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Motorradmesse Eicma : Die volle Ladung

  • -Aktualisiert am

Die Platzhirsche halten sich noch in Deckung

Wenn die Ankündigungen von Mailand wahr werden, kommt Elektro in Kürze auch in Gestalt von Motorrädern und Scootern groß in Fahrt. Nur ein paar Beispiele von vielen: Kymco, Roller-Riese aus Taiwan, stellte mit dem Revo Nex ein mehr als 200 km/h schnelles elektrisches Sportmotorrad in Aussicht, Markteinführung 2021. Malaguti, wiederbelebt unterm Dach der österreichischen KSR-Gruppe, will Ende 2020 seine ersten in Fernost gefertigten Elektromotorräder verkaufen, zunächst mit 8 kW Leistung für die Führerscheinklasse A1. Auch Mondial zeigt ein Elektromotorrad, Lambretta kündigt einen 325-Kubik-Roller als Konkurrenz zur großen Vespa an und lässt wissen, dass eine Elektrovariante in Planung sei. Peugeot will nach über Jahre nur lauwarmem Elektro-Engagement nun eine „Offensive“ starten; der zierliche 2,5-kW-City-Roller E-Ludix soll im Januar in verschiedenen Versionen ab 3500 Euro verfügbar sein. Italjet verspricht für 2020 die Rückkehr seines kultigen Scooters Dragster, zunächst mit Verbrenner; in Kooperation mit dem deutschen Importeur sowie einem Start-up aus dem Schwarzwald soll eine Variante mit einem patentierten, als innovativ beschriebenen Elektroantrieb erarbeitet werden. Die Vespa Elettrica existiert jetzt nicht nur in einer 45-, sondern auch in einer 70-km/h-Version.

Dagegen halten sich die Platzhirsche der Motorradwelt noch in Deckung, sie warten, zögern, analysieren. Kawasaki immerhin deutet mit einem unauffällig plazierten Ausstellungsstück, das nur aus Rädern, Rahmen und Elektroantrieb besteht, an: Wir sind bereit und könnten loslegen. Kawasaki zählt im Übrigen zu jenen Herstellern, die dem Trend folgen, Weltpremieren nicht erst zu Beginn der Messe zu präsentieren, sondern schon Tage oder Wochen vorher. Triumph informierte über einige seiner Neuheiten vor Monaten, Ducati kürzlich in Rimini. Yamaha verlegte den Akt vorigen Sonntag ins Internet. Am teils zweistöckigen Yamaha-Stand von enormer Größe ist trotzdem jede Menge los, wie vielerorts. Trotz des massiven Elektro-Aufmarsches wird konventionellen PS-Boliden nach wie vor die meiste Beachtung geschenkt. In Mailand kriechen Besucher förmlich in jeden Auspuff, speziell dann, wenn es sich um einen von Ducati, Aprilia oder MV Agusta handelt.

Mit Rennauspuff macht sie 212 PS locker

MV war die erste Marke, die voriges Jahr mit der Brutale 1000 Oro die 200-PS-Marke bei den Naked Bikes durchstieß, 208 Pferdestärken leistet ihr Reihenvierzylinder. Ein Jahr später ist dieses Ultra-Powerbike nicht mehr allein: Eine unvergoldete Basisversion für schlappe 30 000 Euro geht in Produktion, gefolgt von einer aufwendig lackierten und mit Karbonteilen ausgestatteten Variante namens Rush, deren Preis wir gar nicht wissen wollen. Mit Rennauspuff macht sie 212 PS locker. Kawasakis Kompressor-Rakete Z H2 hält mit 200 PS dagegen, während KTM sein Biest, die 1290 Super Duke R, überarbeitet und dabei noch ein paar PS aufgetrieben hat, so dass jetzt 180 beisammen sind. Ducatis Streetfighter V4 geht mit 208 PS an den Start. Wer bietet mehr?

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