aufgelegt wird. Aber eine umfassende optische und technische Auffrischung kommt zur Halbzeit gerade recht. Denn schnelllebig ist die Zeit, was zum Modellstart noch utopisch war, kann sich längst zum gängigen Standard in der obersten Sportwagenklasse gewandelt haben. Insbesondere in Amerika, wo der SL anders als bei uns immer noch weit oben in der Kundengunst steht, erwarten die Käufer öfter etwas Neues als in der Alten Welt. Zumal sie eine Menge Geld dafür zahlen.

          Bei 99.097 Euro beginnt die Preisliste, dafür gibt es den SL 400 mit einem doppelt aufgeladenen Dreiliter-V6-Motor, der jetzt 367 PS (270 kW) leistet. Und für das Spitzenmodell, den Mercedes AMG SL 65 mit seinem 630 PS (463 kW) Sechsliter-V12, sind dann 239.933 Euro fällig. Damit gerät der SL auch ohne große Extras zum Viertel-Million-Dollar-Projekt.

          Intelligentes LED-Licht ist Serienausstattung

          Vorn bekommt der Roadster ein sportlicheres Gesicht. Der Kühlergrill ist breiter geworden und hat eine sanfte Trapezform, das soll an den Urahn der Serie von 1954 erinnern. Die Scheinwerfer - intelligentes LED-Licht ist Serienausstattung - ziehen sich in die Flanken, die Motorhaube straffen vier markante Sicken. Die Silhouette zieren seitliche Luftauslässe, und am Heck betont ein Diffusor die Breite. Innen warten Kontursitze mit optionaler Massagefunktion auf Fahrer und Beifahrer, Lederausstattung, Beheizung und Belüftung sind ebenso im Angebot wie die Nackentemperierung „Airscarf“ oder elektrische Sitzverstellung.

          Elektrisch öffnet und schließt sich auch das stählerne Variodach, das manchen Origamia-Meister ob seiner faszinierenden Falttechnik begeistern kann. Die SL-Piloten erfreut es dagegen mit Funktionsfähigkeit während der Fahrt, bis Tempo 40 km/h arbeitet der Mechanismus widerspruchsfrei und senkt das behütende Dach in etwa 20 Sekunden über die Köpfe. Automatisiert hat Mercedes-Benz außerdem die Kofferraumabtrennung, wenn Gepäck befördert wird. Sie senkt und hebt sich je nach Dachstellung elektrisch angetrieben und schützt Koffer und Taschen einerseits und die filigranen Gelenke der Dachmechanik andererseits. Das Kofferraumvolumen liegt entsprechend zwischen 381 und 241 Liter.

          Die Modellpalette krönt der Mercedes AMG 65

          Insgesamt stehen vier Motorisierungen für den SL bereit, zwei für die Mercedes-Benz-Versionen, zwei für die geschärften AMG-Ausführungen. Auf den Basisantrieb, der um 25 kW (34 PS) an Leistung zugelegt hat und 500 Newtonmeter Drehmoment zwischen 2000 und 4200/min abgibt, folgt der nahezu unveränderte 4,7-Liter-V8 im SL 500 (122 897 Euro) mit 455 PS und 700 Nm von 1800 bis 3500/min. Sie verbrauchen nach Norm 7,7 und 9,0 Liter Benzin auf 100 Kilometer und werden mit der neuen, neunstufigen Automatik kombiniert.

          Im Mercedes-AMG arbeiten im SL 63 ein V8 mit 5,4 Liter Hubraum und 585 PS, der 900 Nm Drehmomentspitze liefert und 10,1 Liter Treibstoff auf 100 Kilometer verlangt. Der Preis liegt bei 161691 Euro, die Modellpalette krönt der Mercedes AMG 65, dessen V12-Motor bis zu 1000 Nm Drehmoment abgibt und 11,9 Liter Benzin auf 100 Kilometer verbrauchen soll. In den sportlichsten SL-Versionen überträgt die bekannte Speedshift-Automatik mit sieben Stufen die Kräfte. Alle SL beschleunigen in weniger als fünf Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit wird elektronisch auf 250 km/h begrenzt. Wer das AMG-Driver-Package (3213 Euro) ordert, bekommt eine Anhebung des Spitzentempos auf 300 km/h und ein Fahrertraining.

          Das Fahrverhalten des SL kann über fünf Programme den jeweiligen Ansprüchen angepasst werden. Eco, Comfort, Sport und Sport Plus sowie eine individuelle Einstellung des Fahrwerks und der Kennlinien des Antriebsstrangs machen den Charakterwechsel aus. Neu ist das Curve-Programm, das die Karosserie in die Kurve neigt und so die Fliehkräfte verringert. Im April kommt der erneuerte SL in den Handel, gleich zum Start stehen alle Motorversionen zur Wahl. Die Preissteigerungen sind gering. SL 400 und SL 500 werden um rund 2000 Euro, die AMG-Versionen nur um 200 Euro teurer.

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