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Kleinwagen : Die lieben Kleinen zeigen Größe

Bei aller Liebe zum Mini-Auto: Für viele Käufer ist es wichtig, wenigstens über kurze Strecken zu dritt oder viert unterwegs sein zu können. Für all jene scheidet der Smart als Auto aus. Zu viert unterwegs sein kann man dank verschiebbarer Rückbank (dann weniger Kofferraum) sehr gut im ebenfalls noch recht frischen Renault Twingo II, der mit rund 22.000 Neuzulassungen im vergangenen Jahr die Nummer zwei im Segment war. Der Fiat 500 ist übrigens Dritter mit etwas über 18.000 Einheiten.

Außer diesem Trio sind der Citroën C1 (baugleich mit dem Peugeot 107), der Fiat Panda, der Opel Agila (baugleich mit dem Suzuki Splash), der Toyota Aygo (baugleich mit C1 und 107) sowie der aus Brasilien importierte VW Fox die Protagonisten im Mini-Markt mit jeweils mehr als 10.000 verkauften Einheiten.

Wer einen dieser Zwerge mal länger gefahren hat, dem wird schnell klar, dass sie eigentlich für acht von zehn Transportfällen genau die richtige Wahl sind. Mehr Auto braucht kein Mensch. Man muss nur den Mut dazu haben. Wenn ein kleines Auto nicht unisono mit Verzicht gleichgesetzt wird, sondern mit Stil und Savoir vivre, kann man sich mit ihm auch sehen lassen. Es scheint gut möglich, dass bald nicht mehr über die Minimalisten heimlich gelacht wird, sondern dass sie ein Vorbild werden. Schließlich belasten sie schon bei der Produktion die Umwelt weniger, weil nicht so viel Energie aufgewandt werden muss.

Neben dem Toyota IQ wird der neue Ford Ka für Furore sorgen

Und in diesem Jahr deutet nicht nur das große Januar-Plus auf ein weiteres Erstarken der Minis: Neben dem schon erwähnten Toyota IQ wird der neue Ford Ka für Furore sorgen. Beide kommen in diesen Tagen auf den Markt – zudem sind der Opel Agila und der Suzuki Splash brandneu. So wächst das Segment beinahe von allein. Der Ford Ka wird in Polen im selben Werk wie der Fiat 500 gebaut, die äußerlichen Unterschiede sind jedoch viel größer als beim Citroën-Peugeot-Toyota-Trio oder bei den Suzuki-Opel-Zwillingen.

Volkswagen, die im Segment zurzeit nur den ältlichen Fox zu bieten haben, wird spätestens 2010 den mit Spannung erwarteten „Up“ aufbieten. Er kommt zwar nicht mit Heckantrieb, wie ursprünglich gedacht. Trotzdem wird und muss es ein innovatives Auto sein, wenn VW punkten will. Man kann davon ausgehen, dass es zudem Varianten als Škoda und als Seat geben wird.

Verschlafen die deutschen Premiumhersteller den Trend zum kleinen Auto?

Vom technischen Grundkonzept sind alle bisher erwähnten Fahrzeuge gleich: Frontantrieb mit Steilheck-Karosserie, zwei oder auch vier Türen. In der Regel treibt ein Benzinmotor die Räder an. Diesel sind zwar zu haben, aber im Verhältnis zum Gesamtpreis zu teuer. Den Mehrpreis durch den geringeren Verbrauch und den günstigerem Kraftstoffpreis wieder hereinzufahren gelingt kaum. Um die sechs Liter auf 100 Kilometer muss man in der täglichen Praxis einkalkulieren, auch wenn die Normverbräuche mit unter fünf Liter oder sogar Werte mit einer Vier vor dem Komma versprechen. Fiat bietet nach einem kleinen Facelift den 500 jetzt auch mit einer Start-Stopp-Automatik an, was abermals den Verbrauch drückt.

Und die deutschen Premiumhersteller? Verschlafen sie den Trend zum kleinen Auto? Bis auf Smart sind sie nicht vertreten. BMW hat immerhin den Mini bei den Kleinwagen, und Audi wird noch in diesem Jahr mit dem A1 nachziehen. Zwar ist er für einen „Mini“ eigentlich etwas zu groß. Aber Audi hat den Trend erkannt und darf auf einen Erfolg hoffen. Mit dem kleinen A2 (wurde schnell wieder eingestellt) war man der Zeit voraus, und der A1 kommt jetzt genau zum richtigen Zeitpunkt.

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