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Kia Sorento : Leichter, aber nicht leichtfüßig

  • -Aktualisiert am

In 9,6 Sekunden spurtet der Sorento 2.2 CRDi von 0 auf 100 km/h Bild: Hersteller

Das erneuerte SUV Sorento von Kia hat formal gewonnen. Zehn Zentimeter länger, dafür drei Zentimeter niedriger als der Vorgänger ist es geworden. Neu ist auch ein kräftiger 2,2-Liter-Turbodiesel - alles zu einem günstigen Preis.

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          Das erneuerte SUV Sorento von Kia hat formal gewonnen. Zehn Zentimeter länger, dafür drei Zentimeter niedriger als der Vorgänger ist es geworden. Neu ist auch ein Vierzylinder-Diesel unter der Haube, der 145 kW (197 PS) liefert und dem gut 1912 Kilogramm schweren Allradwagen ordentlich Beine macht. 36.750 Euro kostet das üppig ausgestattete Spitzenmodell in der Version Spirit.

          Eine entscheidende Veränderung der Neuauflage ist nicht von außen zu erkennen, aber spätestens beim Fahren zu bemerken. Statt eines Leiterrahmens hat der Sorento nun eine selbsttragende Karosserie bekommen. Er ist außerdem deutlich leichter geworden und lässt sich daher eher wie ein Personenwagen als wie ein sprödes Nutzfahrzeug bewegen. Ein Wendekreis von weniger als elf Meter und ein beachtlicher Federungskomfort machen ihn agil in der Stadt und angenehm auf längerer Strecke.

          Ein arg überfrachtetes Armaturenbrett

          Gleichwohl empfängt den Fahrer im Innenraum ein arg überfrachtetes Armaturenbrett. Zwar sind die Instrumente zweifelsfrei ablesbar, beim ersten Kennenlernen gerät der Sorento-Pilot aber über manch eine Funktion der großzügig verteilten Schalter und Tasten ins Grübeln. Die dominante Mittelkonsole mit den Bedieneinheiten für Audio-Anlage und Klimatisierung ragt wie eine Pflugschar ins Innere, immerhin gibt es ausreichend viele Ablagen trotz der sehr technisch wirkenden Architektur.

          Den Normverbrauch von 6,6 Liter Treibstoff für 100 Kilometer haben wir verfehlt

          Eine angenehme Sitzposition ist schnell gefunden, die Polsterung komfortabel, gute Seitenführung bieten die Sitze ebenfalls. Auch im Fond herrschen beste Platzverhältnisse, die geringere Höhe gereicht den Passagieren auf der Rückbank keineswegs zum Nachteil. Ihre Lehnen lassen sich in der Neigung verstellen, und wenn großes Gepäck transportiert werden soll, gelingt es mühelos und mit einer Hand, sie nach vorn zu klappen. 774 Liter passen in den Gepäckraum, wenn alle fünf Sitzplätze belegt sind, das maximale Stauvolumen wächst nach der Erweiterung des Laderaums auf 1582. Auf Wunsch gibt es für das Wagenheck eine 900 Euro teure dritte Sitzreihe, die zwei weiteren Passagieren Platz bietet.

          Trotz Ausgleichswellen vibriert er merklich

          Der 2,2-Liter-TDI springt spontan, aber rauh an. Trotz Ausgleichswellen vibriert er merklich, stemmt aber satte 421 Newtonmeter Drehmoment schon bei 1850 Umdrehungen je Minute in den Antriebsstrang. Das erlaubt mühelose Zwischensprints, die Maschine ist elastisch und äußerst durchzugsstark. Die Schaltung des serienmäßigen Sechsganggetriebes jedoch stellt sich erfolgreichen Beschleunigungsübungen in den Weg. Sie ist knochig und ungenau, mangelnde Konzentration bei den Schaltvorgängen wird umgehend mit Zahnradknirschen quittiert.

          In 9,6 Sekunden spurtet der Sorento 2.2 CRDi von 0 auf 100 km/h, 190 km/h schafft das SUV als Höchstgeschwindigkeit. In der Stadt stehen die Gänge fünf und sechs allerdings nicht zur Disposition, ihre „langen“ Übersetzungen drücken die Drehzahl bei Tempo 50 auf ein zu niedriges Niveau, als dass der Motor noch rundlaufen könnte. Den Normverbrauch von 6,6 Liter Treibstoff für 100 Kilometer haben wir verfehlt. Auch ernste Bemühungen, den Diesel zum Konsumverzicht zu bringen, scheiterten. Unter sieben Liter Verbrauch gelangte der Sorento nicht, die Endabrechnung ergab einen Durchschnitt von 7,4 Liter für 100 Kilometer. Immerhin ermöglichen 70 Liter Vorrat im Tank ordentliche Reichweiten.

          2500 Kilogramm erlaubte Anhängelast, eine gute Ausstattung mit Klimaautomatik, Xenonlicht, Tempomat, CD-Radio mit USB-Eingang und vor allem ein günstiger Preis mögen den Sorento im Wettbewerb attraktiv machen. Die Sicherheitsausrüstung umfasst sechs Airbags und ESP, die Verarbeitung ist tadellos. Einzig die Rückfahrkamera, die rückwärtige Bilder in den Innenspiegel überträgt (350 Euro), das Panoramadach (900 Euro) und Metallic-Lackierung (440 Euro) müssen extra bezahlt werden. Und wer sich mit der hakeligen Schaltung nicht anfreunden kann, dem steht für 1135 Euro Aufpreis ein sechsstufiges Automatikgetriebe zur Wahl.

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