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Landung in Frankfurt : Lufthansa holt A 380 zurück

Matthias Sode und Richard Lenz (von links), beide Flugkapitäne der Lufthansa Bild: Michael Lamberty

An diesem Freitag landet die erste Maschine in Frankfurt. Es wird ein spezieller Flug, mit viel Emotion und ausgefahrenem Fahrwerk.

          2 Min.

          An diesem Freitag gegen 14.30 Uhr lohnt sich ein Ausflug an den Flughafen Frankfurt, es gibt eine kleine Sensation der Luftfahrt zu bestaunen. Er werde nie mehr zurückkehren, hatte Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr vorausgesagt, und nun ist er doch wieder da: Der Airbus A 380 kehrt in die Flotte der Lufthansa zurück. Im September 2021 waren die vierstrahligen Maschinen Geschichte, von Corona aus dem Verkehr gezogen, im spanischen Teruel eingemottet worden. Deep Storage lautet der Fachbegriff, er deutete schon an, dass nicht eben einfach ein Triebwerk wieder angelassen werden kann.

          Holger Appel
          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Doch die Luftfahrt erholt sich schneller als gedacht, die Lufthansa greift zur Kapazitätsausweitung sogar auf gebrauchte Boeing und Airbus moderner Bauart aus asiatischen Beständen zu, und so gilt auch im Falle des A 380: Nichts ist unmöglich. Emirates, ohnehin der größte Betreiber, aber auch British Airways oder Singapore Airlines entdecken das große Passagierflugzeug neu, von Ineffizienz ist nur noch verhalten die Rede, obgleich sich an den technischen Rahmendaten natürlich nichts geändert hat. Und so überbordend ist die Begeisterung denn auch nicht, der Hersteller Airbus schließt bis dato eine Neuauflage etwa mit leistungsfähigeren Triebwerken unter dem Markennamen Neo aus.

          Dreieinhalb Stunden Flugzeit

          Die Lufthansa holt nun drei oder vier Maschinen zurück, die erste trägt den Taufnamen Düsseldorf und die Kennung D-AIMK. Sie wird unter der Flugnummer LH 9921 gegen 11 Uhr im spanischen Teruel abheben und nach etwa dreieinhalb Stunden Flugzeit in Frankfurt landen. Die Flugzeit ist ungewöhnlich lang, da mit ausgefahrenem Fahrwerk geflogen werden muss. In Teruel besteht nämlich nicht die Möglichkeit, den Gear Swing genannten Test des Fahrwerks vorzunehmen. Dabei wird das Flugzeug aufgebockt, um zu prüfen, ob das Fahrwerk ordnungsgemäß aus- und einfährt. Darum müssen die beiden Piloten langsamer und etwas niedriger fliegen. Sie begleitet einiges an Emotion, der langjährige Chefpilot Jürgen Raps schickte eine Videobotschaft aus Arizona mit dem Satz, er habe nie daran gezweifelt, dass „mein Baby wieder in Dienst gestellt wird“.

          In Frankfurt wird jedes wiederbelebte Flugzeug rund zwei Monate Arbeitszeit in Anspruch nehmen, um wieder für den Liniendienst einsatzbereit zu werden. Räder und Bremsen werden ersetzt, Flüssigkeiten getauscht und aufgefüllt, Notrutschen instandgesetzt, alles in allem sind mehrere tausend Stunden an Wartung veranschlagt. Vom kommenden Sommer an soll die Düsseldorf und ihre Kolleginnen wieder regelmäßig fliegen. Sie wird in München stationiert. Stand jetzt. Denn wie man am längst abgeschriebenen A 380 sieht, ist in der Luftfahrt neuerdings nichts mehr mit Sicherheit vorauszusagen.

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