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Land Rover Discovery Sport : Street Rover sucht liebevolle Familie

Bild: F.A.Z., Hersteller

Der Freelander heißt jetzt Discovery Sport und lässt sieben gerade sein. Der SUV tritt nun etwas strenger auf, wenngleich noch immer fern von rustikal.

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          Wer immer die Eingebung hatte, einen Geländewagen zum Coupé zu formen und ihn Evoque zu nennen, sie sollten ihm ein Denkmal setzen. Die schräge Idee beschert Land Rover schöne Aufmerksamkeit und noch schönere Auftragseingänge. Und ein Problem: Was tun mit den übrigen Baureihen? Lösung: Am Evoque orientieren und von der Frontscheibe an andere Charaktereigenschaften beimischen.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Als da etwa wäre Alltagsnutzen, denn auch der Hobbyabenteurer muss mal mit Oma zum Warmbadetag oder den Junior samt Mittelfeld zum Fußballtraining kutschieren. Für alle, die das mit Abmessungen diesseits von Kleinbus-Maßen tun wollen, boten die sukzessive ihrem genetischen Schlamm entfahrenden Briten bislang den Freelander, der aber, sorry Ladys, ein bisschen sehr feminin daherkam.

          Der Nachfolger nun tritt etwas strenger auf, wenngleich noch immer fern von rustikal, er trägt sein Dach gerade, legt an Raum und Länge zu und bringt auf seinen 4,59 Metern (VW Tiguan 4,43 Meter) gar sieben Personen unter. Sagen wir besser: 5 plus 2. Ganz hinten ist es arg eng, aber im Gegensatz zu vielerlei Konkurrenz ist die Option optional an Bord. In Reihe zwei lebt es sich luftig, die Bank ist gar verschiebbar, die Oberschenkelauflage indes eher knapp, und die hinteren Seitenfenster widersetzen sich dem Wunsch nach vollständiger Versenkung. Vorn empfangen die Mitfahrer ein aufgeräumtes Interieur mit klaren Instrumenten und bequeme Sitze mit erfreulich aufrechter Haltung, die allerdings bezahlt wird mit einer frühen Stufe unterm Stuhl, so dass die Ferse anstößt, wenn man den Fuß flach aufstellt.

          Nur mit dem noch etwas undurchsichtigen Versuch, eine Nomenklatur mit drei Submarken - Range Rover, Discovery, Defender - zu etablieren, ist zu erklären, warum auch ein neuer Name her muss: Discovery Sport. Das ist natürlich Unfug, denn die im Lastenheft notierte dynamische Qualität auf Asphalt macht ihn zum Street Rover mit abrufbarer Fachkenntnis über Stock und Stein, aber mit Sport hat das nichts zu tun. Warum auch? Dafür umso mehr mit stilsicherer Einrichtung, komfortablem Fahrverhalten, hellem Licht, gut zugänglichem Kofferraum und der Einsicht, dass man sich heute mit Infotainment von gestern Ärger einhandelt.

          Offeriert wird endlich ein bedienbares Navigationsgerät, und wer auf die teure Einbaulösung verzichten mag, nimmt ein mit Bosch entwickeltes System, das Smartphone-Oberflächen auf den berührungsempfindlichen Bildschirm spiegelt. Das funktioniert meist ganz gut und kostet „nur“ 600 Euro. Für die Rasselbande sind tatsächlich sieben USB-Buchsen an Bord, an jedem Platz eine.

          Ein hübsches Paket für 40.000 Euro

          Die Markteinführung ist für den 28. Februar 2015 vorgesehen. Dann stehen die auch im Evoque verbauten, schon leicht angegrauten und im Konkurrenzvergleich trinkfesteren Vierzylinder-Benziner und Diesel parat, die 150, 190 oder 240 PS leisten. Die vom kommenden Jahr an sukzessive in Jaguar und Land Rover verbaute frische Motorenfamilie kommt dem 1,8 Tonnen schweren Discovery Sport erst später zugute. Sechsgangschaltgetriebe oder moderne Neungangautomatik stehen zur Wahl, ebenso Front- oder permanenter Allradantrieb. Mindestens 32.250 Euro sind zu investieren, aber für ein hübsches Paket sind 40.000 Euro die aufrichtigere Wegmarke. Für welche Antriebskombination man sich entscheidet, kann auch damit zusammenhängen, welche Anhängelast gewünscht wird, sie variiert je nach Motor und Getriebe.

          Die meisten Kunden in Deutschland nehmen Diesel. Und Allradantrieb. Der ist nicht nur aus Gründen erhöhter Sicherheit smart, sondern auch clever für das Lebensgefühl. Denn selbst wenn er nur zwischen Haus, Büro und Schule pendelt, einem jeden Land Rover wohnt die Sehnsucht nach Freiheit und Abenteuer inne. Der Discovery Sport erfüllt sie in allen Belangen besser als der, äh, der, der ... wie hieß noch gleich der Vorgänger?

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