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Land Rover : Rente mit 67

Am 30. April 1948 hatte der Land Rover Messe-Debüt Bild: Stefan Thiele

An diesem Dienstag wird der Land Rover 65 Jahre alt. Wir gratulieren zum Geburtstag und stellen fest, dass der Klassiker erstaunlich modern ist. Schade, dass die Produktion in zwei Jahren eingestellt werden soll.

          Die Liste der Autos, denen man alles verzeiht, ist kurz. Land Rover hat solch einen Glücksfall im Programm - wer ihn besitzt, möchte einen anderen Wagen nicht geschenkt haben. Sympathisanten hat das kompromisslose Gefährt sogar dort, wo man es nicht vermutet hätte: Als die Grünen Anfang der achtziger Jahre mit Rauschebärten und Blumentöpfen in den Bundestag einrückten, einte sie der Groll auf Atomkraft und Kraftfahrzeuge; aber nicht wenige waren geneigt, für den Land Rover eine Ausnahme zu machen. Sie waren mit der Serie Daktari großgeworden und wussten, dass man dort, wo die Natur noch in Ordnung ist, ohne einen Land Rover nicht hinkommt.

          Der Innenraum ist trotz der geringen Außenabmessungen großzügig
          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          So muss ein Geländewagen aussehen. Die Typenbezeichnung 88 beschreibt den Radstand in Zoll, unser Testwagen ist also die kurze Ausführung. Die Überhänge sind klein, die Bodenfreiheit ist groß. Mit der Stoßstange an der Böschung hängenzubleiben ist deshalb gar nicht leicht, und man kann auch größere Brocken unter die Räder nehmen. Die zeitlose Form spiegelt die Erfahrung im Bau von Geländewagen; die Scheinwerfer liegen geschützt vor Ästen und Gestrüpp nach innen versetzt, und wo man vom Fahrersitz aus kein Blech mehr sieht, hört das Auto auf. Wegen der Starrachsen vorn und hinten bleiben Spur, Sturz und Bodenfreiheit beim Einfedern unverändert. Knietiefes Wasser lässt sich durchfahren, weil alle empfindlichen Teile hochgelegt sind, das Wasser im Fußraum verschwindet später, wie es gekommen ist.

          Der Land Rover hat einen stabilen Leiterrahmen, der auch mal einen kräftigen Bumms aushält, die Karosserie ist aufgeschraubt. Statt des elektronischen Schnickschnacks, der in vielen sogenannten Geländewagen eine ordentliche Technik ersetzen soll, gibt es ein Verteilergetriebe, das die Übersetzung von 1,15 (Straße) auf 2,89 (Gelände) reduziert. Das erlaubt vorsichtiges Kriechen bergab und das Erklimmen furchterregender Steilhänge. Achsdifferentialsperren sucht man bei Land Rover vergebens. Der 88 braucht sie auch nicht. Der Land Rover ist eine Geländewutz, dort lässt er sämtliche SUV stehen.

          So muss ein Geländewagen aussehen

          Der Autobauer aus Solihull war schon immer bekannt für innovative Technik: Der Motor wird nicht mit dem Schlüssel angeworfen, sondern mit dem Starterknopf. Schmale Räder vom Format 7.00 senken den Rollwiderstand. Der Karosseriekörper besteht nicht aus Stahl, sondern aus Aluminium. Der konsequente Leichtbau beschert dem 88 ein niedriges Gewicht. Unser Testwagen wog mit 1405 Kilogramm allerdings etwas mehr als in den Papieren angegeben. Das ist vielleicht den Extras geschuldet, denn er war mit Reserverad auf der Motorhaube, einem zusätzlichen Außenspiegel und Heizung ausgerüstet.

          Der Innenraum ist trotz der geringen Außenabmessungen großzügig. Auf 130 Zentimeter Breite sind drei Sitze untergebracht, die mit abwaschbarem Kunststoff bezogen sind und Stauraum abdecken. Wer auf dem mittleren sitzt, sollte aber den Fahrer und dessen Auto kennen, damit er rechtzeitig vor dem Schaltvorgang die Beine in Sicherheit bringen kann. Keine Kopfstützen behindern die Rundumsicht. Dahinter erstreckt sich eine Fläche von 160 Zentimeter Breite und 120 Zentimeter Länge. Eine hinderliche Ladekante gibt es nicht, 120 Zentimeter hoch darf der Kühlschrank sein, wenn er unter Plane und Spriegel passen soll. Das Armaturenbrett ist übersichtlich. Auf Anzeigen, die den Fahrer verwirren könnten, wurde verzichtet.

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