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Investition Oldtimer : Aktien auf Rädern

  • -Aktualisiert am

Ein Mercedes-Benz 300 SL aus der ersten Flügeltüren-Generation Bild: Lewandowski

Dass man mit Oldtimern auch Geld verdienen kann, ist wahr. Man sollte Autos kaufen mit abgestempeltem Checkheft, mit einwandfreier Besitzerliste und mit allen Zulassungen. Es gilt, einigen Fallen aus dem Weg zu gehen.

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          Nicht nur die Stiftung Warentest weiß, dass man bei der Geldanlage vorsichtig sein sollte. Man investiere lieber in Immobilien oder in Oldtimer. Allerdings nicht in jeden - denn der überragende Teil der Fahrzeuge, die im vergangenen Jahr dramatisch an Wert gewonnen haben, gehören sehr spezifischen Kategorien an.

          „Oldtimer bieten eine realistische Chance, Wertzuwächse zu generieren, die weit über denen liegen, die Banken mit ihren Optionen bieten können.“ Dietrich Hatlapa, Gründer der Historic Automobile Group (HAG), kann diese Tendenz sogar beweisen: „Seitdem wir die Historic Automobile Indices am 31. Dezember 2008 gegründet haben und die Märkte analysieren, sind die Preise für klassische und seltene Porsche-Modelle um 15,39 Prozent gestiegen, während entsprechende Ferrari-Modelle um 11,10 Prozent zugelegt haben.“

          Das sind Zahlen, von denen die Besitzer von Sparbüchern nur träumen können - und dabei haben die Top-Modelle noch deutlich stärker zugelegt. Bleibt die Frage, nach welchen Kriterien klassische Modelle beurteilt werden sollten, damit sie zu den Gewinnern gehören. Und das sind interessanterweise dieselben Kriterien, die seit Jahrzehnten Gültigkeit haben: technische Originalität, Designbedeutung, Rarität und - wenn möglich - Renngeschichte.

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          Avantgardistischer Rohrrahmen

          Nehmen wir das legendäre 300 SL Coupé: Es besaß einen avantgardistischen Rohrrahmen und als erstes Serienmodell in größeren Stückzahlen einen Einspritzmotor - es war eindeutig technische Avantgarde. Dazu kam das einzigartige Design mit den Flügeltüren, eine makellose Renngeschichte, und es wurden nur 1400 Exemplare zu hohen Preisen gebaut. Kein Wunder, dass die Preise, die vor fünf Jahren noch etwa 250 000 Euro betrugen, nun bei etwa 600 000 Euro liegen und weiter steigen werden. Alle interessanten Automobile waren irgendwann einmal sehr billig - in den 70er Jahren konnte man einen 300 SL Roadster wie einen Ferrari Daytona für 18 000 Mark kaufen. Doch man muss ehrlich sein: Die Zeiten, in denen beim legendären Rob de la Rive Box in Villmergen bei Bern ein Ferrari 250 GTO für 8500 Dollar angeboten wurde (das war 1971) oder ein Lamborghini Miura für 25 000 DM zu haben war (das war 1976), sind lange vorbei.

          Doch es gibt noch immer ungehobene Schätze: etwa den Bentley Continental mit der Fahrgestellnummer BC31C, der am 17. März 1954 an Ihre Königliche Hoheit Prinzessin von Berar ausgeliefert und 1986 in Evanston, Illinois, an einen Sammler in Arizona verkauft wurde - und seitdem verschwunden ist. Und es gibt auch ernstzunehmende Gerüchte, dass irgendwo in Rumänien der letzte verschollene Alfa Romeo 8C 2900 in einem zugemauerten Stall lagern soll - seit Anfang der 40er Jahre! Doch selbst wenn der Wagen auftauchen sollte: Er wäre für uns zu teuer - um Fahrzeuge dieses Kalibers kämpfen Männer wie Ralph Lauren oder Jay Leno.

          Autos müssen laufen, am Leben gehalten werden

          Was sollte man sich denn nun in die Garage stellen und gut ablagern - wobei Letzteres bei einem Auto eben nicht im Dunkeln zu begraben, sondern einer steten liebevollen Pflege zu unterziehen bedeutet - deshalb gleich die Warnung: Autos müssen laufen, am Leben gehalten werden. Ein Auto für 20 Jahre in eine Garagenecke zu stellen, aufzubocken und mit einer Plane abzudecken bedeutet nach 20 Jahren: eine Vollrestaurierung zu sündhaft teuren Preisen, denn die Ersatzteile sind nach 20 Jahren rar und ebenfalls teuer.

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