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Marode Brücken : Ein irre teurer Rheinfall

  • -Aktualisiert am

Aus der Ferne sieht die Rheinbrücke noch ganz gut aus. Doch bei genauer Betrachtung täuscht der Eindruck Bild: dpa

Die Schiersteiner Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden bröckelt - und das ist leider kein Einzelfall. Überall in Deutschland sind Brücken aus den sechziger und siebziger Jahren marode. Mit dem heutigen Verkehr sind sie schlicht überfordert.

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          Wer an Leverkusen denkt, dem fielen über Jahre zwei Dinge ein: das Bayer-Kreuz, eine an mehr als einhundert Meter hohen Stahlmasten befestigte illuminierte Lichtinstallation mit 1710 Glühlampen. Und die mit wechselndem Erfolg in der Bundesliga kickende Werkself des Bayer-Konzerns. Mittlerweile gibt es einen dritten Anlass, der Leverkusen in den Schlagzeilen hält. Die vom Kölner Stadtteil Merkenich zum rechtsrheinischen Leverkusen-Wiesdorf spannende, 1965 fertiggestellte und gut einen Kilometer lange Rheinbrücke Leverkusen. Eine an zwei Pylonen hängende, 37 Meter breite Schrägseilbrücke.

          Die Brücke ist alt und gebrechlich. Fachleute haben ihr einen kritischen Bauwerkszustand attestiert, nachdem man während einer Routinewartung Risse in der Tragwerkskonstruktion festgestellt hat. Das war Ende 2012. Seitdem wird an der Brücke repariert - hat man während der Sanierungsarbeiten doch immer wieder neue Schäden entdeckt, die eine umfassende Notinstandsetzung erforderlich machten. Die Brücke musste entlastet werden, um ihre Struktur zu schonen: Bis März 2013 wurde sie drei Monate lang für Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als 3,5 Tonnen gesperrt. Das Verbot wurde dann wiederaufgehoben. Eine Entscheidung, die man jüngst wieder korrigiert hat. Derzeit gilt abermals ein Fahrverbot für schwere Fahrzeuge - sowie eine generelle Geschwindigkeitsbegrenzung von 60 km/h.

          Normalbelastung von 22.000 Lastwagen

          Beide Restriktionen sieht der eine oder andere Lastwagenfahrer sportlich, sind die Ausweichrouten über die Brücken südlich von Düsseldorf beziehungsweise über die Bonner Rheinbrücken doch deutlich länger, sie kosten Zeit und Treibstoff. Bis zu 500 Lastwagen passieren täglich trotz des Verbots die Brücke, sagt Christof Siemons von der Kölner Polizei. Das klingt viel, bezogen auf die Normalbelastung von zuletzt 22.000 Lastwagen, die täglich über die Brücke rollten, relativiert sich das Ganze.

          Zum Schutz der Brücke stellt man den Gewichtssündern nach - auch, um ihnen 150 Euro Bußgeld abzuknöpfen. Die Polizei setzt dabei auf vier Blitzeranlagen, zwei auf jeder Brückenseite. Während die jeweils am Brückenanfang installierten Geräte Geschwindigkeitsüberschreitungen erkennen, hat man die in Brückenmitte aufgestellten Blitzer technisch so aufgerüstet, dass sie das Gewicht der Fahrzeuge erfassen. Das funktioniert präzise, meint Siemons. Beim Überrollen der in die Fahrbahn eingelassenen Induktionsschleifen wird ein Widerstandsstrom erzeugt, dessen Größe auf die Kraft schließen lässt, mit der die Reifen auf die Fahrbahn drücken. Das Hochrechnen auf das Fahrzeuggewicht ist dann nur noch ein Kinderspiel.

          Marode wie so viele andere Brücken aus den 60er und 70er Jahren: die Rheinbrücke in Leverkusen

          Insgesamt ist das eine recht ausgefuchste Technik, die der eine oder andere Lastwagenlenker meint, überlisten zu können. Da werden schon mal Nummernschilder überklebt oder kurz vor der Brücke abmontiert, um auf dem nächsten Parkplatz hinter der Brücke wieder angeschraubt zu werden. Auch raffinierte Nummernschild-Wegklappmechanismen hat die Polizei gefunden. Doch nicht alle der 30 bis 40 Kennzeichen-Manipulierer, die im Monat die Brücke überfahren, machen ihre Identifizierung richtig schwer. So übersehen sie, dass ihre Fahrzeuge oft üppig beschriftet sind, mit Firmenlogo und -adresse. Auch trauen sie der eingesetzten Kameratechnik offenbar nicht zu, dass sich damit die auf den Windschutzscheiben klebenden Umweltzonenplaketten so präzise abbilden lassen, dass das hier notierte Kennzeichen gelesen werden kann.

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