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Kia Sorento : Mit der dritten Generation zu vier Millionen

Die dritte Generation des SUV Sorento kommt im Februar 2015 auf den deutschen Markt Bild: Hersteller

Leichte Änderungen im Styling, längerer Radstand, mehr Platz im Innenraum und Feinarbeit bei den Motoren. Der neue Sorento von Kia kommt leise daher. Eine erste Probefahrt.

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          Tae Hyun Oh hat gut Lachen. Er verantwortet für den koreanischen Autohersteller Kia alle Märkte außerhalb der heimischen Halbinsel, und seit gut zehn Jahren werden Jahr für Jahr mehr Autos verkauft. Mit schickem Design und dem Versprechen einer siebenjährigen Garantie hat sich Kia von 950.000 verkauften Einheiten 2003 auf rund drei Millionen in diesem Jahr hochgearbeitet. 2020 sollen vier Millionen Kias aus den Produktionshallen in Korea, China, Amerika und Europa rollen.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Helfen soll dabei die dritte Generation des SUV Sorento, die im Februar 2015 auf den deutschen Markt kommt. Kia-Manager Oh stellte sie vergangene Woche in Korea vor. Das Styling wurde nur evolutionär verändert, allerdings nahmen die Dimensionen zu. Mit einer Länge von 4,78 Meter ist der Sorento III fast zehn Zentimeter länger als bisher, gleichzeitig wuchs der Radstand um acht Zentimeter auf 2,78 Meter. Das führt zu spürbar mehr Platz im Innenraum.

          Wie bisher ist gegen Aufpreis eine dritte Sitzreihe zu haben. Selbst wenn diese zusammengefaltet im Gepäckraum liegt, wird ein Kofferraumvolumen von 605 Liter (ohne 660) geboten. Maximal passen 1662 (1732) Liter in den Sorento. Als einer der wenigen Neuwagen hat der Kia noch ein vollwertiges Reserverad, das unter dem Wagenheck hängt. Die Heckklappe öffnet auf Wunsch automatisch, wenn man drei Sekunden mit dem Schlüssel in der Tasche hinter dem Wagen steht.

          Riesiges Glasdach

          Ja, in Sachen Assistenten lässt sich der Sorento nicht lumpen. Start/Stopp haben alle Varianten, als Option gibt es unter anderem einen adaptiven Tempomaten, Spurhalte- und Totwinkel-Warnung, Geschwindigkeitsüberwachung, Rückfahrkamera, automatisches Einparken, eine 360-Grad-Kamera. Zu den Extras gehört außerdem ein riesiges Glasdach, das sich zur Hälfte öffnen lässt.

          Das Stichwort Evolution passt auch aufs Motorenangebot. Hier fand lediglich Feinarbeit statt, eine Hybrid-Lösung lässt auf sich warten. Die bleibt der Mittelklasse-Limousine Optima vorbehalten (2015). Für 2016 kündigte Tae Hyun Oh außerdem einen Plug-in-Hybrid im Optima sowie ein vollkommen neues, eigenständiges Hybrid-Modell an. Wie der Toyota Prius wird der 4,35 lange, viertürige Kia, der eine Mischung aus Kombi und SUV ist (fotografieren war nicht gestattet), ausschließlich als Hybrid-Fahrzeug angeboten, und zwar mit einem 1,6-Liter-Benziner. Kia verspricht sich davon mehr Aufmerksamkeit für das Modell, das auf einer neuen Plattform entsteht und den Codenamen „DE“ trägt.

          Zurück in die Gegenwart und zum Sorento: Der 2,2-Liter-Turbodiesel hat jetzt 200 PS (147 kW). Untenherum ist etwas mehr Drehmoment zur Stelle, der Höchstwert beträgt 441 Newtonmeter bei 1750 bis 2750 Umdrehungen in der Minute. Gearbeitet wurde an der Einspritzpumpe, die mehr Druck aufbaut (2000 statt 1800 bar), die Wände der Zylinderblöcke sind jetzt dünner, der Motor wiegt fünf Kilo weniger. Dennoch ist der neue Kia aufgrund seines Wachstums 64 Kilo schwerer als sein Vorgänger, wiegt als Selbstzünder mit Automatik 1850 Kilo. An den Haken dürfen 2,5 Tonnen (mit Automatik 2,0).

          Für das Dieselmodell mit permanentem Allradantrieb, dessen Basispreis ungefähr 34.500 Euro betragen dürfte, werden sich in Deutschland gut 90 Prozent der Käufer entscheiden. Der Normverbrauch des 2.2. Diesel Allrad Automatik beträgt 6,6 Liter/100 Kilometer. Ein 2,4-Liter-Benzindirekteinspritzer (188 PS, 138 kW, 241 Nm, Normverbrauch 9,4 l) wird etwas später auf den Markt kommen. Dieser wird auch als reiner Fronttriebler zu haben sein. Sowohl der Benziner als auch der Diesel schalten manuell oder automatisch mit sechs Gängen. Für andere Märkte stehen außerdem ein 2,0-Liter-Diesel und ein 3,3-Liter-V6 zur Verfügung. Letzterer ist vor allem in den Vereinigten Staaten beliebt, dort werden jährlich 130.000 Sorento verkauft (in Europa 20.000).

          Gebaut wird der Wagen für Europa im Kia-Stammwerk in Hwasung bei Seoul. Bei ersten Probefahrten fiel nichts negativ auf, der 2,2-Liter-Diesel läuft ruhig, die Anmutung des Innenraums ist stimmig, das Platzangebot lobenswert. Die zweite Sitzreihe lässt sich verschieben und zum Beladen ganz flach legen.

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