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VW California mit WC : Ein stilles Örtchen

  • -Aktualisiert am

Der schlanke T6 mag viele Qualitäten haben, großes Duschvermögen gehört nicht dazu. Bild: Hersteller

Der California ist der meistverkaufte Campingbus. Ihm fehlt aber, was vielen ein dringendes Bedürfnis ist. Jetzt baut VW ein WC ein, und nennt das Auto Grand California.

          Irgendwo stehen, legal oder wenigstens legitim. Übernachten zur Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit, heißt das im Amtsdeutsch. Hauptsache, es ist schön, die Kulisse pittoresk, das Panorama malerisch. Doch wenn es am Ende um die Körperhygiene geht, verliert die Idee an Dynamik. Zumindest, wenn die Camper in einem VW California unterwegs sind. Der schlanke T6 mag viele Qualitäten haben, das Angebot eines großen Duschvergnügens gehört nicht dazu. Auch eine Toilette gibt es nicht an Bord, und für manch einen Reisemobilfahrer, der sich in jungen Jahren damit arrangieren konnte, kommt diese Form von Verzicht nicht mehr in Frage.

          Aber weil die Idee, selbst ein Reisemobil zu entwickeln und übers eigene Händlernetz anzubieten, mit dem California so gut funktioniert hat, legt VW Nutzfahrzeuge (VWN) jetzt nach und bringt den Grand California auf die Stellplätze. Der nutzt statt des T6 den größeren Kastenwagen Crafter und kommt gleich in zwei Formaten ins Geschäft. Mit einem Querbett im Heck bei knapp sechs, mit Einzellängsbetten hinten bei rund 6,80 Meter Länge. Immer aber mit einer Nasszelle samt Waschbecken, Dusche und Kassettentoilette.

          Die Preise der Debütanten erscheinen wie eine Kampfansage an die gesamte Branche. 54 990 Euro verlangt VWN für die kurze Version, die größere Variante ist kaum teurer und steht für 57 100 Euro beim Händler. Auch Allradantrieb ist möglich, der aber geht ordentlich ins Geld. Während beim Grand California 600 noch moderate 4320 Euro Aufpreis für die 4Motion-Version fällig werden, kostet der Traktionsgewinn bei der 680-Version satte 6650 Euro. Immerhin ist die übrige Grundausstattung ausgesprochen umfangreich. Nicht nur der starke Diesel mit 177 PS, auch das Automatikgetriebe mit acht Stufen gehört zum Serienstandard. Seine Leistung schöpft der Selbstzünder aus vier Zylindern und zwei Litern Hubraum. 410 Newtonmeter maximales Drehmoment liefert die Maschine, das garantiert gute Durchzugsstärke auch bei voller Beladung, 3,5 Tonnen darf der Grand California maximal wiegen, eine Auflastung auf 3,88 Tonnen gibt es als Option, die besonders bei der langen und schon unbeladen schwereren Variante in Betracht gezogen werden sollte.

          Das ändert Volkswagen jetzt und nimmt dazu den Crafter.

          Der Innenraum ist durchgehend weiß, was manchem als zu steril und klinisch anmutet. Assoziationen zum Yachtbau sind erwünscht, der Fußbodenbelag ist zwar ein Laminat, aber gestaltet wie teakhölzerne Schiffsdielen. Den einzigen Farbtupfer setzt das aufpreispflichtige Ambientelicht. Ein umlaufendes LED-Leuchtenband kann in verruchtem Lila über saftiges Grün bis hin zu knalligem Gelb erstrahlen. Die Grundrisse beider Versionen folgen bekannten Strickmustern. Der 600 hat ein Doppelquerbett im Heck, der 680 nutzt die größere Innenraumlänge für zwei Einzelbetten in Längsrichtung, dazu gibt es noch einen Kleiderschrank, während beim kürzeren Modell eine Kleiderstange am Fußende der Liegefläche der Garderobe eine Heimat geben soll. Weiter vorn ist die Sitzgruppe zu finden, die beiden Sitze im Fahrerbereich können gedreht und um den Tisch gruppiert werden. Der lässt sich zwar aus seiner Wandführung aushängen, aber nicht vergrößern, wie es in dieser Klasse der Kastenwagen eigentlich üblich ist.

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