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Kölner Motorradmesse „Intermot“ : Lächeln hier und Schwächeln dort

  • -Aktualisiert am

Grünpfeil im Sportteil: Kawasaki ZX-10R Bild: Böhringer/Wille

Welch heterogenes Bild die Welt der Motorräder und Roller auf der Kölner Messe „Intermot“ abgibt. BMW, Ducati, Harley, Triumph trotzen der miserablen Marktentwicklung. Die Japaner, abgesehen von Kawasaki, leiden erkennbar. Ein Rundgang zum Schluss.

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          Welch heterogenes Bild die Welt der Motorräder und Roller abgibt: Da sind die Verzagten, die sichtlich Verunsicherten, aber auch die mit Innovationen Kämpfenden und jene, die in schwierigen Zeiten erfolgreich sind.

          Walter Wille
          Redaktion „Technik und Motor“

          BMW, Ducati, Harley, Triumph trotzen der miserablen Marktentwicklung. Die Japaner, abgesehen von Kawasaki, leiden erkennbar. Nach fünf Messetagen schließt an diesem Sonntag die Kölner „Intermot“. Ein Rundgang von Ulf Böhringer und Walter Wille:

          Aprilia: Ein neu entwickelter 1200-Kubik-V2 ist als Kraftquelle diverser künftiger Modelle vorgesehen. Der 115 Nm Drehmoment und 96 kW (130 PS) aufbietende Motor gibt seine Premiere im Funbike Dorsoduro 1200 (11 799 Euro). Eine respektlose Herausforderin für KTM Super Duke und Triumph Speed Triple.

          BMW: Der Auftritt in Köln als Demonstration der Stärke. Andere schrumpfen, die Münchner wachsen. „Der zu verteilende Kuchen ist sehr klein geworden“, sagt Hendrik von Kuenheim, Leiter von BMW Motorrad, und nimmt ein besonders großes Stück. Dafür gibt BMW der Kundschaft ein besonders großes Motorrad: Die erste Sechszylinder-Maschine der Unternehmensgeschichte (in zwei Versionen als K 1600 GT und GTL) ist ein Innovationsträger: kräftig, sparsam, komfortabel, ergonomisch ausgefeilt und sicher. Novum: Xenon-Scheinwerfer leuchten Kurven aus und kompensieren die Schräglage. In einer Nebenhalle zeigen die Bayern den Prototypen eines elektrisch angetriebenen Rollers namens C1-e. „Wir prüfen, unter welchen Voraussetzungen eine Umsetzung in der Serie möglich wäre“, äußert von Kuenheim.

          Beliebte Mittelklasse: Suzuki GSR 750
          Beliebte Mittelklasse: Suzuki GSR 750 : Bild: Böhringer/Wille

          Ducati: Die Roten wieder in den schwarzen Zahlen. Gefeiert wurde das mit Kölsch und Blick auf die überarbeiteten, nun serienmäßig mit Assistenzsystemen ausgerüsteten Superbikes vom Typ 1198. Dem Vernehmen nach dauert es keine drei Jahre mehr, bis die gesamte Modellpalette mit ABS ausgerüstet sein wird. Fans der Marke blicken ungeduldig Richtung Mailand: Vom nackten Powerbike wird der Name „Diavel“ kolportiert, was im lokalen Dialekt „Teufel“ bedeuten soll.

          Harley-Davidson: Dem Harley-Fan dient die „Intermot“ dazu, sich zu vergewissern, dass es echte Harleys nur bei Harley gibt. Die Neuigkeiten 2011 - Sportster SuperLow, Softail-Baureihe nun mit ABS - waren schon eine Weile bekannt. Nur ein paar Schritte weiter bewohnt Victory, deutlich jüngerer Herausforderer aus Amerika, einen auffällig opulenten Stand. Gucken kann man ja mal.

          Honda: Trat den Kölnern auf den Schlips. Teilte mit, dass das, was mitzuteilen ist, erst Anfang November auf der Mailänder „Eicma“ mitgeteilt werde. Acht neue oder modifizierte Modelle wurden für Mailand in Aussicht gestellt, was zumindest den Eindruck zerstreute, die Japaner seien in Schockstarre verfallen.

          Kawasaki: Dynamisch, zuversichtlich und mit der Körpersprache eines Gewinners. Ließ schöne Körper sprechen bei der Enthüllung fünf neuer Modelle. Dabei bekam Kawasaki mehr Aufmerksamkeit als die drei anderen aus Japan zusammen. Flaggschiff, was Technik und Image betrifft, ist der vollkommen neu konstruierte Einliter-Supersportler ZX-10R. Mit 147,1 kW (200,1 PS) ist er - zumindest nominell - der stärkste und mit fahrfertigen 198 Kilogramm zugleich der leichteste der Welt. Nach dem Vorbild der überaus erfolgreichen BMW S 1000 RR weist auch die neue Ninja Traktionskontrolle sowie rennstreckentaugliches ABS auf.

          Eine Retro-Maschine ist die W 800. Ihr Parallel-Twin wird von einer Nockenwelle gesteuert, die von einer herrlich anzusehenden Königswellenkonstruktion angetrieben wird. Knapp 50 PS müssen reichen. Die 800er fußt auf der von 1999 bis 2006 angebotenen W 650. Mit der VN 1700 Voyager Custom greift Kawasaki den amerikanischen Bagger-Trend - Cruiser mit Packtaschen - auf. Die Touring-Version des Naked Bikes Z 1000 trägt den Namenszusatz SX, eine Vollverkleidung sowie auf Wunsch entweder Seitenkoffer oder Topcase. Beides zugleich geht leider nicht. Dennoch: Die Alltagstauglichkeit ist beträchtlich, 101 kW (138 PS) sind kein Hindernis für irgendwas. Fünfte Neuheit: eine technisch (Bremsen, Federelemente) aufgerüstete Version des Erfolgsmodells Z 750.

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