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Lufthansa : Mercedes-Benz ist kein Hon-Circle mehr

Die S-Klassen werden durch Modelle von Porsche ersetzt. Bild: Gregor Schlaeger

Die Lufthansa chauffiert ihre wichtigsten Gäste künftig nur noch mit Porsche und VW Bus. Rauswurf wegen Ärgers oder Kündigung wegen der Kosten? Die Partner sind entzweit.

          Der Hon-Circle ist der Lufthansa exklusivste Klientel. Die Vielflieger der Sonderklasse werden in Frankfurt mit den Gästen der First Class an einem eigenen Terminal aufs Feinste betreut. Und sie müssen in Frankfurt oder München nicht zum Flugzeug laufen, sondern werden über das Vorfeld an die Maschine chauffiert. In welchem Auto, ist nicht ganz unerheblich im Sinne von Ansehen und Reputation. Bislang geschieht das in S- und V-Klassen von Mercedes-Benz und in den Modellen Panamera und Cayenne von Porsche. Wie es sich als fortschrittlicher Konzern gehört, setzt die Lufthansa die S-Klasse auch als Hybridversion ein. Damit ist es nun vorbei. Nach Informationen von FAZ.NET werden die S-Klassen nicht mehr verwendet, und auch die V-Klassen werden verbannt.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Über die Gründe gehen die zu vernehmenden Angaben auseinander, womöglich sind sie ein wenig mehrschichtig. Aus den Tiefen des Gewerks wird berichtet, an den im ständigen Kurzstreckeneinsatz gestressten S-Klassen sei der Hybridantrieb oft überfordert gewesen, was offenbar auch die Starterbatterie in Mitleidenschaft zieht, die Fahrer hätten häufig Starthilfe benötigt. Nun sei es genug mit dem Ärger.

          Stimmt das, wäre es nicht nur für den Hon-Circle misslich, sondern für die ganze Idee des an der Steckdose aufladbaren Hybridantriebs, denn gerade auf kurzen Strecken in der Stadt soll er ja in den Händen von Otto-Normalverbraucher seine elektrischen Stärken ausspielen. Außerdem quietschten die strapazierten Sitze der S-Klassen, heißt es in fliegenden Kreisen weiter, das sei der honorigen Kundschaft nicht länger zuzumuten. Alle 108 S-Klassen hat die Lufthansa dem Vernehmen nach ausgemustert. Auch von den Kleinbussen der V-Klasse wird unrühmliches berichtet, von defekten elektrischen Schiebetüren und sich unmotiviert auf die Häupter der wohlgekämmten Passagiere senkenden Heckklappen ist die Rede.

          Keine Einigkeit mit Lufthansa erzielt

          Mercedes-Benz sieht die Trennung anders. Ein Sprecher sagte auf Anfrage, Mercedes habe das Sponsoring des Hon-Circles eingestellt, das Unternehmen wolle die Kosten nicht länger allein tragen. Darüber sei mit der Lufthansa keine Einigkeit erzielt worden, weshalb der Vertrag per Ende März ausgelaufen und nicht verlängert worden sei.

          Dem Vernehmen nach summiert sich der von Mercedes-Benz getragene Betrag allein seit der letzten Verlängerung im Jahr 2013 auf einen mittleren einstelligen Millionenbetrag. Von technischen Schwierigkeiten etwa der Türen an der V-Klasse sei Mercedes nichts bekannt, das sei in den regelmäßig stattfindenden Qualitätszirkeln kein Thema gewesen. Zum Hybridantrieb äußerte er sich nicht näher.

          Die Lufthansa mag sich auf Anfrage nicht en Detail äußern, bestätigt aber, fortan komplett auf Modelle aus dem Volkswagen-Konzern umzustellen. Hier kommt ein anderer Argumentationsstrang ins Spiel. Operationelle Gründe nennt man dergleichen. Nur ein Hersteller mit nur einem Kundenservice verspricht niedrigere Kosten. Die S-Klassen werden durch zusätzliche Fahrzeuge von Porsche ersetzt. Und für Transportaufgaben, die vornehmlich Kleinbusse verrichten können, verlässt sich die deutsche Airline künftig auf den T6, also auf den VW Bus.

          Wer wieviel für die für beide Seiten attraktiv erscheinende Kooperation bezahlt, ist geheime Kommandosache. Der Hon-Circle der Lufthansa ist jedenfalls künftig vollständig in Wolfsburger Hand.

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