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Luftfahrtmesse Aero : In der Warteschleife

  • -Aktualisiert am

Futur II: Die Horten HX-2 ist ein Nurflügelflugzeug mit zwei Sitzen und fliegt auch schon. Bild: Hersteller

Auf der Luftfahrtmesse Aero am Bodensee sind Segelflieger, Propellermaschinen und Business-Jets unterhalb der Verkehrsfliegerei zu Hause. Auch viele neue Elektroflugzeuge sind zu sehen. Gekauft werden sie aber noch nicht.

          Jetzt also auch die Flugzeuge. Auf der Messe Aero in Friedrichshafen sind Segelflieger, Propellermaschinen und Business-Jets unterhalb der Verkehrsfliegerei zu Hause, und die stetig zunehmende Zahl von Elektroflugzeugen ist unübersehbar. Es gibt sie in Form von Ultraleichtflugzeugen, als Motorsegler oder als Trainingsmaschinen vor allem für Flugschulen. Allerdings gibt es bei aller Euphorie über die neue und ökologische Technik eine deutliche Parallele zum Automobilbereich: Elektrisch angetriebene Flugzeuge werden bestaunt, aber noch nicht gekauft.

          Das liegt zum einen an den Kosten. E-Flugzeuge sind teurer als vergleichbare Maschinen mit Verbrennungsmotor. Die Stückzahlen sind noch winzig, die Luftfahrt-Zulassung der elektrischen Antriebstechnik und der Akkus jedoch aufwendig und damit kostspielig. Aber vor allem fehlt es bisher an Reichweite und Infrastruktur. Was im Elektroauto unangenehm, aber zumindest praktikabel ist, also das Fahrzeug mit leerem Akku einfach am Straßenrand zu parken, ist mit einem Flugzeug keine Option. Einmal in der Luft, kann Gegenwind oder das erforderliche Umfliegen von schlechtem Wetter den Plan A eines Piloten zunichtemachen. In der Fliegerei aber muss immer genügend Reserveleistung zum Erreichen eines Ausweichlandeplatzes vorhanden sein. Gut geeignet sind Elektroflugzeuge allerdings für Flugschulen zum Üben von Platzrunden, also wiederholtes Starten und Landen am gleichen Flugplatz. In diesem Fall kann ein Akkusatz nach etwa einer Stunde Flugbetrieb entweder getauscht oder aufgeladen werden. Problematisch bisher allerdings: Ladesäulen gibt es an Flugplätzen nur in Ausnahmefällen. Noch scheint der Elektroantrieb in der Aviatik eher Zukunftsperspektive als Alltag zu sein.

          Dennoch gibt es spannende Entwicklungen wie die hybridelektrischen Motoren von Siemens E-Aircraft. Die sind leicht und haben verschiedene Leistungsstufen. Dabei übernimmt der Elektromotor immer den Antrieb des Propellers, während ein Verbrenner im Rumpf versteckt einen Generator antreibt, der die Akkus im Flug auflädt und als Reichweitenverlängerer dient. Auf der Messe gab es mehrere neue Elektroflugzeuge wie den Taurus von Pipistrel, den Motorsegler NIX oder das elektrifizierte und jahrzehntelang bewährte Ultraleichtflugzeug C42 von Comco Ikarus zu sehen. Alle fliegen bereits, sind teilweise schon zu kaufen oder sollen von etwa 2020 an auf den Markt kommen. Sogar die Weltpremiere eines neuen Elektroflugzeugs namens V600 von AutoflightX aus dem oberbayerischen Gilching wurde gefeiert. Das ein- bis zweisitzige Flugzeug mit vier Elektromotoren, die Rotoren antreiben, soll senkrecht starten und landen können. Das futuristisch aussehende Flugzeug hat acht Meter Spannweite und ist in der Konfiguration eines Entenflüglers ausgeführt, besitzt also kein Leitwerk. Wann der spektakulär aussehende Senkrechtstarter zum ersten Mal fliegen soll, ist allerdings nicht bekannt.

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