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Lastwagen : Eine Zeitreise des Fortschritts

  • -Aktualisiert am

Ein alter Mercedes Frontlenker-Lastwagen Typ LP 710 Bild: Norbert Schnitzler

Testfahrten von Stuttgart nach Mailand bewiesen: Die neuen Modelle sind doppelt so gut, wie die alten. Denn die waren durstig nach Diesel, grottenschlecht beim Schadstoffausstoß und unglaublich schwer zu lenken.

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          Autos von heute sind mit denen aus den fünfziger Jahren nicht zu vergleichen. Dass es bei den Lastwagen ebenso ist, zeigte Mercedes-Benz unlängst bei seiner Alpentour 2010, bei der 120 Medienvertreter aus Europa, Brasilien und der Türkei auf eine Zeitreise gehen konnten. Gefahren wurde die San-Bernadino-Passstrecke. An den Lenker eines der ganz alten Exemplare à la Mercedes-Benz LP 333, Baujahr 1960, durften die Journalisten aber nicht, die etwas rüstigeren Exemplaren aus den achtziger Jahren traute man den Kollegen schon zu. Zum direkten Vergleich traten zudem Neuwagen aus der Actros-Familie an.

          Die direkte Vergleichsmöglichkeit verfehlte ihre Wirkung nicht: Mein Gott, was war die Arbeit hart damals. Die Autos waren laut, langsam und unkomfortabel. Dabei durstig nach Diesel und grottenschlecht beim Schadstoffausstoß. Bei einer Vergleichsfahrt im Vorfeld trat ein Mercedes-Benz LP 1620, Baujahr 1964, gegen einen aktuellen Actros 1844 an. Gefahren wurde eine Tour von Stuttgart nach Mailand und zurück. Das wesentliche Ergebnis der dokumentierten Messungen: Beim Verbrauch und der spezifischen Kohlendioxidemissionen je Tonne Nutzlast ist der Neue doppelt so gut wie der Oldie. Partikel und Stickoxide wurden fast gänzlich eliminiert (minus 98 Prozent).

          Bergabwärts sicher und trotzdem bis zu 77 km/h schnell

          In absoluten Zahlen verbrauchte der LP 1620 auf der rund 1160 Kilometer langen Strecke Stuttgart-Mailand-Stuttgart knapp 20 Prozent mehr Diesel als der Actros. Je Tonne Nutzlast und 100 Kilometer Wegstrecke konsumiert der Veteran 2,34 Liter je 100 Tonnenkilometer, der Neue begnügt sich mit 1,27 Liter. Ein anderes Thema ist das Tempo. Die Transportgeschwindigkeit ist ein ganz wesentlicher Erfolgsfaktor für das Transportsystem Nutzfahrzeug. Auf der Vergleichsfahrt schleppte der 440er-Actros seine 25-Tonnen-Fracht mit einem Schnitt von 76 km/h zum Ziel. Der 46 Jahre ältere, 200 PS starke LP 1620 brachte es auf 58 km/h - bei nur 16 Tonnen Ladung an Bord.

          Noch deutlicher wird der Fortschritt, wenn die Fahrtzeiten miteinander verglichen werden. Der Actros benötigte 15 Stunden und 14 Minuten. Der Oldie kam nach 20 Stunden und acht Minuten ans Ziel. Dabei zwang er beim An- und Abstieg zum San Bernardino die Autofahrer hinter sich zu viel Geduld: Aufwärts schaffte er rund 29 km/h und abwärts maximal 36 km/h (wegen der schlechteren Bremsen.) Der 440-PS-Actros war bergauf rund 45 km/h schnell und bergab, dank hydrodynamischer Dauerbremse plus Scheibenbremsen rundum, sicher und trotzdem mit bis zu 77 km/h unterwegs.

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