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Navi für Fahrrad und Motorrad : Puck mal, wie niedlich

Der Pfeil weist die Richtung, der Punkt zeigt, wohin in 70 Metern abgebogen wird. Bild: Wille

Es ist nicht größer als ein Pillendöschen oder eine Rolle Tesafilm, hat vier Knöpfe und zeigt den Weg. Das ist das Beeline.

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          Es ist nicht größer als ein Pillendöschen oder eine Rolle Tesafilm, hat vier Knöpfe und zeigt den Weg. Das ist das Beeline. Ein kleines Ding, das nicht groß auffällt.

          Walter Wille

          Redaktion „Technik und Motor“

          Befestigt wird es am Lenker von Fahrrad, Motorrad oder Motorroller. Verschiedene Halterungen hat der Anbieter Beeline aus London dafür in petto. Zwei vielseitig verwendbare gehören zum Lieferumfang, die eine mit Gummibändern, die andere mit Klebefläche. Weitere sind als Sonderzubehör zu erwerben, Metallklemmen beispielsweise oder Montageteile für die Rückspiegelstange einer Vespa. Wir haben die simple Standardlösung ausprobiert: Mittels zweier Gummibänder wird an der Lenkstange eine kleine Grundplatte fixiert, in deren Drehverschluss der Navi-Puck einrastet. Hält. Anbringen und Abbauen ist eine Sache von Sekunden.

          Die Ausführung mit Metallgehäuse in Grau oder Silber kostet 239 Euro, die Plastikversion 169 Euro. Mitgeliefert wird ein USB-Ladekabel. Man braucht es selten. Der Akku des Beeline hält unserer Erfahrung nach tagelang, laut Hersteller mindestens 30 Stunden. Das mag zunächst erstaunlich klingen, ist aber genau genommen kein Wunder. Die eigentliche Arbeit nämlich erledigt das per Bluetooth verbundene Smartphone. Das übernimmt, während es in der Jackentasche oder im Rucksack steckt, über die Beeline-App die Routenberechnung auf Basis des Google-Kartenmaterials. Die App steht für iOS und Android gratis zum Download zur Verfügung. Das Gerät am Lenker hat nicht mehr zu tun, als auf seinem kreisrunden, beleuchteten Display von zweieinhalb Zentimeter Durchmesser in simpler Pfeildarstellung die Richtung anzuzeigen, Abbiegehinweise, Entfernungen, Kreisverkehr-Ausfahrten und Gabelungen zu nennen. Das funktioniert einwandfrei, setzt allerdings dem Smartphone-Akku zu. Ist keine Lademöglichkeit am Fahrzeug vorhanden, empfiehlt sich auf längeren Touren die Mitnahme einer Powerbank.

          Mit den Symbolen kommt man zurecht

          Ziele und Routen sind in der App rasch eingegeben, Lieblingsorte und absolvierte Fahrten lassen sich speichern und mit anderen Personen teilen. Eine Kartendarstellung gibt es auf dem Smartphone, nicht aber auf dem Monochromschirmchen des Beeline. Wird auch nicht benötigt, mit den Symbolen kommt man zurecht. Zudem werden auf Tastendruck Uhrzeit, Geschwindigkeit, zurückgelegte Strecke, der Beeline-Akkupegel und praktischerweise auch der des Smartphones angezeigt.

          Zwei Navigationsmodi stellt die App zur Wahl. Außer der üblichen Routenführung mit aufeinanderfolgenden Abbiegehinweisen auch eine Art Kompass-Modus, der mit dem Pfeil lediglich die Himmelsrichtung weist, in der das Ziel liegt. Der soll wohl den Pfadfinder-Entdecker-Geist wecken, kann in der Tat ganz ulkig sein, aber auch dazu führen, dass man sich irgendwohin verfranzt, wo man nur durch Umkehren wieder herauskommt.

          Interessanter finden wir: Man kann einfach zwischen Fahrrad- und Motorrad-Betrieb umschalten. An Letzterem gibt es wenig auszusetzen, die Hinweise sind in aller Regel klar und deutlich, Autobahnen, Mautstraßen und Fähren werden auf Wunsch gemieden. Das Beeline führt von A nach B und weiter über C und D auch nach E. Im Fahrrad-Modus im Prinzip ebenfalls, doch fällt die Streckenwahl mitunter merkwürdig aus. Wir sind in vertrauten Gegenden wider besseres Wissen gelegentlich der Beeline-Google-Route gefolgt und dabei auf holperigste Feldwege geraten, die allenfalls mit dem Mountainbike ein Vergnügen sind, obwohl bessere Wege zur Verfügung gestanden hätten. Innerorts schickt die App den Fahrer eiskalt auf Straßen ohne Radstreifen, kennt aber immerhin Einbahnstraßen, die mit dem Rad gegen die Richtung befahren werden dürfen. Eine rundum zufriedenstellende Alternative zu Spezialapps wie Komoot stellt Beeline für Radfahrer nicht dar.

          Auf alle Fälle ist das in China hergestellte Gerät ein Schmuckstück sowohl am Fahrrad- als auch am Motorradlenker. Und dabei sehr unauffällig. So unauffällig, dass man gern vergisst, es beim Anhalten und Parken abzunehmen und einzustecken. Aber dafür kann das Beeline nichts.

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