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Marktstart für den Jaguar XJ : Es gibt jetzt auch rationale Gründe, einen Jaguar zu kaufen

Traditionspflege: Der neue große Jaguar folgt den alten Linien Bild:

Einen neuen Jaguar XJ gibt es nicht alle Tage und einen wie diesen schon gar nicht: An diesem Wochende debütiert die siebte Generation bei den 90 Jaguar-Händlern, und (fast) nichts ist so, wie es einmal war.

          Einen neuen Jaguar XJ gibt es nicht alle Tage und einen wie diesen schon gar nicht: Am vergangenen Wochende debütierte die siebte Generation bei den 90 Jaguar-Händlern, und obwohl die Verwandtschaft zum Vorgänger deutlich zu erkennen ist, ist dieser Jaguar eine kleine Revolution: Seine Karosserie besteht komplett aus Aluminium, und dank Niet- und Schweißtechniken aus der Luftfahrt ist sie sogar selbsttragend. Der neue Jaguar bietet entscheidend mehr Platz im Innenraum und hat ein großes Kofferabteil. Obwohl der neue XJ technische Feinheiten wie Luftfederung, Sechsgang-Automatikgetriebe und andere Schmankerln bieten kann, wird er werbetechnisch nicht an die große Glocke gehängt. Es wird Plakatwerbung geben sowie Anzeigen in Tageszeitungen und in der Fachpresse, aber keine Fernsehspots. "Als kleiner Importeur können wir uns nicht leisten, immense Summen in die Werbung zu stecken", sagt Hennig Schindler, Marketing-Chef bei Jaguar Deutschland. (Angeblich hat BMW 19 Millionen Euro für den 7er ausgegeben, VW 22 Millionen für den Phaeton.)

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Man setze nach wie vor auf Understatement, 2000 ausgewählte (und durchaus "begeisterte") Kunden hätten den Wagen auch schon gefahren, dafür habe man vier Sneak previews in Deutschland veranstaltet. Lohn: 700 Bestellungen. Für Jaguar sei das ungewöhnlich. 2000 XJ will man in diesem Jahr noch verkaufen, 2004 sollen es 2700 werden. Neben der Technik und der Eleganz gebe es jetzt mit dem größeren Innenraum und dem üppigen Gepäckabteil (nebst Skisack und Durchlademöglichkeit gegen Aufpreis) zudem rationale Gründe, einen neuen Jaguar zu kaufen.

          Zum Marktstart stehen für den XJ vier verschiedene Motoren zur Wahl, ein Dreiliter-V-Sechszylinder, ein 3,5-Liter-V8 und zwei 4,2-Liter-V8-Motoren. Der Einstieg beginnt beim XJ6 3.0 für 59900 Euro. Wer jetzt einen Wagen bestellt, muß maximal acht bis zehn Wochen warten, heißt es bei Jaguar Deutschland. Vor der Alu-Technik müsse man keine Angst haben, es gebe drei Betriebe, die größere Unfall-Reparaturen ausführen können, für den Kunden entstünden dadurch keine Mehrkosten.

          Die angepeilte Jaguar-Klientel habe sich zwar nicht geändert, sagt Schindler, man setze aber selbstverständlich auf Eroberung, schließlich habe man bisher maximal 1500 XJ im Jahr verkauft. Warten muß die Kundschaft auf einen Dieselmotor. Jaguar arbeite an diesem Thema, heißt es. Eine Daimler-Variante wie bisher wird es für den XJ zunächst nicht geben. In Coventry ist man sich nicht sicher, ob diese traditionell noch luxuriösere Variante, die mit eigenem Namen auftritt, ins Schema paßt. Keiner denke aber daran, die Namensrechte aufzugeben (1960 kaufte Jaguar die englische Daimler, die als Lizenznehmer begonnen hatte).

          Im übrigen konzentriert sich Jaguar Deutschland auf eine Stärkung des Händlernetzes. Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit mit der Schwester Land Rover. Spätestens 2007 sollen alle Jaguar-Händler auch Land Rover anbieten. Die Zentralen sitzen schon unter einem Dach in Schwalbach/Taunus und bewirken Synergie-Effekte, wenn auch formal gesehen zwei Unternehmen bestehen, deren Geschäftsführer Reinhard Künstler ist. Künstler sieht Jaguar immer noch falsch eingeschätzt. Es sei zu wenig publik, daß es einen Jaguar schon von 28800 Euro an gebe. Es sei wie mit dem neuen XJ: Es gebe durchaus rationale Gründe, einen Jaguar zu kaufen.

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