https://www.faz.net/-gy9-127su

Mercedes-Benz ML 450 Hybrid : Ein kräftiges Trio für immense Leistung

  • -Aktualisiert am

Den Weg nach Europa wird der ML 450 Hybrid vorerst nicht finden Bild: Hersteller

Mercedes-Benz reagiert auf die neuen Anforderungen und bietet jetzt zum ersten Mal ein Vollhybrid-Fahrzeug in den Vereinigten Staaten an. Der ML 450 Hybrid schöpft seine Kraft aus einem V6-Benzintriebwerk und zwei Elektromotoren.

          Amerika liebt SUVs, doch das keimende Bewusstsein für die Umwelt belastet die Beziehung zu den großen Autos mit den dicken Rädern. Mercedes-Benz reagiert auf die neuen Anforderungen und bietet jetzt zum ersten Mal ein Vollhybrid-Fahrzeug in den Vereinigten Staaten an.

          Der ML 450 Hybrid schöpft seine Kraft aus einem V6-Benzintriebwerk und zwei Elektromotoren, die Systemleistung beträgt 250 kW (340 PS). Das Drehmomentmaximum von 517 Newtonmeter sollte jedes Leistungsbedürfnis zufriedenstellen. Der Preis wird ein gutes Stück unter dem eines ML 500 (in Deutschland ab 72.000 Euro) liegen, beim Verbrauch glänzt der Hybrid-ML mit weniger als zehn Liter Superbenzin auf 100 Kilometer.

          Nur 7,8 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h

          Der Verbrennungsmotor des ML 450 entspricht dem in der S-Klasse verwendeten 3,5-Liter-V6, der nach dem Atkinson-Einspritzzyklus arbeitet. Bei diesem Verfahren werden die Einlassventile später als bei einem konventionellen Ottomotor geschlossen, also erst dann, wenn sich die Kolben schon in der Aufwärtsbewegung und der Verdichtungsphase befinden. Dies erhöht den Wirkungsgrad bei höheren Drehzahlen, führt aber zu einer schlechteren Leistungsausbeute bei niedrigen Touren. Für diese Betriebszustände steht jedoch im ML 450 ein Elektromotoren-Duo bereit, das aus dem Stand heraus mit 62 und 60 kW (85 und 82 PS) sowie den bereits bei geringster Drehzahl bereitstehenden Drehmomenten von 235 und 260 Nm für ordentlichen Vortrieb sorgt. Nur 7,8 Sekunden braucht der allradgetriebene ML 450 für den Sprint von 0 auf 100 km/h.

          Drei Motoren, und man sieht es nicht: Mercedes-Benz ML 450 Hybrid

          Untergebracht sind die beiden E-Maschinen in der Getriebeeinheit, in der drei Planetenradsätze und vier Kupplungen für die Kraftübertragung sorgen. Während die elektrischen Anschieber beim Anfahren und beim Zwischenspurt aktiv werden, verschiebt die elektronische Regelung bei steigender Motorlast und zunehmenden Leistungsanforderungen den Einsatz des Motorentrios von elektrischer auf konventionelle Kraftübertragung. Die vier Kupplungen verteilen das Drehmoment auf alle vier Räder.

          Den Weg nach Europa wird der ML 450 Hybrid vorerst nicht finden

          Im Schubbetrieb wird kinetische Energie wieder zurückgewonnen und in die im Kofferraum untergebrachte Nickel-Metallhydrid-Batterie gespeist. Die hat ihren Platz in der Reserveradmulde, was das Ladevolumen des ML von bis zu 2020 Liter unangetastet lässt. Der 83 Kilogramm schwere Akku ist flüssigkeitsgekühlt und arbeitet mit 288 Volt Spannung. Seine elektrische Leistung liegt bei 45 kW, die Kapazität bei 2,4 kWh. Die Batterie beliefert neben den E-Motoren die komfortspendenden Verbraucher an Bord wie die Klimaanlage oder das Audio-System. Im Stillstand stellt eine Start-Stopp-Automatik den V6 ab.

          Bei einer Probefahrt durch die Straßenschluchten von Manhattan und einer Fahrweise, die eher als Ampelspringen denn als Dahingleiten bezeichnet werden darf, zeigt sich das Antriebskonzept des Hybrid-ML von seiner besten Seite. Ganz nach Wunsch und entsprechend der Vorwahl des Beschleunigungsvermögens über den E/S-Schalter (Sport/Economy) sprintet der rund zwei Tonnen schwere ML los, beim Anfahren gelingt ihm das weitgehend geräuschlos, und selbst wenn der V6-Benziner zuschaltet, bleibt es leise im Innenraum. Die Automatik schaltet entweder stufenlos oder nach Tastenwahl im achtstufigen Modus, immer jedoch weicher als eine amerikanische Hotelbettmatratze. Allein die Bremsen lassen mit ungewohnter Härte beim Pedaldruck spüren, dass hier zumindest teilweise unkonventionell, nämlich mit dem Widerstand zweier umgepolter Elektromotoren, verzögert wird.

          Den Weg nach Europa wird der ML 450 Hybrid vorerst nicht finden. In der Alten Welt legt Mercedes-Benz den Entwicklungsschwerpunkt ganz klar auf den Dieselmotor.

          Weitere Themen

          Doppelherz und mehr

          Neue Elektrische von Hyundai : Doppelherz und mehr

          Hyundai bringt den neuen Kona Hybrid und hat den Ioniq Elektro überarbeitet. Sie ergänzen die Palette der elektrifizierten Modelle. Wir sind mit beiden Probe gefahren.

          Topmeldungen

          Länger leben : Kerle, macht’s wie die Frauen

          Von der Gleichstellung der Geschlechter profitieren auch Männer – sie sind gesünder und leben länger. Die regionalen Unterschiede, die in einer Studie sichtbar werden, überraschen.
          Viele Fragen an den Präsidenten in der Whistleblower-Affäre: Donald Trump beantwortet Reporterfragen vor dem Weißen Haus.

          Telefonat mit Selenskyj : Trumps Erpressung

          Für Donald Trump ist das Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten nicht verwerflich. Er sieht nichts Schlimmes darin, seine Macht zu nutzen, um politischen Konkurrenten wie Joe Biden zu schaden. Dabei beginnt der Skandal schon an anderer Stelle.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.