https://www.faz.net/-gy9-a796a

Jeep Grand Cherokee : Der große Indianer

Für die große Fahrt: Jeep Grand Cherokee L Bild: FCA

Jeep hat in Detroit ein nagelneues Autowerk gebaut und fertigt dort jetzt die fünfte Generation des Grand Cherokee. Mit einer Länge von 5,20 Meter ist es ein wahres Full-Size-SUV.

          2 Min.

          Alleine schon durch die zum 1. Januar verschärfte Abgasgesetzgebung müssen sich etliche Autohersteller neu sortieren. So hat Jeep jetzt fast alle Dieselmaschinen aus dem Programm genommen. Nur noch für den Cherokee gibt es einen Selbstzünder. Und nur noch abverkauft wird zur Zeit der Grand Cherokee. Er kann nicht mehr bestellt werden.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Wer noch einen großen Jeep aus der vierten Generation haben will, muss sich sputen, rund 50 Einheiten sind noch zu haben. Der Nachfolger und somit die fünfte Generation des Grand Cherokee ist an diesem Donnerstag in Detroit online vorgestellt worden, auf den Tag genau 29 Jahre nach der Weltpremiere des allerersten Grand Cherokee auf der Detroit Motor Show 1992.

          Mit dem neuen Modell, das noch ein L ziert, das für die dritte Sitzreihe und den langen Radstand steht, will Jeep das große SUV sozusagen neu erfinden. Alle nur erdenklichen Assistenzsysteme sind an Bord, inklusive Nachtsicht-Funktion und digitalem Innenspiegel.

          Mit einer Länge von 5,20 Meter ist er auf den amerikanischen Markt zugeschnitten. Bilderstrecke
          Neu : Jeep Grand Cherokee

          Auch teilautonomes Fahren soll möglich sein, wenn es denn rechtlich zulässig ist. Gebaut wird der neue große Indianer (die Cherokee sind ein Indianerstamm und heute das noch größte existierende indigene Volk Nordamerikas) in einem nagelneuen Werk in der Mack Avenue in Detroit, in das der Fiat-Chrysler-Konzern 1,6 Milliarden Dollar investiert hat. Es ist die erste neue Fabrik in „Motor City“ seit fast 30 Jahren.

          Zunächst wird allerdings nur der amerikanische Markt mit dem neuen Grand Cherokee bedient, Ende des zweiten Quartals sollen die ersten Fahrzeuge zu haben sein, alle als „L“ mit der beeindruckenden Länge von 5,20 Meter. Später kommt eine um zirka 25 Zentimeter kürzere Variante mit zwei Sitzreihen, dazu noch ein Plug-in-Hybrid, zu dessen Spezifikation noch keine Details genannt werden.

          Motorkonfigurationen für Deutschland offen

          Fest steht, das zunächst nur zwei Triebwerke zur Wahl stehen: ein 3,6-Liter-V6-Benziner mit 290 PS und einem maximalen Drehmoment von 348 Newtonmetern sowie ein 5,7-Liter-V8 mit 357 PS und 390 Nm. Welche Motorkonfigurationen im Frühjahr 2022 nach Deutschland und Europa kommen, ist noch offen. Der PHEV wird auf jeden Fall dabei sein, ob es auch einen Diesel geben wird, ist sehr fraglich. Vor allem in den Ausstattungslinien Overland und Summit bietet der Grand Cherokee so ziemlich alles auf, was an Luxus denken lässt: „Palermo-Leder“ zum Beispiel oder auch eine Audio-Anlage von McIntosh mit 960 Watt und 19 Lautsprechern. Apple Car Play und Android Auto sind selbstverständlich, ein riesiger Monitor auch.

          Allradantrieb ist natürlich Pflicht, gleich drei verschiedene technische Systeme sind zu haben, auch Luftfederung gibt es. Die Vorderräder sind einzeln aufgehängt. Die 4×4-Systeme nennen sich Quadra-Trac I, Quadra-Trac II und Quadra-Drive II. Nur die beiden letzteren verfügen aber über ein Untersetzungsgetriebe, um ernsthafte Fahrten im Gelände unternehmen zu können. Auch der Grand Cherokee wird in der Overland-Variante als „Trail Rated“-Modell zu haben sein, das besonders für den Einsatz abseits der Straßen ausgerüstet ist. Hier beträgt die Wattiefe maximal 61 Zentimeter, an der Hinterachse arbeitet ein elektronisches Sperrdifferential.

          Doch ins anspruchsvolle Gelände werden nicht alle Grand-Cherokee-Besitzer fahren. Sie werden den großen Wagen kaufen, weil sie das Platzangebot mit sechs oder sieben Plätzen, die Zugkraft und die Ladetalente – das maximale Gepäckraumvolumen beträgt fast 2400 Liter – nutzen wollen. Den jetzigen Planungen nach sollen in Deutschland nur „kurze“ Modelle verkauft werden. Diese messen dann aber auch knappe fünf Meter.

          Weitere Themen

          Der Polestar 2 Video-Seite öffnen

          F.A.Z.-Fahrbericht : Der Polestar 2

          Der Polestar 2 wird gern als Tesla- Jäger bezeichnet. Ob sich der Kauf aber wirklich lohnt erfahren Sie in unserem F.A.Z.-Fahrbericht.

          Topmeldungen

          Abgang aus der Politik : Merkels Plan für Merkel

          Die Kanzlerin nennt es faszinierend, Politik nicht planen zu können und morgens nicht zu wissen, wie der Abend aussieht. Nur für ihren eigenen Weg hat das nie gegolten. Warum ihr geplanter Abgang funktionieren könnte.

          F.A.S.-Umfrage : Geht auch der Staat ins Homeoffice?

          Die Unternehmen sollen ihre Mitarbeiter nach Hause schicken – und was macht die öffentliche Verwaltung? Wir haben nachgefragt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.