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: Kommunikation und Klang im Auto der Superlative

Audio, Video und Kommunikation im Maybach Bild: dpa

Schon ausprobiert: In einem exklusiven und luxuriösen Auto wie dem neuen Maybach darf der anspruchsvolle Käufer hinsichtlich Unterhaltung, Kommunikation und Wohlbefinden eine besondere Ausstattung erwarten.

          3 Min.

          In einem exklusiven und luxuriösen Auto wie dem neuen Maybach darf der anspruchsvolle Käufer hinsichtlich Unterhaltung, Kommunikation und Wohlbefinden eine ganz besondere Ausstattung erwarten. Da gibt es nicht nur edelstes Kirschfurnier aus französischen Hölzern, kostbare Intarsien im Lenkrad und für den Fondpassagier eigens gestaltete Sektkelche aus Sterlingsilber mitsamt automatischer Halterung. Man staunt auch über die serienmäßige Audio- und Videoanlage mit einem 600-Watt-Verstärker und 21 Lautsprechern. "Das ist eine Anlage, die als Erstausrüstungs-System nicht zu übertreffen ist", schwärmte Maybach-Entwicklungschef Hermann Gaus bei einer Präsentation auf der Burg Schaubeck bei Ludwigsburg. Daimler-Chrysler wollte ein System, das keine Wünsche offenläßt, und beauftragte das amerikanische Unternehmen Bose mit der Verwirklichung. Das Ergebnis beeindruckt: Der Maybach ist das erste Fahrzeug mit einer Mehrkanalton-Anlage in der Werkausstattung. Alle vier Sitzplätze sind für eine optimale Wiedergabe von Raumklang - etwa von der DVD - gerüstet. Jeder Passagier findet individuelle Surround-Lautsprecher vor, selbst in der Dachquerbrücke auf Höhe der B-Säule.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          "Der Surround-Klang dient nicht nur der präzisen Ortung von Schallquellen im Raum", sagt Bose-Akustiker Michael Fabry. "Das Mehrkanal-System bringt auch eine deutlich bessere Wiedergabe herkömmlicher Audio-CDs." Mehr Räumlichkeit und Transparenz soll das Centerpoint-Verfahren bringen, und dazu bedienen sich die Bose-Techniker vieler Tricks: Unabhängig vom Ausgangsmaterial erstellt die Centerpoint-Signalverarbeitung aus den Rohdaten ein mehrkanaliges 5.1-Signal, wie man es von der Video-DVD kennt. Fünf Kanäle sind für den Rundum-Klang zuständig, die "1" steht für das Baßfundament, das mit einem Subwoofer wiedergegeben wird. Der Trick dabei: Centerpoint berechnet auch für die zweikanalige Audio-CD im Stereo-Format einen simulierten Raumklang. Dazu kommen dann noch ein Baß-Management sowie ein Kanal-Assistent, der die fünf Audio-Kanäle plus Baß passend auf die 21 Lautsprecher verteilt. Mit diesem Griff in die Trickkiste erhält man im Auto der Superlative auch bei herkömmlichen CDs ein wunderbar transparentes Klangbild. Stereo hört sich gut an, mehrkanalig macht Musik aber noch mehr Spaß. Der HiFi-Purist kann diese und viele andere Effekte natürlich abschalten, aber im direkten Vergleich mit und ohne Centerpoint zeigen sich doch klare Vorzüge des Rundumklangs.

          Für die Videoabteilung gibt es drei Displays. Ein kleines vorn ist während der Fahrt auch für die Routenführung zuständig. Die Fondpassagiere gucken auf zwei schwenkbare Flachbildschirme mit einer Diagonale von 9,5 Zoll. Der DVD-Spieler und der Sechsfach-CD-Wechsler (mit deutlich hörbaren Betriebsgeräuschen) sind diskret in der hinteren Mittelkonsole zwischen den Fondsitzen verstaut. Unter der Armauflage findet man hinten auch zwei Telefonapparate: Zum einen das Maybach-Handy von Motorola, ein modifiziertes V60i, und dazu einen schnurlosen Bedienhörer mit Bluetooth-Anbindung. Während das Motorola in drei Netzen funkt, ist die Anlage im Auto nur für das D-Netz konzipiert, die E-Netze bleiben außen vor. Bei Netzüberlast im Feierabendverkehr wird auch der Maybach-Kunde diese ärgerliche Einschränkung bemerken: Er kann nicht auf den Frequenzbereich der E-Netze ausweichen und hört nur eine Fehlermeldung. Indes gibt es einen Trost: Wenn im Herbst die dritte Generation des Mobilfunks startet, wird man die Anlage gegen ein UMTS-Telefon tauschen können.

          Wer im Maybach arbeitet, kann - wiederum mit Bluetooth - einen Notebook in die Kommunikationsanlage einbinden. Auch ein Drucker ist hier mit dem blauzähnigen Datenfunk ausgerüstet. Auf diese Weise stört kein Kabel das hochwertige Interieur. Daß die Bluetooth-Infrastruktur klare Vorteile bringt, zeigt sich nicht zuletzt an vielen Details: So kann man etwa dank der drahtlosen Verbindung von Telefon und Notebook einen Ansprechpartner direkt aus dem Outlook-Adreßbuch anrufen oder ins Internet gehen.

          Auch das Navigationssystem bringt spektakuläre Neuerungen mit sich: Das serienmäßige Comand-APS-System stammt von Becker und bietet außer der Routenführung auch SMS-Dienste, Wap und eine Verbindung zum Mercedes-Benz-Portal. Es ist der erste elektronische Routenführer, der bei der Zieleingabe gesprochene Ortsnamen erkennt: Gemeinden mit mehr als 10000 Einwohnern sagt man einfach an, das funktioniert ohne vorausgehendes Training und mit großer Genauigkeit. Im Zweifelsfall blendet die Spracherkennung eine Liste der in Frage kommenden Orte ein, und man wählt - wieder mit akustischen Kommandos - den passenden Eintrag. Auch bei der Eingabe der Zielstraße hilft die sogenannte Linguatronic: Man buchstabiert den Anfang des Straßennamens. Für die dynamische Routenführung um den Stau herum nutzt Comand die TMC-Meldungen der Rundfunkanstalten. Während man in der S-Klasse auch die Verkehrsinformationen eines Telematik-Dienstleisters wie T-Traffic (früher Tegaron) abonnieren konnte, fehlt im Maybach ein entsprechendes Menü. "Hier kommen wir demnächst mit einer spannenden Innovation", verspricht Maybach-Projektleiter Gaus. Mehr will er derzeit nicht verraten.

          Fazit: Wir konnten leider nur zwei Stunden und nur im stehenden Fahrzeug den vielfältigen Möglichkeiten der Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik im Maybach nachgehen. Im Fahrbetrieb gibt es noch mehr zu entdecken: Etwa die Geräuschkompensation mit einem Mikrofon im Innenraum. Dabei wird prasselnder Regen oder anderweitig Störendes erkannt und als Nebengeräusch automatisch ausgeblendet.

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