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Künstliche Intelligenz : Ohne Fahrer durch die Wüste

  • -Aktualisiert am

Fahrer nicht erwünscht: VW Touareg, künstlich intelligent Bild: Volkswagen

Kann künstliche Intelligenz im Auto den Fahrer ersetzen? Wer die Teilnehmer an der Darpa Grand Challenge in der Wüste von Nevada erlebt hat, der könnte davon überzeugt sein. Die größte „Intelligenz“ bewies dort ein VW Touareg.

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          Die Wüste bebt: Es ist 6.40 Uhr, zwei Steinwürfe entfernt von einer Ansiedlung in Nevada, die Primm heißt und nur aus Hotels und Spielautomaten besteht, vibriert die Luft. Nicht wegen „High Performance“, sondern wegen „Ultra-High-Tech“ in den Autos. Es beginnt der vielleicht ungewöhnlichste Wettbewerb in der Geschichte des Automobils. Am Ende dieses Tages wird es ein Volkswagen sein, der ihn gewonnen hat.

          Es ist kühl am Start zu dieser Konkurrenz. Nur wenige Wolken glühen vor einem ewigblauen Himmel im kalten Licht der aufgehenden Sonne. Eine Frau singt die amerikanische Nationalhymne, 3000 ergriffene Zuschauer erheben sich von ihren Plätzen. Amerika sucht gerade einen neuen Helden: ein Roboter auf Rädern, ein Labor im Autokleid, mobile Rechnerleistung auf sehr hohem Universitätsniveau, schlaue Sensoren aus der Zukunft und ein Paket konventioneller Autotechnik. Alles zusammen angesichts 23 Teilnehmer an diesem Sonntagmorgen ein nettes Rudel von Autos sehr unterschiedlichen Charakters. Eines aber haben alle gemeinsam: sie wühlen sich ohne Fahrer durch die Wüste.

          Nicht von der Technik überrascht werden

          Die „Defense Advanced Research Project Agency“, kurz „Darpa“ genannt, hat diesen Wettbewerb ausgeschrieben. Sie gehört zum amerikanischen Militär und hat die Aufgabe, höchste Technologie voranzutreiben, um zu verhindern, daß die „nationale Sicherheit durch unerwarteten technischen Fortschritt gefährdet werden könnte“.

          Das Gelände: Die Fahrtroute steht erst bei Tagesbeginn

          Mit dieser Zielsetzung hat das Feld der Starter jedoch überhaupt nichts im Sinn. Hochschulen, Technik-Unternehmen und begabte Tüftler haben Autos, Lastwagen und autoähnliche Vehikel zusammengebaut, die genügend Sensoren und Computer an Bord haben, um eine Mondlandung vorzubereiten. Hier geht es aber „nur“ darum, die ungewöhnliche Aufgabe der „Darpa Grand Challenge“ zu meistern: Es sind 131,6 Meilen in der Wüste von Nevada auf einem erst am Morgen des Starttages bekanntgegebenen Kurs innerhalb von zehn Stunden zu absolvieren. Das ist für einen Geländewagen keine besondere Prüfung. Aber in diesem Falle gilt: Fahrer sind nicht erwünscht, und ein Auto ohne Fahrer in die Wüste zu schicken, das ist schon eine gewisse Herausforderung. Besonders dann, wenn man erwartet, daß der Wagen wieder zurückkommt.

          Vor einem Jahr war das schon einmal schiefgegangen. Der Preis von einer Million Dollar konnte nicht vergeben werden, weil kein Teilnehmer die Bedingungen erfüllte. Deshalb verdoppelte die Darpa die Gewinnsumme auf zwei Millionen Dollar. Insgesamt 195 Teams gingen an der Start mehrerer Ausscheidungsrennen, die dann zum Finalwettbewerb mit noch 23 Fahrzeugen führte.

          Technik aus der Zukunft

          Der VW Touareg am Start wird konventionell angetrieben von dem bekannten Fünf-Zylinder-Diesel (2,5 Liter Hubraum, 128 kW/174 PS), der sich von Sunfuel, dem aus Biomasse erzeugten Treibstoff ernährt. Der Rest des Autos ist Technik aus der Zukunft. Entwickelt wurde der Grand-Challenge Touareg von der VW-Konzernforschung, dem VW-eigenen Electronic Research Laboratory in Kalifornien, und der Stanford University.

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